Bernd Reitzenstein (Burgwerben), Hubert Schmoranzer (Ortsbürgermeister Burgwerben), Christian Endt (Kulturamtsleiter der Stadt Weißenfels), Andreas Seume (Großkorbetha), Mike Sachse (Markwerben), Katja Pernack (Tagewerben) und Heidemarie Kretzschmar (Reichardtswerben); v.l.n.r. (Bildquelle: Margit Reitzenstein)
Darüber diskutierten am 15. November 2025 die Ortschronisten Andreas Seume aus Großkorbetha, Mike Sachse aus Markwerben, Heidemarie Kretzschmar aus Reichardtwerben, Katja Pernack aus Tagewerben und Bernd Reitzenstein aus Burgwerben. An dieser Gesprächsrunde nahm Christian Endt, Kulturamtsleiter der Stadt Weißenfels, teil.
Inhalt des Treffens war „Das Hersfelder Zehntverzeichnis über die Ersterwähnung von Ortschaften zwischen Markwerben und Großkorbetha.“
In der Runde war man sich einig, dass die Geschichte eines Ortes meist schon vor seiner urkundlichen Ersterwähnung begann. Für die Ersterwähnung der Orte in unserer Heimat ist das „Hersfelder Zehntverzeichnis“ von außerordentlicher Bedeutung. Es ist zwar keine Urkunde im eigentlichen Sinne, sondern eine Liste. In vier verschiedenen Listen fassten die Hersfelder Mönche ihre Urkunden, die sie innerhalb eines Zeitraums von 775 bis 899 über ihre Zehntrechte im Friesenfeld und Hassegau erhielten, tabellenartig zusammen.
Die Entstehung der Listen wird zeitlich unterschiedlich eingeordnet: Listen 1 und 3 für die Jahre 830 bis 850, Listen 2 und 4 für die Jahre 866 bis 899. Zu einem Dokument zusammengestellt wurden sie in einem Zeitraum zwischen 881 und 899. Wenn auch der uns erhaltene Text eine Abschrift des 11. Jahrhunderts darstellt, übernimmt diese jedoch die Graphemik der Vorlagen offensichtlich beinahe exakt. In der ersten ab 830 entstandenen Liste werden 239 Ortsnamen aufgezählt. Darunter befinden sich die Ortsnennungen „Curuuuadi“ für Großkorbetha, „Uuirbina“ für Burgwerben sowie „Vuirbina“, welches den Ortsnennungen von Markwerben, Reichardtswerben und Tagewerben zugeschrieben wird.
In der zweiten Liste werden neunzehn Burgen aufgezählt. Diese Liste entstand ab 866. Darunter befinden sich die Uuirbineburg für Burgwerben, die Vuirbinaburg für Markwerben sowie die Suemeburg. Die Suemeburg vermutete der Burgenforscher Paul Grimm in seiner Schrift „Die vor- und frühgeschichtlichen Burgwälle der Bezirke Halle und Magdeburg“ nordwestlich des Bahnhofes von Großkorbetha.
Für die 9. Burgwerbener Geschichtskonferenz am 11. April 2026 konnten wir Herrn Martin Beitz aus Teutschenthal mit einem Vortrag „Die Ersterwähnung von Orten in der Umgebung von Weißenfels im Hersfelder Zehntverzeichnis“ gewinnen. Nach dieser Veranstaltung wird es ein erneutes Treffen der Ortschronisten geben.