Der Herbst lädt zum Einkuscheln und Schmökern ein. Um Ihnen die dunklen, verregneten Abende zu versüßen, haben wir wieder zwei mitreißende Lesetipps für Sie vorbereitet:
Elyse Durham entführt in ihrem Debüt-Roman „Maja und Natascha“ in die faszinierende Welt des sowjetischen Balletts und erzählt vom Schicksal zweier Zwillingsschwestern, deren Band selbst durch Konkurrenz und Konflikte nicht zerreißt. Die Handlung spielt in den späten 1950er- und 1960er-Jahren in Leningrad. Die Zeit ist maßgeblich vom Kalten Krieg geprägt und politische Entscheidungen wirken bis weit in das Privatleben der Menschen hinein. Auch Maja und Natascha, Tänzerinnen im berühmten Kirov Ballett, bleiben von den Spannungen zwischen Ost und West nicht verschont. Als die sowjetische Führung beschließt, dass enge Familienangehörige nicht mehr zusammen ins Ausland reisen dürfen, gerät der gemeinsame Traum der Schwestern plötzlich in ernste Gefahr. Ausgerechnet zu diesem Zeitpunkt steht für das Kirov Ballett eine große Tournee durch Europa und die Vereinigten Staaten an, die für junge Tänzerinnen eine einmalige Chance bedeutet. Von einem Tag auf den anderen geht es deshalb nicht mehr allein um Talent, Disziplin und künstlerische Leistung. Stattdessen entscheidet eine politische Vorgabe darüber, welche der beiden Schwestern die Möglichkeit erhält, auf den bedeutendsten Bühnen der Welt zu tanzen. Der Roman erzählt eine bewegende Geschichte über Familie, Zusammenhalt, Ehrgeiz und die Folgen politischer Entscheidungen, die das Leben einzelner Menschen nachhaltig verändern können.
Eine weitere interessante Geschichte erzählt uns Sandra Lüpke in „Ein Ort, der bleibt“:
Magdas Leben verändert sich mit einem Schlag als ihr Mann Alfred, Botaniker in Münster, 1933 seine Professorenstelle verliert, weil er Jude ist. Als sich die politische und gesellschaftliche Situation in Deutschland immer weiter zuspitzt, packt die Familie Heilbronn ihre Koffer. Ihr Weg führt sie ins ferne Istanbul. Am Bosporus soll ein prächtiger Botanischer Garten entstehen, in dem Pflanzen aus aller Welt ein neues Zuhause finden sollen. Genau das richtige also für Magdas Mann. Jahrzehnte später führt es die junge Stadtplanerin Imke ebenfalls nach Istanbul. Sie soll eine Studie über die Zukunft des Botanischen Gartens erstellen und bekommt damit eine Aufgabe, die weit über ihre eigentliche Arbeit hinausgeht. Plötzlich hängt auch das Schicksal dieses besonderen Ortes und den damit verbundenen Menschen von ihren Entscheidungen ab. Der Roman beruht zum großen Teil auf wahren Begebenheiten und echten historischen Persönlichkeiten. Gekonnt schafft es Sandra Lüpke die historischen Ereignisse mit fiktiven Handlungssträngen zu einem spannenden, informativen und unterhaltsamen Roman zu verknüpfen.
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