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Weißenfelser Amtsblatt – Amtliches Verkündungsblatt der Stadt Weißenfels
Ausgabe 3/2026
Vorwort des Oberbürgermeisters
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Liebe Bürgerinnen und liebe Bürger,

ein Bild beschreibt gut die Funktion des Oberbürgermeisters: Wer sich als Hahn aufs Kirchdach stellt, muss damit rechnen, von allen Seiten Wind zu bekommen. Öffentliche Positionen bringen oft Gegenwind und Herausforderungen mit sich. Und das gilt es auszuhalten. Die Kunst besteht darin, gerade und aufrecht zu bleiben.

Wie Sie sich vorstellen können, gehört es zu meinen ureigenen Aufgaben, Tag für Tag Entscheidungen zu fällen. Dazu zählen auch solche, die nicht jedem gefallen. Häufig kommt es vor, dass einige dieser Entscheidungen öffentlichkeitswirksam zur echten Zerreißprobe auf den einschlägigen digitalen Plattformen oder bei Gesprächen „hier und da“ werden. Dieser Umstand gehört zum Oberbürgermeisteramt.

Zum Verständnis: Für mich gelten einige Grundregeln, die eng mit meiner persönlichen Haltung verbunden sind. Erstens: Es nicht allen recht machen zu können. Zweitens: Dass es keine Option ist, nicht zu entscheiden. Und drittens: Dass keine Entscheidungen getroffen werden, die das Interesse Einzelner über das Wohl der Gesamtheit stellen. Diese Liste ließe sich noch erweitern.

Warum beginne ich mein April-Vorwort mit dem Thema „Entscheidungen“? Ich beobachte mit Sorge und auch Missfallen, wie sich in der Öffentlichkeit nach Entscheidungen oder gar nach Aussagen zu Überlegungen - sei es auf Bundes-, Landes- oder kommunaler Ebene - oft sofortige Hysterie breitmacht. Es findet kein echter Austausch statt, der sich mit sachlichen Argumenten des Entscheidungsträgers auseinandersetzt. Die Emotionen überwiegen in vielen Fällen den sachlichen Erwägungen. Stattdessen wird oft „aus dem Bauch heraus“ drauflosgeschrieben, gepostet und geschimpft; alles unter dem verfassungsrechtlich geschützten Dach der Meinungsfreiheit. Dabei ist das „Wie“ der Kommunikation entscheidend. Viele fühlen sich verpflichtet, ihren „Senf“ in Form von vorgefassten Meinungen dazu zu geben, sind aber an einem echten Austausch nicht interessiert. Das stadtgesellschaftliche Zusammenleben in den kommenden Jahren wird sich daran messen müssen, ob wir echte Diskussionen und den Austausch von Sachargumenten führen oder dauerhaft Stimmungsmache zulassen

Der Märchenbrunnen in der Weißenfelser Neustadt wurde kürzlich mit einem schmiedeeisernen Zaun eingefasst. Die Gründe sind weitläufig bekannt. Grundlegend ist der Zaun für mich ein wichtiges Zeichen, dass unsere Denkmäler - egal ob klein oder groß - zu schützen sind. Der ordnungspolitische Rahmen und das konkrete Handeln müssen sichtbar werden.

Das neue Sanierungsgebiet im Gründerzeitquartier nördlich der Saale ist ebenfalls notwendig. Durch das Sanierungsrecht erhält die Stadt Instrumente, um heruntergekommene Viertel wieder in den Griff zu bekommen. Durch Sanierungen und durch vermietbaren hochwertigen Wohnraum soll die Lebensqualität gesteigert werden, um die Verdrängung des billigen Verramschens von unsaniertem und würdelosem Wohnraum voranzutreiben. Aufgeben ist für mich keine Option. Ganz im Gegenteil: Ich sehe im Maßnahmenplan Sanierungsgebiet eine große Chance! Es wird weitergehen und ich weiß, dass es dafür einen langen Atem braucht. Ich wünsche mir, dass jeder, der hier meckert und denkt, dass das nichts bringt, seine negative Haltung mindestens in positives Daumendrücken umwandeln kann, denn nur so kann Veränderung gelingen. Nur so hat Weißenfels eine Zukunft. Wir sollten keine Bedenkenträger mit einem vererbten Hang zum Nölen sein, sondern zuversichtliche Erbauer werden, die gegenseitige Unterstützung anstreben.

