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Stadtjournal der Stadt Trebsen mit ihren Ortsteilen
Ausgabe 6/2026
Schul-, Vereins- und Kirchennachrichten
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Neues aus Seelingstädt

Mit dem Fahrrad zur Geschichte – Kettenknechte auf Tour zur Hubertusburg

Schon lange im Voraus geplant, wurde die Fahrradtour der „Kettenknechte“ am Sonnabend, 25. April 2026, endlich Wirklichkeit. Wie so oft im April stand zunächst die bange Frage im Raum: Hält das Wetter? Doch die Sorge war unbegründet. Beim Start um 9:00 Uhr am Speicher war es zwar noch kühl und leicht diesig, doch im Laufe des Tages setzte sich die Sonne durch und sorgte für ideale Bedingungen. Die Route führte die Gruppe über Nerchau, Cannewitz, Roda und Mutzschen bis nach Wermsdorf. Ziel war das imposante Schloss Hubertusburg – vielen bekannt vom Vorbeifahren, doch nur wenige hatten bislang die Gelegenheit, das weitläufige Areal aus nächster Nähe zu erleben.

Vor Ort erwartete die Radfahrer eine fachkundige Führung. Auf angenehme und lebendige Weise vermittelte die Gästeführerin die Geschichte des größten Jagdschlosses Europas. Besonders beeindruckend war der Einblick in den großen Ovalsaal, der eigens für die Gruppe geöffnet wurde. Die Teilnehmer staunten über die Detailverliebtheit und den architektonischen Anspruch vergangener Jahrhunderte – lichtdurchflutete Räume, klare Sichtachsen und eine Baukunst, die bis heute fasziniert. Ein weiterer Höhepunkt war die Besichtigung der katholischen Schlosskapelle. Ein Mitarbeiter der Pfarrei Riesa nahm sich Zeit, dieses außergewöhnliche Kleinod näherzubringen. Die reich verzierte Ausstattung, die künstlerische Ausgestaltung und insbesondere das rund 400 Quadratmeter große Deckengemälde hinterließen einen bleibenden Eindruck.

Nach so viel Kultur führte die Tour weiter durch Wermsdorf zur Jäger- und Fischerhütte. Mitten im Wald gelegen, bot sie den idealen Ort für eine wohlverdiente Rast. Bei gutem Essen und entspannter Atmosphäre konnten die Eindrücke des Vormittags in geselliger Runde nachwirken. Frisch gestärkt fiel der Abschied von der gemütlichen Einkehr zwar nicht ganz leicht, doch die Gruppe schwang sich erneut auf die Räder. Durch den Wermsdorfer Wald ging es weiter, vorbei am idyllischen Kirchenteich, wo eine kurze Pause eingelegt wurde. Für die Rückfahrt wurden bewusst Nebenstraßen, Wald- und Feldwege gewählt – fernab vom Verkehr und nah an der Natur.

Ein ungeplanter, aber umso schönerer Zwischenstopp ergab sich in Neichen, wo an diesem Tag ein Frühlingsfest stattfand. Mit viel Engagement hatte der Ort ein buntes Programm auf die Beine gestellt: Oldtimer, historische Zweiräder, Angebote für Familien, handgemachte Musik und eine einladende Versorgung. Bei bestem Wetter nutzten die Radfahrer die Gelegenheit für eine weitere Rast und genossen die lebendige Atmosphäre. Langsam machten sich die zurückgelegten Kilometer bemerkbar. Rund 45 Kilometer lagen am Ende hinter der Gruppe – begleitet von vielen Eindrücken, Gesprächen und Momenten der Gemeinschaft. Zufrieden und ein wenig erschöpft, aber vor allem erfüllt von einem besonderen Erlebnis, traten die Teilnehmer den Heimweg an.

 

Ein besonderer Dank gilt der Tourist Information der Gemeinde Wermsdorf, insbesondere Frau Richter, die mit ihrer charmanten Art die Geschichte der Hubertusburg lebendig werden ließ. Ebenso bleibt die Schlosskapelle dank der eindrucksvollen Erläuterungen von Herrn Raschke als wahres Kleinod in Erinnerung. Die Tour hat einmal mehr gezeigt, dass es sich lohnt, die eigene Region mit offenen Augen zu entdecken. Oder, um es mit den Worten von Johann Wolfgang von Goethe zu sagen: „Warum in die Ferne schweifen? Sieh, das Gute liegt so nah.“

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