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Vetschauer Mitteilungsblatt - Neue Vetschauer Nachrichten (Amtsblatt)
Ausgabe 3/2026
Informationen des Bürgermeisters
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Zukunftsmodell Bürgerenergie: Nicht zuschauen, sondern mitgestalten

Besuch aus Herzberg: Die Gespräche mit der Bürgerenergiegenossenschaft Elbe-Elster haben gezeigt, warum sich Kommunen bei Energieprojekten engagieren. Wenn Wertschöpfung vor Ort bleibt, stärkt die Akzeptanz, Identifikation und das Vertrauen in die Energiewende.



Die Bürgerenergie in Vetschau und Calau entwickelt sich Schritt für Schritt weiter. Was als Austausch engagierter Bürgerinnen und Bürger begann, nimmt zunehmend konkrete Formen an. Die AG Bürgerenergie arbeitet strukturiert auf die Gründung einer eigenen Genossenschaft hin – und übernimmt dabei immer mehr Verantwortung in eigener Sache.

Die Projektgruppe wird flügge. In den vergangenen Wochen organisierte sie eigenständig einen Austausch mit der frisch gegründeten Bürgerenergiegenossenschaft Elbe-Elster. Ziel war es, aus erster Hand zu erfahren, welche Schritte bei der Gründung besonders wichtig sind, welche Hürden auftreten können und wie sich Aufgaben sinnvoll verteilen lassen.

Zudem fand ein vertiefender Workshop mit Malte Zieher vom Bündnis Bürgerenergie statt.

Dabei wurde ein zentraler Meilenstein erreicht: Die Auswahl des passenden Genossenschaftsverbandes ist abgeschlossen. Damit sind wichtige rechtliche und organisatorische Grundlagen für die geplante Bürgerenergiegenossenschaft gelegt.

Nicht immer zählt die Rendite

Dr. Janina Messerschmidt, Vorständin der Bürgerenergie Oder-Spree und Klimaforscherin, begleitet die Entwicklung der Bürgerenergie seit vielen Jahren aus Theorie und Praxis. Wir sprachen mit ihr über Gemeinwohl-Orientierung:

Was fasziniert Sie persönlich an der Idee der Bürgerenergie?

Bürgerenergie vereint zwei wichtige Themen unserer Zeit: Wir haben den Klimawandel und brauchen Lösungen dafür. Das ist auch mein Thema als Physikerin. Und wir haben die Frage nach dem Wirtschaftssystem: Wie kommen wir wieder zu einem Gemeinwohl-Denken? Bürgerenergie gibt im Energiebereich auf beide Fragen Antworten.

Wie erklären Sie Bürgerinnen und Bürgern in einfachen Worten, was eine Energiegenossenschaft ist?

Wir legen Geld zusammen und wissen am Ende, was damit passiert. Unser erstes Projekt, die Schule in Heinersdorf, ist ein anschauliches Beispiel: Hier haben Eltern und Großeltern gemeinsam in eine PV-Anlage auf dem Schuldach investiert. Sie wussten, dass es für ihre Kinder und Enkelkinder ist. Einmal im Jahr überlegen wir gemeinsam, was mit dem Gewinn passiert: ausschütten oder reinvestieren?

Messerschmidt betont, dass es den meisten Beteiligten nicht in erster Linie um Rendite gehe, sondern um die Möglichkeit, gemeinsam vor Ort etwas zu bewegen.

Einladung zu den nächsten Treffen

Wer sich für eine regionale, dezentrale Energiewende interessiert, ist herzlich eingeladen, mitzudenken und mitzugestalten. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.

Nächste Treffen der AG Bürgerenergie:

12.03.2026, 17:00 Uhr

15.04.2026, 17:00 Uhr

Anmeldung bitte per E-Mail an anmeldung@spreeakademie.de, telefonisch unter 035433 538778 oder über unsere Internetseite spreeakademie.de/machmawatt

Die Treffen sind offen für alle Interessierten und finden in den Räumen der SPREEAKADEMIE in Vetschau statt. Gemeinsam entsteht Schritt für Schritt eine Bürgerenergiegenossenschaft für die Region – getragen von Menschen vor Ort.

Kommen Sie gern vorbei und bringen Sie Ihre Fragen, Ideen oder einfach nur Neugier mit!

Diese Veranstaltungen sind Teil des Projekts „MachMaWatt!“. Die SPREEAKADEMIE begleitet den Prozess im Auftrag der BTU Cottbus-Senftenberg. „MachMaWatt!“ unterstützt Bürgerinnen und Bürger, eigene Projekte zur Bürgerenergie zu starten. Neben dem gemeinsamen Arbeiten steht der praktische Wissensaustausch im Mittelpunkt. Die Veranstaltung ist kostenlos und richtet sich an alle, die in Vetschau oder der Region leben und Interesse an einer aktiven Mitgestaltung der lokalen Energiewende haben.