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Wildenfelser Anzeiger
Ausgabe 4/2026
Mitteilungen anderer Behörden
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Landratsamt Zwickau - Umweltamt: Informationen der unteren Wasserbehörde Was macht das Holz im Bach?

Flussholz ist wertvoller Lebensraum

Bei einem Spaziergang am Bach sieht man manchmal abgebrochene Äste, freigespülte Wurzelballen oder sogar einen vom letzten Sturm umgewehten Baum, der jetzt im Wasser liegt. Was hat es damit auf sich - mit diesem Holz im Bach? Kann das bleiben oder muss das weg?

Flussholz oder Totholz nennt man das Holz, das auf natürliche Art und Weise ins Gewässer gelangt ist. Doch tot ist es eigentlich nicht. Im Gegenteil: Holz ist ein beliebter Lebensraum im Bach. Es dient als Nahrung für zahlreiche Insektenlarven und andere Kleintiere. Diese wiederum sind die Beute von Fischen, die sich gern unter dem Holz verstecken. Das Wasser muss sich seinen Weg um das Holz herum suchen. Dadurch entstehen Stellen mit langsamer und schneller Strömung. Diese Vielfalt ist wichtig, um möglichst vielen Arten einen geeigneten Lebensraum bieten zu können.

Aber was ist bei einem Hochwasser? In der freien Landschaft ist das kein Problem. In besiedelten Bereichen innerorts kann Totholz jedoch ein Abflusshindernis darstellen oder weggespült werden. Aufgrund dessen wird das Material in diesen empfindlichen Bereichen beräumt oder bei gezieltem Einsatz in renaturierten Gewässern so gesichert, dass es nicht zur Gefahr werden kann.

Übrigens ist Totholz immer nur natürliches Material. Von Menschen eingebrachte Bretter oder andere Holzartikel sind - auch wenn sie im Fluss landen sollten - kein Flussholz, sondern Müll. Und Müll hat im Gewässer nun wirklich nichts verloren.

Der Bach aus der Perspektive der Tiere

Gewässer in einen naturnahen Zustand bringen

Wie wird ein Bach zur Wohlfühloase für Lebewesen? Stellt man sich einen Fisch vor. Wo wird es dem wohl besonders gut gefallen? In einem schnurgeraden Bach mit einer Sohle aus Beton oder Rasengittersteinen und einer kurz gemähten Uferböschung? Oder doch eher in einem Bach mit Sand und Steinen unter den Flossen, schattenspendenden Bäumen, Ästen und Unterständen im Wurzelwerk eines Baumes am Ufer, das als Versteck vor Fressfeinden dient und im Sommer Abkühlung bringt? Wenn man sich das mal vorstellt, dürfte die Antwort schnell klar sein.

Und genau deshalb sollten Gewässer in einen naturnahen Zustand gebracht werden. Damit es wieder mehr Vielfalt an Lebewesen am und im Gewässer gibt. So können sich zum Beispiel Bachforellen ansiedeln und auch Insekten fühlen sich wohl. Denn schließlich profitieren auch wir davon - beispielsweise, wenn die Obstbäume im heimischen Garten von den Insekten bestäubt werden. Und wir sitzen besonders im Sommer schließlich auch lieber an einem beschatteten Bach als an einer Betonrinne in der prallen Sonne.

Hinweis: Diese Texte entstanden in Zusammenarbeit der Fachberaterinnen und Fachberater Gewässer des Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie und der unteren Wasserbehörde des Landkreises.