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Amtsblatt der Einheitsgemeinde Stadt Teuchern
Ausgabe 8/2026
Ortschaft Teuchern
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Kegel Ripertus - Ein Leben im 13. Jahrhundert

Unter diesem Thema stand der Treff im „Grünen Baum" im Monat März und 24 literatur- und geschichtsinteressierte Bürger waren gespannt, was sich hinter dem Titel verbarg. Gast der Veranstaltung war der Autor des Buches Joachim Oelßner, geboren 1948 und schon seit seiner Jugend sehr geschichtsinteressiert. Seine Mutter stammt aus Plennschütz und die wechselvolle Geschichte unserer Gegend interessierte ihn sehr. Obwohl die Hauptfigur des Ripertus frei erfunden ist, sind einige Daten zu den historischen Ereignissen belegt. Die Handlung des Romans ist weitgehend auf dem Gebiet des heutigen Sachsen – Anhalts angesiedelt.

Ripertus, Sohn eines Pfarrers der mit seiner Frau in einem, eheähnlichen Verhältnis lebt, mit ihr mehrere Kinder hat, denen er nicht nur lesen und schreiben beibringt, sondern auch Latein, muss die Erfahrung machen, dass er nur ein Bankert ist und damit als Unehelicher der untersten Stufe in der Hierarchie der Machtverhältnisse der damaligen Zeit angehört. Sogar die unehelichen Kinder eines Grafen sind mehr wert als er. Trotz des familiären Verhältnisses ist sein Vater im Dorf und bei den herrschenden Grafen geachtet und angesehen und auf Grund seiner Kenntnisse wird auch Ripertus immer öfter in ihre Dienste genommen. So setzt er unter anderem den Text für die Übergabe von Land des Giebichensteiner Burggrafen an die Naumburger Bischofskirche auf. Während seiner Tätigkeit nimmt er eine Sonderstellung ein kommt in unsere Gegend und lernt hier auch seine spätere Frau kennen. Sein Schwiegervater bewirbt sich beim Markgrafen für die Anstellung als Verwalter und so verwaltet er Dörfer von Deutschsprachigen und Slawen. Er ist mit den Herausforderungen ihres Zusammenlebens konfrontiert, kümmert sich durch Einsatz von Neuerungen um die Erhöhung der Erträge und spricht auch Recht in den ihm unterstellten Dörfern. Dabei hat er weiterhin unter den Machenschaften des ältesten Sohnes des Giebichensteiner Burggrafen zu leiden, für den er ein Emporkömmling bleibt und der sich nicht scheut auch einen Naumburger Mönch dafür auszunutzen. So muss Ribertus um sein und Utas Leben fürchten. Auf einer Reise nach Mainz gerät er zwischen die Fronten von Papst und König im Deutschen Reich.

So viel kurz zum Inhalt. Besonders interessant sind die Schilderungen unserer Gegend, also von Teuchern bis Naumburg, sowie von Weißenfels bis Halle. Auch wenn bei der Schilderung des Lebens in der damaligen Zeit und des Zusammenlebens zwischen den unterschiedlichen Völkerstämmen keine Unterlagen existieren, so kann man sich vorstellen, dass es so gewesen sein könnte, auch was die Rechtsprechung in der damaligen Zeit betrifft. Es war ein interessanter Vortrag und das angebotene Buch fand auch Abnehmer.

Irmtraud Persich