Am Sonnabend, 6. Juni 2026, waren die Seelingstädter Kettenknechte einmal auf ungewohnte Weise unterwegs. Statt Fahrradsattel und Helm standen diesmal Fahrgemeinschaften, Weinberge und ein Ausflug an den Geiseltalsee auf dem Programm. Ziel des Tages war das Weingut Thürkind im kleinen Ort Gröst am Rand des Saale-Unstrut-Gebietes. Viele Teilnehmer hatten den Namen des Ortes zuvor noch nie gehört. Umso größer war die Überraschung, als die Gruppe pünktlich um 10 Uhr mit vier Fahrzeugen auf dem Hof des Familienbetriebes eintraf.
Schon der erste Eindruck begeisterte die Besucher. Familie Thürkind hat auf einem liebevoll restaurierten Bauernhof ein kleines Kleinod geschaffen. Historische Gebäude, ein gepflegter Innenhof und viele geschmackvolle Details laden zum Verweilen ein und vermitteln sofort eine angenehme Atmosphäre. Herzlich begrüßt wurden die Gäste von Mario Thürkind, der gemeinsam mit seiner Frau und seinen beiden Töchtern die Weinberge und das Weingut bewirtschaftet. Schnell wurde deutlich, dass hier Tradition, Regionalität und Zukunftsorientierung keine Schlagworte sind, sondern täglich gelebt werden.
An einem festlich vorbereiteten Tisch erfuhren die Teilnehmer zunächst Wissenswertes über die Geschichte des Weingutes und die Entwicklung des Weinbaus in der Region. Anschließend folgte eine Weinprobe der besonderen Art. Statt eines starren Programms konnten die Gäste verschiedene Weine auswählen und ihren persönlichen Geschmack entdecken. Dazu wurden Käsehäppchen, frisches Brot und später auch Zwiebelkuchen gereicht. Besonders geschätzt wurde die offene und unkomplizierte Art der Gastgeber. Es wurde gefragt, erzählt, diskutiert und natürlich auch viel gelacht. Die Weinprobe entwickelte sich schnell zu einem geselligen Erlebnis, bei dem Genuss und gute Gespräche im Mittelpunkt standen. Zum Abschluss des kulinarischen Teils verwöhnte Familie Thürkind die Gruppe mit reichhaltigen Käse- und Wurstplatten. Danach öffnete sich die Tür zum eigentlichen Herzstück des Betriebes: dem Weinkeller.
Während der Führung erhielten die Besucher interessante Einblicke in die Herstellung der Weine. Moderne Technik und traditionelle Handwerkskunst ergänzen sich hier auf bemerkenswerte Weise. Edelstahlbehälter stehen neben kunstvoll verzierten Holzfässern, die von der langen Geschichte des Weinbaus erzählen. Die Teilnehmer nutzten die Gelegenheit, zahlreiche Fragen zu stellen und mehr über die Herausforderungen und Besonderheiten des Weinbaus zu erfahren. Viel zu schnell verging der Vormittag, und die Gruppe machte sich auf den Weg zum zweiten Ziel des Tages: dem Geiseltalsee.
Der größte künstlich entstandene See Deutschlands beeindruckte viele Teilnehmer bereits auf den ersten Blick. Die Weite der Wasserfläche, die moderne Marina, die Seebrücke und die großzügig angelegten Wege zeigten eindrucksvoll, wie sich eine ehemalige Bergbaulandschaft in ein attraktives Erholungsgebiet verwandeln kann. Bei herrlichem Sommerwetter blieb ausreichend Zeit für einen Spaziergang entlang der Promenade. Einige genossen die Aussicht auf das Wasser, andere suchten das Gespräch oder ließen einfach die Seele baumeln. Natürlich durfte auch eine kleine Erfrischung nicht fehlen. Bei einem Eis mit Blick auf den See wurde die entspannte Atmosphäre besonders genossen.
Am späten Nachmittag traten die Seelingstädter Kettenknechte die Heimreise an. Alle waren sich einig, dass dieser Ausflug gezeigt hat, wie viel Interessantes und Sehenswertes die eigene Region zu bieten hat. Nicht immer müssen große Entfernungen zurückgelegt werden, um Neues zu entdecken. Ein herzliches Dankeschön gilt der Familie Thürkind für ihre Gastfreundschaft und die eindrucksvollen Einblicke in die Welt des Weinbaus. Ebenso danken die Teilnehmer den vier Fahrern, die die Gruppe sicher und zuverlässig an ihre Ziele gebracht haben.
Die gelungene Mischung aus Genuss, Natur, Gemeinschaft und neuen Eindrücken wird vielen noch lange in Erinnerung bleiben. Und eines steht bereits fest: Der Geiseltalsee wird die Seelingstädter Kettenknechte sicherlich nicht zum letzten Mal gesehen haben.
Heinrich Eickers