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Collm-Bote – Amtliches Mitteilungsblatt der Gemeinde Wermsdorf mit ihren Ortsteilen
Ausgabe 1/2026
Mitteilungen/Informationen
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Der Bürgerpolizist informiert

Aus aktuellem Anlass möchte ich Sie in dieser und den darauffolgenden Ausgaben nochmals auf verschiedene Betrugsmaschen, welche immer wieder aktuell sind hinweisen und sensibilisieren.

Gerade in der jüngsten Zeit ist wieder zu beobachten das vermehrt Betrugsversuche, mittels Schockanrufe aber auch falsche Gewinnversprechen im Anlagebetrug zur Anzeige gebracht werden. In dieser und den nächsten Ausgaben versuche ich Sie zu dem „Modus Operandi“ der einzelnen Delikte aufzuklären bzw. zu sensibilisieren.

„Schockanruf“ – Wie funktioniert die Betrugsmasche?

Bei einem Schockanruf geben sich die Betrüger als ein nahestehender Angehöriger, häufig aber auch als Polizeibeamte, Staatsanwälte, Richter oder Ärzte aus und täuschen eine dramatische Notsituation vor. Zwei gängige Lügengeschichten werden den Opfern dabei erzählt:

Variante: Verkehrsunfall

Eine nahestehende Person (z. B. Ihr Kind oder Enkelkind) habe einen Verkehrsunfall verursacht, bei dem eine oder mehrere Personen schwer verletzt oder gar tödlich verunglückt seien. Um eine anstehende Haftstrafe abzuwenden, müsse dringend eine Kaution (Bargeld oder Wertsachen) hinterlegt werden.

Am Telefon meldet sich häufig völlig aufgelöst und mit weinerlicher Stimme Ihr vermeintlicher Angehöriger. Die weinerliche Stimme ist ein bewusster Trick der Betrüger, Sie in Angst und Sorge um Ihren Angehörigen zu versetzen, sodass Sie ohne nachzudenken bereit sind, das geforderte Geld aufzubringen.

Variante: Schwere Erkrankung oder Verletzung

Der Anrufer gibt sich als Arzt oder Krankenhauspersonal aus und berichtet, ein Familienmitglied oder enger Freund von Ihnen liege schwer verletzt oder lebensbedrohlich erkrankt im Krankenhaus. Zur Behandlung müsse sofort ein lebensrettendes Medikament aus dem Ausland beschafft werden. Hierfür müssten Sie dringend einen hohen Geldbetrag zahlen.

Welche Tricks wenden die Täter an?

  • Mit gefälschten Identitäten geben sich die Betrüger als nahestehender Angehöriger, aber auch als Polizisten, Staatsanwälte oder Notare aus und missbrauchen somit das Vertrauen in echte Amtspersonen.
  • Die Täter bauen einen hohen emotionalen Druck auf. Durch vorgetäuschte Notsituationen lösen sie ein Gefühl des Gebrauchtwerdens und der Verpflichtung zur Hilfeleistung bei Betroffenen aus.
  • Hintergrundgeräusche wie das Weinen und Jammern angeblicher Angehöriger oder Polizeisirenen unterstützen die Lügengeschichte.
  • Angst und Sorge um vermeintliche Angehörige in Not werden dabei schamlos ausgenutzt und verstärken den Druck.
  • Dabei setzen die Betrüger ihre Opfer auch unter zeitlichen Druck. Sie sollen keine Zeit zum Nachdenken haben und möglichst schnell handeln.
  • Die Täter halten ihre Opfer möglichst lange am Telefon und rufen sie bei Unterbrechungen immer wieder an, um zu verhindern, dass sie andere Personen (z. B. Angehörige, Polizei) anrufen

Woran erkenne ich einen Betrugsversuch?

  • In Deutschland verlangen Polizei oder Justiz niemals eine Kaution.
  • Die Polizei oder vergleichbare Amtspersonen werden Sie niemals telefonisch um die Aushändigung von Bargeld oder Wertsachen bitten.
  • Ärztliche Behandlungen und lebensrettende Medikamente sind niemals von einer vorherigen Geldzahlung abhängig.

Wie schütze ich mich?

  • Übergeben Sie niemals Geld oder Wertsachen an Unbekannte und überweisen Sie kein Geld an unbekannte Konten.
  • Geben Sie am Telefon keine Auskünfte über Ihre persönlichen und finanziellen Verhältnisse.
  • Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen und legen Sie einfach auf.
  • Sprechen Sie mit Angehörigen oder Nachbarn, wenn Sie einen solchen Anruf bekommen.
  • Verständigen Sie im Verdachtsfall die Polizei.

Bleiben Sie wachsam …

Für eventuelle Rückfragen bin ich wie folgt zu erreichen:

Polizeirevier Oschatz

03435 650251

Polizeistandort Wermsdorf

034364 88380

Mobil

0173 9618777

Ihr Bürgerpolizist Olaf Oehme