Titel Logo
Vetschauer Mitteilungsblatt - Neue Vetschauer Nachrichten (Amtsblatt)
Ausgabe 1/2023
Informationen des Bürgermeisters
Zurück zur vorigen Seite
Zurück zur ersten Seite der aktuellen Ausgabe

175. Geburtstag von Ferdinand Griebenow

Am 02.01.1848 wurde der Vetschauer Ehrenbürgers Ferdinand Griebenow vor 175 Jahren geboren. Als Sohn des Berliner Rittergutsbesitzers Wilhelm Christian Griebenow und seiner 2. Ehefrau Karoline, geb. Kleber wurde er in eine bereits wohlhabende Familie hineingeboren. Griebenow war nicht nur Fabrikbesitzer, ihm gehörten auch Rittergüter in Mecklenburg. Der junge Ferdinand hatte bei einer Ausstellung in Berlin Selma Blütchen, die Tochter der gleichnamigen angesehenen Weberfamilie aus Vetschau, kennengelernt. Er folgte seiner großen Liebe in deren Heimatstadt.

Beide heirateten am 15. Juli 1873 und hielten Einzug in die neu erbaute Villa inmitten eines wunderschönen Parks in der Bahnhofstraße. Ihre Ehe blieb jedoch kinderlos.

Wie bereits der „alte Griebenow“ in Berlin, haben auch Ferdinand und Selma Griebenow sich sehr für das Gemeinwohl eingesetzt. Unter anderem schenkte Ferdinand Griebenow Anfang 1900 der Stadt einen bereits ausgebauten Landstreifen zum Anlegen einer Verbindungsstraße zur Gemeinde Schönebegk, die damalige Griebenow-Straße (heute Friedrich-Ludwig-Jahn-Straße). Außerdem stellte er dem Männerturnverein zum Bau der Turnhalle Land zur Verfügung. Anlässlich seiner Silberhochzeit ließ er die Orgel der Stadtkirche erneuern.

Dieses Ereignis nutzte die Stadt dazu ihm die Ehrenbürgerschaft zu verleihen.

Auch die Friedhofshalle auf dem Friedhof in Vetschau wurde von der Familie Griebenow finanziert. Am 27.01.1910 verstarb Ferdinand Griebenow in Vetschau im Alter von nur 62 Jahren.

In seinem Testament verfügte er u. a.:

-

10.000 Reichsmark für die Stadtgemeinde Vetschau zu wohltätigen Zwecken

-

5.000 Reichsmark dem Zweigverein des Vaterländischen Frauenvereins in Vetschau

-

1.000 Reichsmark der Evangelischen Schule in Vetschau für eine Schülerbibliothek.

Im Nachruf des Magistrats und der Stadtverordnetenversammlung von Vetschau hieß es:

„Beseelt von Königstreue und Vaterlandsliebe hat der Entschlafene in früherer Zeit in den verschiedensten Ehrenämtern, namentlich als Beigeordneter seine reichen Kenntnisse und Erfahrungen der städtischen Verwaltung gewidmet und sich um die Bürgerschaft und das Gemeinwohl in hervorragendster Weise verdient gemacht, so dass ihm durch übereinstimmende Beschlüsse der städtischen Körperschaften die Würde des Ehrenbürgers verliehen werden konnte.“