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Stadtjournal der Stadt Trebsen mit ihren Ortsteilen
Ausgabe 1/2026
Wissenswertes
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Die Polizei informiert

Liebe Bürgerinnen und Bürger,

im Zeitraum vom 25.11.2025 bis 09.12.2025 kam es sowohl in Colditz als auch in Bad Lausick zu mehreren telefonischen Betrugsversuchen. Es gibt verschiedenste Betrugsmaschen. In den polizeilich bekannt gewordenen Fällen der letzten Wochen handelte es sich um den „Falschen Polizeibeamten“. Am Telefon geben sich Betrüger dabei als Polizeibeamte aus und berichteten von Einbrüchen in der Nachbarschaft oder anderen Straftaten. Man habe bei den festgenommenen Tätern eine Liste mit weiteren Einbruchszielen gefunden, darunter den Namen der angerufenen Person. Der Anrufer kündigt an, ein Polizeikollege werde vorbeikommen (meist in Zivilkleidung), um Bargeld und Wertsachen zur Sicherheit abzuholen und auf das Revier zu bringen. Unter Umständen nutzen die Täter eine spezielle Technik, bei der auf der Telefonanzeige die Polizei-Notrufnummer 110 erscheint. Außerdem setzen die Täter ihre Opfer unter Druck: Unter dem Vorwand, es würde sich um ein geheimes Ermittlungsverfahren handeln, verpflichten die Betrüger ihre Opfer zu höchster Verschwiegenheit. Damit wollen sie verhindern, dass sie weder Angehörige noch die echte Polizei kontaktieren.

Wir gehen davon aus, dass es sich bei den angezeigten Fällen um die Spitze des Eisberges handelt und es mehr Betrugsversuche gab, wahrscheinlich auch in anderen Gemeinden des Landkreises Leipzig. Wenn Sie betroffenen sind, dann melden Sie sich bitte auf dem Polizeirevier Grimma oder der nächstgelegenen Polizeidienststelle.

Woran können Sie eine derartigen Betrugsversuch erkennen?

Die Polizei ruft niemals unter der 110 an.

Die Polizei befragt Sie am Telefon niemals nach Bargeld oder Wertgegenständen, die Sie zu Hause oder auf der Bank haben, auch nicht im Rahmen von dringenden Ermittlungen.

Die Polizei nimmt niemals Bargeld, Schmuck oder andere Wertsachen zur Aufbewahrung entgegen.

Wie können Sie sich schützen?

Geben Sie am Telefon nie Auskünfte über Ihre persönlichen und finanziellen Verhältnisse.

Übergeben Sie niemals Geld oder Wertsachen an Unbekannte.

Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen. Beenden Sie im Zweifelsfall das Telefonat.

Fordern Sie von angeblichen Polizisten oder anderen Amtspersonen den Dienstausweis.

Notieren Sie sich den Namen und die Dienststelle

Sprechen Sie mit Angehörigen oder Nachbarn, wenn Sie einen solchen Anruf bekommen.

Verständigen Sie im Verdachtsfall die Polizei. Aber nutzen Sie nicht die Rückrufruftaste, ansonsten kommen Sie wieder bei den Tätern raus. Wählen Sie stattdessen selbst die 110.

Der seit November 2025 amtierende Leiter des Polizeireviers Grimma, Richard Baldeweg, sagt dazu: „Ich bin froh, dass die Betroffenen besonnen reagiert haben und die Betrüger daher nicht erfolgreich waren. Dennoch möchte ich Sie bitten, weiterhin aufmerksam zu bleiben. Passen Sie auf Ihre Angehörigen auf, informieren Sie Eltern und Großeltern über gängige Betrugsmaschen. Meine Kolleginnen und Kollegen sind für Sie da - zögern Sie nicht, uns bei Verdacht zu kontaktieren!“

Hinweise zu weiteren Betrugsmaschen finden Sie unter: https://www.polizei.sachsen.de/de/101060.htm.

Neuer Leiter im Polizeirevier Grimma

Seit November ist Polizeirat Richard Baldeweg der neue Leiter des Polizeireviers Grimma. Der 45-Jährige kommt von der Basis als Polizeimeister bei der Bereitschaftspolizei, hat in seinen 25 Dienstjahren alle drei Laufbahnen bis zum abgeschlossenen Masterstudium an der Hochschule der deutschen Polizei in Münster mit verschiedenen Funktionen im Streifen- und Kriminaldienst sowie Führungsstab in Leipzig, aber auch als Verhandler für schwerwiegende Einsatzlagen durchlaufen. Er kehrt nun nach einer zweijährigen Verwendung in der Pressestelle des Sächsischen Innenministeriums in seine Heimatdirektion zurück.

Baldeweg folgt dem neuen Leiter des Polizeireviers Leipzig Nord, Christian Dorn, nach und weiß um die Stärken des Teams seiner neuen Wirkstätte: „Im Revier arbeiten Leute, die eine gute Arbeit leisten, vernetzt, seit Jahren mit Leib und Seele dabei sind.“ Auch aus diesem Grund möchte er nicht alles neu machen, sondern auf bewährte Strukturen und eine enge Kooperation mit verschiedenen Partnern setzten. Trotzdem möchte Richard Baldeweg auf aktuelle Phänomene reagieren und mit dem Jahreswechsel den Kriminaldienst des Reviers umstrukturieren – dies betrifft die Bündelung von Betrugsdelikten und die täterorientierte Bearbeitung: „Den wenigen Tätern, die besonders viele Straftaten im Bereich begehen, soll unsere besondere Aufmerksamkeit gelten.“

Revier Grimma – Fakten

Das Revier ist an den Standorten Grimma und Wurzen rund um die Uhr besetzt, weitere Polizeistandorte in Naunhof, Brandis, Bad Lausick und Colditz werden durch die Bürgerpolizisten betreut. Der Bereich umfasst rund 900 km² Fläche mit über 110.000 Einwohnern. Über 160 Bedienstete im Streifendienst, im Kriminaldienst, in der Verwaltung sowie als Bürgerpolizistinnen und Bürgerpolizisten versehen hier ihre Arbeit.