In leichter Hügellage im Merkwitzer/Seegeritzer Flur werden zwei Felder von einem Feldweg getrennt, der in einem Busch/Baumstreifen zur anderen Seite des Flurbereiches endet. In Ergänzung der Landschaftsstruktur soll zur Schaffung von Lebensraum für Wildtiere und Vögel und als Wind-und Erosionsschutz der Wegerand ökologisch aufgewertet werden. Der Feldrain soll einen Blühstreifen zur Feldseite und eine frei wachsende Hecke mit Überhältern ohne Beeinträchtigung der Befahrbarkeit erhalten. Dazu wurde von unserem Moritz Hasper unter Beachtung von wissenschaftlichen Aspekten wie Bodenwert und Bodenstruktur, Wassergehalt, Sonneneinstrahlung und Windrichtung ein Projekt entwickelt und geplant. Die Auswahl der Pflanzenarten, es wurden dann mehr als zwanzig verschiedene, und die Pflanzstruktur wurden nach diesen unterschiedlichen Bedingungen ausgewählt. Von Acer campestre (Feldahorn) über Elsbeere, Felsenbirne, Pfaffenhütchen, Schlehe bis Wildapfel sind Dreiviertel der Arten enthalten, die im ostdeutschen Tiefland heimisch sind. Nun passt ja der Liefertermin und der Pflanztermin nicht unbedingt zusammen, so dass die Pflanzen bei der Anlieferung zunächst Wurzelbeschnitten und dann eingeschlagen wurden. Gut, dass es solche Möglichkeiten in unserem Stadtforsten gibt.
Besonders anspruchsvoll war der Pflanzplan. Die Heckenstruktur ist so aufgebaut, das in einem 3-reihigen Pflanzschema mit Abständen von 1x1 m die höheren Gehölze in der Mittelreihe und in den Außenreihen die niedrigeren dichtwüchsigen Sträucher gepflanzt werden. Die Bepflanzung erfolgt zur Konkurrenzvermeidung nur in Trupps von 3-5 Pflanzen. In jedem Pflanzabschnitt werden noch Überhälter als Heisterpflanzen im Abstand von 20 m in den Arten Feldahorn, Sandbirke, Wildkirsche und Eberesche eingebracht.
Die gute Vorplanung und der exakte Pflanzplan musste nun in die Praxis umgesetzt werden. Auf einer Länge von 500 m sollen 1500 Pflanzen nach vorgeschriebenem Schema gepflanzt werden. Dazu müssen zuerst einmal 1500 Pflanzpunkte exakt in Reihe und Abstand markiert werden, damit beim Aufwuchs der Pflanzen auch eine spätere Pflege möglich ist. Das war noch als interne BVL-Leistung zu schaffen ebenso wie die Logistik und die Ablaufplanung zu erstellen. Aber das Sortieren der Pflanzen nach Arten, den Pflanzplatz zuweisen und das Pflanzen selbst – Loch graben, Pflanze einsetzen, Erde festtreten und das 1500 Mal, funktionierte nur mit einer großen Mannschaft. Und die setzte sich zusammen aus der kompletten BVL-Truppe, den Biotoppflegern des Stadtforsten und als „Hauptmacht“ zwanzig Azubis mit Betreuerin von der BMW Group. Damit waren 30 Leute im Eingriff und nach 7 Stunden war das Werk vollbracht und alle Pflanzen standen exakt in Reih und Glied und in vorgeschriebener Tiefe in der Erde. Eine sehr anspruchsvolle Gemeinschaftsaufgabe war vollbracht. Herzlichen Dank an alle Helfer. Wir haben der Natur eine Freude bereitet.
Der gesamte Pflanzstreifen erhält noch einen Wildschutzzaun mit Knotengeflecht in einer Zaunhöhe von 1,60 m zum Schutz vor Wildverbiss. Allein hierfür müssen ca. 260 Pfähle eingeschlagen werden. Der Verbissdruck durch Mäuse soll durch Sitzstangen für Raubvögel gesenkt werden und das Wässern der Pflanzen zumindest im nächsten Frühjahr wird im Verbund organisiert. Der Blühstreifen vor der Hecke wird nur 1x im Jahr gemäht.
Für das Neue Jahr 2026 wünscht der BVL und der Nabu allen Glück, Zufriedenheit und Gesundheit und wir wünschen uns viel Unterstützung bei unserer Naturschutzarbeit.