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Amtsblatt der Gemeinde Weischlitz
Ausgabe 5/2026
Nichtamtliche Bekanntmachungen
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Hinweise zur Notvorsorge im Katastrophenfall und/oder bei langanhaltendem Stromausfall („black out“)

Einrichtung eines BürgerInformationsZentrum BIZ

Liebe Bürgerinnen und Bürger,

die letzten Jahre haben viel Gewohntes und viel sicher Geglaubtes auf den Kopf gestellt. Freiheitsrechte, Gesundheitspolitik, Verkehrspolitik und Sicherheits- und Außenpolitik, in allen Bereichen gab es erhebliche Einschnitte und Richtungsänderungen. Sicher geglaubte Tatsachen wie Strom, Trinkwasser, Einkaufsmöglichkeiten, Feuerwehr und Rettungsdienst geraten u.a. auf Grund geopolitischer Lagen ins Wanken. Aber auch der Anschlag auf die Stromversorgung in Berlin Ende 2025 zeigt, dass unsere Systeme von innen angegriffen werden und nicht zu 100% zu sichern sind.

Die Bürgermeister des Vogtlandkreises wurden bereits im Jahr 2020 zu dem Thema „blackout“ vom Landratsamt sensibilisiert. Hintergrund war u.a. der Roman von Marc Elsberg. Der Vogtlandkreis selbst hatte ein Handlungskonzept für den Vogtlandkreis im Katastrophenfall von einer Fachfirma erstellen lassen. Auch die Gemeinde Weischlitz wird im Rahmen ihrer begrenzten Möglichkeiten vorsorgen. Die Gemeinde hat dazu eine Anwendungsrichtlinie erarbeitet, wie im Fall eines katastrophalen Ereignisses oder eines langanhaltenden Stromausfalls die Bevölkerung über die aktuellen Ereignisse informiert und das Rettungs- und Feuerwehrwesen möglichst aufrechterhalten werden soll. Je nach Art des Ereignisses (z.B. Natur- und Umweltkatastrophe, Stromausfall voraussichtlich länger als 72 h) wird von der Gemeinde ein BürgerInformationsZentrum eingerichtet. Dieses wird sich auf dem Gelände des Rathauses/Südscheune befinden und mit den dann zur Verfügung stehenden Mitarbeitern besetzt werden. Eine Notstromversorgung wird vorgehalten.

Bei längerem Katastrophenfall soll darüber hinaus in der Vereinsturnhalle Weischlitz (Thossener Straße 14) ein weiterer Bürgeranlaufpunkt eingerichtet werden. Dort soll dann über den Rettungszweckverband auch eine ärztliche Notfallversorgung sichergestellt werden.

Aktuell arbeitet der Vogtlandkreis daran, dass auch bei Stromausfall der Digitalfunk möglichst lang (Batteriepuffer) zur Verfügung steht, sodass Rettungsdienst und Feuerwehr sich untereinander verständigen können. Im Fall eines lang anhaltenden Stromausfalls wird an den aktiven Feuerwehrstandorten eine manuelle Sirene eingerichtet, mit der dann die Alarmierung der Kameraden erfolgen soll. Sofern möglich, soll über die Feuerwehrstandorte auch medizinische Hilfe angefordert werden können.

 

 

Im Katastrophenfall oder bei kriegsähnlichen Szenarien kann keine Behörde bzw. keine Gemeinde für alle Eventualitäten vorsorgen. Ich möchte Sie deshalb bitten, sich auf den Internet-Seiten des Bundes (www.bbk.bund.de) zu informieren, eine eigene Risikoabschätzung vorzunehmen und dann eigenverantwortlich entsprechend Vorsorge zu treffen. Ziel sollte es u.a. sein, für mindestens 14 Tage notwendige Medikamente und Nahrungsmittel im Haus zu haben.

Ich möchte keine zusätzlichen Ängste erzeugen, halte es aber für sinnvoll, dass jeder Haushalt sich für einige Tage selbst versorgen kann und mit den nötigsten Dingen ausgerüstet ist.

Ich hoffe für uns alle, dass uns solche möglichen Katastrophenereignisse erspart bleiben. Wir alle sollten uns aber unaufgeregt mit einem Mindestmaß darauf vorbereiten. Ich hoffe im Notfall auf Ihre aller Solidarität und gegenseitige Hilfe in unserem direkten Umfeld.

Steffen Raab
Bürgermeister