In den Sitzungen im August und September 2026 standen erneut zahlreiche Themen auf der Tagesordnung, die das tägliche Leben in unserem Ortsteil betreffen. Neben Fragen zur Verkehrssicherheit und Mobilität ging es um Bau- und Infrastrukturmaßnahmen, die Unterstützung von Vereinen und Veranstaltungen sowie um aktuelle Informationen zu den anstehenden Arbeiten der Deutschen Bahn.
Verkehrssicherheit und Geschwindigkeitsmessungen
Ein wiederkehrendes Thema ist die Verkehrssicherheit in Wiederitzsch. In der August-Sitzung erkundigte sich ein Bürger nach den Möglichkeiten zur Anschaffung beziehungsweise Einrichtung einer Geschwindigkeitsmessanlage und danach, ob eine solche Maßnahme förderfähig ist. Ortsvorsteher Herr Artmann berichtete, dass eine Geschwindigkeitsmessanlage für die Dachauer Straße grundsätzlich möglich sei.
Dies soll noch weiter geprüft werden. Für die Buchenwaldstraße sieht die Stadtverwaltung derzeit keinen Handlungsbedarf.
Die voraussichtlichen Kosten für eine Geschwindigkeitsmessanlage liegen bei etwa 3.500 Euro. Eine Finanzierung aus Brauchtumsmitteln wäre grundsätzlich möglich. Herr Artmann schlug deshalb vor, das Thema im kommenden Jahr erneut auf die Tagesordnung zu nehmen und gemeinsam mit der Stadtverwaltung nach einer geeigneten Lösung zu suchen. Die Mitglieder des Ortschaftsrates begrüßten dieses Vorgehen.
Auch im Bereich Hermann-Keller-Straße/Stenzler Straße wurden wiederholte Geschwindigkeitsüberschreitungen angesprochen. Das Mobilitäts- und Tiefbauamt lehnt ab, dort eine Bodenwelle einzubauen. Der Vorschlag eines Doppelversatzes wurde grundsätzlich positiv bewertet und soll hinsichtlich seiner Umsetzung geprüft werden.
Mobilitätsangebote im Blick
Einen weiteren Schwerpunkt bildete das Thema Mobilitätsstationen und sogenannte Sharing-Angebote. Ein Vertreter des Mobilitäts- und Tiefbauamtes informierte den Ortschaftsrat über die bestehenden Planungen. In Leipzig gibt es derzeit rund 250 Mobilitätsstationen.
Die Planung einer solchen Station erfolgt federführend durch die Stadtwerke in Abstimmung mit den jeweiligen Sharing-Partnern. Dabei wird geprüft, welcher kurz- und langfristige Ausbau an einem Standort möglich und sinnvoll ist. Nach derzeitiger Einschätzung sind weder teilAuto noch die LVB oder weitere Sharing-Partner aktuell an einer Erweiterung der bestehenden Ladestation im Bereich der Delitzscher Landstraße 75 interessiert.
Für den Ortschaftsrat steht bei der weiteren Entwicklung des Bereiches zwischen Messe-Allee und Podelwitzer Straße vor allem der Erhalt beziehungsweise die Schaffung von Parkplätzen im Mittelpunkt. Aus Sicht des Ortschaftsrates sind ausreichende Stellplätze gerade in einer Stadtrandlage wichtig, sowohl für die Bürgerinnen und Bürger als auch für die ansässigen Geschäfte und deren Kunden. In diesem Zusammenhang wurde auch an die frühere Planung der neuen Ortsmitte Wiederitzsch erinnert. Damals war unter anderem eine deutliche Reduzierung der Stellplätze von rund 100 auf etwa 30 vorgesehen, was der Ortschaftsrat aber ablehnte.
Diskutiert wurde außerdem die Frage, ob E-Tretroller- oder Bikesharing für Wiederitzsch sinnvoll sein könnte. Die Meinungen gingen dabei auseinander. Während einige Mitglieder und Bürgerinnen und Bürger einem solchen Angebot grundsätzlich kritisch gegenüberstehen, wurde auch die Auffassung vertreten, dass Bikesharing durchaus sinnvoll sein könne.
Gleichzeitig wurde darauf hingewiesen, dass die Situation in Wiederitzsch nicht mit der Innenstadt vergleichbar ist. Viele Einwohnerinnen und Einwohner verfügen bereits über ein eigenes Fahrrad. Auch die Bevölkerungsstruktur und das Mobilitätsverhalten unterscheiden sich von innerstädtischen Gebieten.
Als weiteres Vorgehen verständigten sich die Beteiligten darauf, dass der Ortschaftsrat einen eigenen Vorschlag für mögliche Standorte von Mobilitätsstationen beziehungsweise Multisharingflächen in Wiederitzsch benennt. Zusätzlich soll geprüft werden, ob in der Ortsmitte eine geeignete Fußwegfläche für eine solche Sharingfläche zur Verfügung steht.