Wer von Ihnen Anfang März die ZDF-Sendung „Frontal“ gesehen hat, konnte einen kritischen Bericht über nichtarbeitende Osteuropäer in Weißenfels sehen. Für die bekannte Sendung wurden Ordnungsamtsmitarbeiter bei ihrer Arbeit von einem Kamerateam begleitet. In dem Bericht wird deutlich, dass wir systematisch das Wohnraumaufsichtsgesetz des Landes Sachsen-Anhalt (WoAufG LSA) anwenden. Wir arbeiten eng mit einem hervorragend aufgestellten Team im Innen- und Außendienst des Ordnungsamtes sowie mit vielen Behörden, darunter Polizei, Jugendamt, Bauaufsicht, Migrationsagentur und Wohnungseigentümern, zusammen, um kontinuierlich Kontrollen durchzuführen. Es ist mir ein persönliches Anliegen, Systeme zu stören, die Parallelstrukturen begünstigen. Der Staat muss die Kontrolle vor allem im Bereich der Armutsmigration aus den europäischen Ländern per Gesetz erlangen und das Heft des Handelns in der Hand halten. Wir als Mittelzentrum gehen über das hinaus, was eigentlich als Stadt leistbar ist.

Ein wichtiger Antrieb für meine Arbeit ist, wenn ich sehe, dass getroffene Entscheidungen Früchte tragen. So freue ich mich sehr, dass in diesem Jahr viele Bauvorhaben, Initiativen und Projekte umgesetzt werden. Diese Erfolge sind das Resultat der Anstrengungen der letzten Jahre und eines guten Verwaltungs-Teams. Es ist keine Selbstverständlichkeit, dass ich bereits während meiner Amtszeit deren Umsetzung erlebe. So haben u.a. die Schlosssanierungsarbeiten begonnen. Es lohnt sich, auf die Bauarbeiten dieses Jahrhundertvorhabens zu blicken. Und auch an anderer Stelle geht es voran: Nach einem fast einjährigen, aufwendigen Vergabeverfahren beabsichtigen wir, die Planer für das neue Stadtbad zu binden, das im nächsten Jahr gegenüber der Stadthalle gebaut werden soll. Derzeit finden noch Abstimmungen mit dem Bund bezüglich weiterer Fördermittel aufgrund unserer besonderen Situation statt. Die Arbeiten für den Erweiterungsbau des Heinrich-Schütz-Hauses beginnen Ende April mit der Einrichtung der Baustelle. Die Abbrucharbeiten starten dann im Mai. Auch beim Kinderland-Gebäude auf dem Marktplatz sind die Arbeiten bereits in Vorbereitung und die WVW Wohnungsbau Wohnungsverwaltung Weißenfels GmbH beginnt mit dem Teilabbruch im Mai. In der neuen Kita in Uichteritz haben die Sanierungsarbeiten nach einem Wasserschaden begonnen. Außerdem haben die Bauarbeiten für das neue Feuerwehrgerätehaus in Tagewerben angefangen.

Wichtig ist mir zudem der direkte Kontakt zu den Menschen. Ab Mai werde ich jeden Donnerstag Kitas, Vereine, Schulen, Unternehmen und Stammtische besuchen, um mit den Menschen vor Ort ins Gespräch zu kommen. Zudem findet im April das nächste „Gespräch am Gartenzaun“ in den Weißenfelser Ortschaften statt. Am 17. April 2026 bin ich um 17 Uhr in Langendorf. Ich lade Bürgerinnen und Bürger herzlich ins Gemeindeamt in die Kirchbergstraße 10 ein, um mit dem Ortsbürgermeister, den Ortschaftsräten und mir über die Entwicklung von Langendorf, über ihre Wünsche und Ideen und über Herausforderungen zu sprechen.

Ich wünsche Ihnen von Herzen ein gesegnetes Osterfest und einen schönen April.

Ihr Martin Papke
Oberbürgermeister der Stadt Weißenfels