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"Weißenberg aktuell" - Amtsblatt der Stadt Weißenberg
Ausgabe 1/2026
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Neujahrskonzert 2026

Nach einem herrlichen Wintertag mit Schnee, winterlicher Kälte, Sonnenschein und blauem Himmel füllte sich am zweiten Januarsonntag der Saal des Schützenhauses traditionell zum Neujahrskonzert 2026. Bis auf wenige Plätze war der Saal gefüllt und lauschte gespannt dem ersten Stück, der Ouvertüre aus „Land des Lächelns“ von Franz Lehár, bevor die Moderatorin Kristina Nerád, wie immer das Publikum mit wissens- und unterhaltenswertem durch den Abend führte. Zunächst in Rot gekleidet, was das Publikum hörbar beeindruckte und mit einem Zitat von Albert Einstein Musik drückt das aus, was nicht gesagt werden kann und worüber zu schweigen unmöglich ist. Beim zweiten Stück des Abends „Ich bin verliebt“ aus der Operette „Clivia“ von Nico Dostal kam die Sopranistin Yvonne Prentki zu ihrem ersten Auftritt, bevor dann im nächsten Stück „Mazurka“ aus dem komischen Ballett „Coppelia oder Das Mädchen mit dem Glasauge“ von Leo Delibes bereits das Ballett zu seinem ersten Auftritt kam. Weiter ging es nach der nächsten Moderation erstmals mit einem Walzer von Johann Strauß „Wo die Zitronen blühen“, der auf ein berühmtes Zitat Goethes aus „Mignon“ (Wilhelm Meisters Lehrjahre) zurückgeht und die Sehnsucht nach dem sonnigen Italien beschreibt. Der nächste Block begann mit Jaques Offenbach „Au mont Ida“ aus „La belle Hélène“, erstmals mit dem Tenor des Abends Philipp Nicklaus, gefolgt vom „Blumenduett“ aus „Lakmé“, einer Oper wiederum von Léo Delibes und einer Komposition für das Sorbische Nationalensemble. Zu Jacques Offenbach gab es die interessante Geschichte, dass er seiner Frau als erstes seine Kompositionen vorspielte, wenn es ihr nicht gefiel, nahm er es nochmals mit, änderte nichts, spielte es ihr wieder vor und erhielt dann trotzdem ihre Zustimmung. Vor der Pause folgte dann noch „Du mein süßer Wiener Fratz“ aus der „Zirkusprinzessin“ von Emmerich Kálmán und dann als besonderes Highlight des Abends die „Feuerfest - Polka“ aus der Feder des österreichischen Ingenieurs, Erfinders, Komponisten und Dirigenten Josef Strauss, dem zweiten Sohn von Johann Strauss (Vater) das auf einen Auftrag des Unternehmers Franz von Wertheims anlässlich der Produktion des 20.000sten Tresors der Firma zurückgeht, die als feuerfest beworben wurden. Der Schlagzeuger des Ensembles trat hier mit zwei Hämmern auf und begleitete das Orchester mit seinen Ambossschlägen, zunächst allein und dann mit Unterstützung der Dirigentin des Abends, Katharina Dickopf, die ihm zunächst die Hämmer abnahm und weiter schlug, bevor der Schlagzeuger einen dritten Hammer zog und den Schlussschlag setzte.

Nach der Pause ging es traditionell, weil es bei einem Neujahrskonzert nicht fehlen darf, mit dem Walzer „An der schönen blauen Donau“ mit Ballett weiter. Wie immer war das Publikum auf die Moderatorin bzw. deren Kleid für die zweite Hälfte des Konzerts gespannt und wurde nicht enttäuscht, in Gold klitzernd betrat sie die Bühne und moderierte den nächsten Block der Neues bot. Zuerst die moderne Polka „Ptacowasna“ aus der Feder von Jan Clebnicek, dann „Gern hab´ ich die Frau‘n geküsst“ aus „Paganini“ von Franz Léhar und zuletzt „The man i love & Waltz for Debby“ von George Gershwin & Bill Evans. Zum Text von „Gern hab ich die Frau’n geküsst, hab‘ nie gefragt, ob es gestattet ist, dachte mir: nimm sie dir, küss sie nur, dazu sind sie ja hier“ merkte die Moderatorin an, dass gesagt werden muss, dass das im 21. Jahrhundert sicherlich anders ist, aber als Musikstück aus einer anderen Zeit trotzdem gespielt werden kann. Weiter ging es mit Robert Stolz, „Spiel auf deiner Geige“ aus der Operette „Venus in Seide“ wieder mit der Sopranistin Yvonne Prentki, die der Moderatorin nicht nachstehen wollte und zur Pause auch ihr Kleid wechselte. Vor dem ersten Duett des Abends „Ich spiel mit dir“ aus der „Hochzeitsnacht im Paradies“ von Friedrich Schröder gab es den Walzer „Smjertnica“, bearbeitet vom Hornisten des Orchesters Lutz Lehmann. Die letzte Moderation des Abends führte zum letzten Stück dem Slawischen Tanz Nr. 8 aus der Feder von Antonin Dvorak. Damit endete das Konzert naturgemäß nicht, es folgten noch drei Zugaben, was außergewöhnlich ist und zeigt, dass das Orchester gerne in Weißenberg spielt. Als erstes kam die „Ohne Sorgen - Polka“ von Johann Strauss bei dem das Orchester das Prosit Neujahr intonierte, gefolgt von dem Duett „Brindisi“ einem Ohrwurm aus der Oper „La Traviata“ aus der Feder von Giuseppe Verdi, was das Publikum zu Begeisterungsstürmen führte. Trotzdem musste dann mit dem obligatorischen „Radetzky Marsch“ das Konzert ein Ende finden, das die Dirigentin von der Bühne dirigierte. Nach lange anhaltendem Beifall wurde das vollkommen zufriedene Publikum in die kalte Nacht und in das neue Jahr entlassen und wird hoffentlich lange an diesen Abend zurückdenken - sicherlich mit dem guten Vorsatz das nächste Neujahrskonzert 2027 ebenfalls zu besuchen. Es bleibt der Dank an das Orchester mit Solisten, Tänzern und allen helfenden Händen des Ensembles und der Stadtverwaltung!

Andreas Eßlinger