Parksituation in der Schmiedegasse
In der September-Sitzung ging es erneut um die Parksituation in der Schmiedegasse, insbesondere im Bereich des Seniorenheims. Dort besteht das Problem, dass keine ausreichende Park- beziehungsweise Haltemöglichkeit für Rettungsfahrzeuge vorhanden ist.
Der Ortschaftsrat sieht hier akuten Handlungsbedarf. Ortsvorsteher Herr Artmann wird deshalb nochmals Kontakt mit dem Mobilitäts- und Tiefbauamt aufnehmen, um gemeinsam nach einer geeigneten Lösung zu suchen.
Nordraummittel
Zum Antrag VIII-A-02313 „Keine Rückgabe oder Nichtübertragung der Nordraummittel durch geeignete Gegenmaßnahmen“ stimmte der Ortschaftsrat dem Verwaltungsstandpunkt einstimmig zu.
Brauchtumsmittel und Unterstützung der Jugendfeuerwehr
Auch die Verwendung der Brauchtumsmittel war Thema der August-Sitzung. Der Ortschaftsrat beschloss einstimmig, die Obergrenze für die Verwendung von Brauchtumsmitteln für das Kinderfest vom 5. Juni 2026 von ursprünglich 6.600 Euro auf 4.855,38 Euro zu reduzieren. Da inzwischen alle Rechnungen für das Kinderfest eingegangen und beglichen waren, können die nicht benötigten Mittel wieder der Vergabe zugeführt werden.
Eine erfreuliche Entscheidung wurde im September im Zusammenhang mit dem diesjährigen Herbstfest getroffen. Der Ortschaftsrat beschloss einstimmig, die Einnahmen aus der Tombola des Herbstfestes zur Unterstützung der Jugendfeuerwehr zu verwenden. Dabei handelt es sich um rund 650 Euro. Der Ortschaftsrat unterstreicht damit die wichtige Arbeit der Jugendfeuerwehr. Die Nachwuchsarbeit der Feuerwehr ist ein wichtiger Bestandteil des ehrenamtlichen Engagements und verdient entsprechende Unterstützung und Anerkennung.
Neuigkeiten zum Skatepark
Auch zum Skatepark gibt es Neuigkeiten. Der Spatenstich hat bereits stattgefunden, sodass die Umsetzung der Anlage weiter voranschreitet. Geprüft wird aktuell, ob auf dem Gelände eine Trockentoilette errichtet werden kann. Ein Trinkbrunnen wird dagegen nicht entstehen. Die vorhandene Wasserleitung vor Ort ist zu alt und für eine entsprechende Nutzung nicht geeignet.
Kunstrasenplatz des SV Eintracht Wiederitzsch
Am 19. September 2026 ab 12 Uhr wird der neue Kunstrasenplatz des Sportvereins Eintracht Wiederitzsch eröffnet. Der neue Platz stellt eine wichtige Verbesserung für den Sport in unserem Ortsteil dar und bietet dem Verein sowie seinen Mitgliedern verbesserte Trainings- und Spielmöglichkeiten.
Kanalarbeiten am Möckernschen Weg
Für Anwohnerinnen und Anwohner sowie Gewerbetreibende stehen außerdem umfangreiche Arbeiten an der Infrastruktur bevor. Ab dem 1. Oktober 2026 werden die Abwasserkanäle im Bereich des Möckernschen Weges und der angrenzenden Stichstraßen vom Amselgrund bis zum Lerchengrund saniert. Die Gesamtmaßnahme soll voraussichtlich bis zum 30. Juli 2027 abgeschlossen sein. Während der Bauzeit kann es zu Einschränkungen kommen. Bei Fragen können sich Bürgerinnen und Bürger direkt an die Leipziger Wasserwerke wenden. Ansprechpartner sind per E-Mail unter bauvorhaben.wasserwerke@L.de erreichbar.
Deutsche Bahn: Hauptbauarbeiten beginnen
Ein weiteres großes Thema für Wiederitzsch sind die anstehenden Bauarbeiten der Deutschen Bahn. Ab dem 9. Oktober 2026 beginnen in Wiederitzsch die Hauptbauarbeiten. In diesem Zusammenhang wird der Zugverkehr vom 10. Oktober 2026 bis voraussichtlich Ende 2027 eingestellt.
Ausblick auf die Novembersitzung
Für die Sitzung des Ortschaftsrates am 4. November 2026 sind bereits besondere Gäste angekündigt. Ein Vertreter der Leipziger Messe wird an der Sitzung teilnehmen. Außerdem wird Patenbürgermeisterin Dr. Skadi Jennicke erwartet.
Die nächste reguläre Sitzung des Ortschaftsrates findet am 7. Oktober 2026 um 19 Uhr im Neuen Saal Zur Schule 10a statt. Alle Bürgerinnen und Bürger sind herzlich eingeladen, teilzunehmen und sich einzubringen.