Der Baum der 1000 Lichter
Unterhaltung an der Feuerschale
Es ist die Zeit der kurzen Tage und die Zeit der langen Abende, eben Advent. Wie im Erzgebirge üblich, leuchten die Fenster und Häuser mit dem Einbruch der Dunkelheit und kündigen das kommende Weihnachtsfest an. Die ganze Stadt wirkt wie verzaubert. Um diese Atmosphäre bewusst aufzunehmen, zu genießen und nicht nur im Vorübergehen oder -fahren wahrzunehmen, trafen sich die Mitglieder des Wildenfelser Heimatvereins am Freitag vor dem 2. Advent zu einem Stadtrundgang durch Wildenfels.
Unser Weg führte uns durch die Weststraße über die Schönauer Straße zum Tempel. Über die „Leihkaufgass´“hinauf mit ihren alten Fachwerkhäusern im Glanz der Schwibbögen und Lichterketten und der Dunkelheit des gegenüberliegenden Zwischengebirges erreichten wir den Markt. Von da aus war es nicht weit bis zum Schloss und dem hinteren Schlosshof. Beim Blick auf das Friedrichstal sahen wir vor uns einen Weihnachtsberg in natura. Tausende Lichter strahlten zu uns herauf. Autos bewegten sich als Leuchtpunkte dazwischen. Von fern grüßte die Leuchtreklame von Mc Donald´s. Am Horizont bewegte sich die Schlange der fahrenden Autos als Lichterkette auf der Autobahn in der sie umgebenden Dunkelheit.
Zurück zum Markt und die Poststraße entlang. Im Gewölbe unter dem Kirchplatz wurden wir auf den Anlass und Inhalt des Weihnachtsfestes aufmerksam gemacht, die Geburt Christi. Im Hintergrund leuchtete der Adventsstern und machte ein geheimnisvolles Kellergewölbe sichtbar.
Höhepunkt und absolut unübertroffen sind die Schaufenster des „Hirschbäck“ und des nachfolgenden Hauses mit dem auf der Fläche dazwischen stehenden wunderschön illuminierten Lichterbaum und dem Naschbaum. Es lohnte sich, länger zu verweilen, um immer wieder neue Schwibbögen mit den unterschiedlichsten Motiven und Gestaltungen, Pyramiden und bekannte Weihnachtsfiguren zu entdecken. Schnell kam das Gespräch auf einheimische Künstler, die mit ihrem Einfallsreichtum und handwerklichem Geschick zu dieser Vielfalt beigetragen haben. Der wie ein geschliffener Riesendiamant wirkende Weihnachtsbaum ist zur Weihnachtszeit zu einem Wahrzeichen von Wildenfels geworden. Man kann den Initiatoren für ihre Ideen und ihre Mühe nur danken.
Weiter ging unserer Entdeckungsspaziergang hinab ins Friedrichstal entlang der Zwickauer Straße und dann über die Wiesenstraße zurück zum Domizil unseres Vereins, der alten Parkschänke. Weitere Mitglieder unseres Vereins hatten inzwischen die Vorbereitungen für ein kleines Event rund um zwei Feuerschalen getroffen. Dazu hatte der Verein auch die Bewohner von Wildenfels eingeladen, und viele waren gekommen. Bei schmackhaftem Glühwein und ebensolchem Gegrillten genossen wir die Atmosphäre rund um das wärmende Feuer.
Und dann kam noch die große Überraschung. Plötzlich erfüllte Schalmeienklang die kalte Luft. Um die Parkschänke bog ein Zug Musikanten mit lichtergeschmückten Instrumenten, unsere Wildenfelser Schalmeien! Kurzentschlossen gaben sie nach beendetem Probenabend ein Gratiskonzert. Es hätte nicht passender sein können. Vielen Dank allen Musikanten!
Das Feuer brannte nieder, Getränke und Speisen waren stark dezimiert bzw. aufgebraucht, der Abend schon ziemlich fortgeschritten. Und so wurde es Zeit für den Weg nach Hause.
Bei vielen wird dieser schöne Abend im Advent sicher noch lange in Erinnerung bleiben.
Text: Herbert Siebert
Fotos: Rolf Geißler