... und wieder ist der Biotopverbund (BVL) im flow dabei. Was war das für ein Jahr. Ein Festjahr in Plaußig mit vielen Höhepunkten. Aber auch ein Festjahr in der Natur. Es ist viel entstanden und viel erhalten worden. Die beiden Biotope wurden vorbildlich gepflegt. Die Wiesenmahden erfolgten mit viel Helferunterstützung aus Betrieben und dem Stadtforsten und „Dankeschön-Gaben“ von unserem Imker Richard Beer. Die gepflanzten Bäume wurden im Sommer über regelmäßig bewässert mit toller Unterstützung vom Saat–Gut Plaußig und der Aufwuchs und die Ernte war entsprechend gut. Das Einrichten und Beziehen des Nabu/BVL-Büros erfolgte bereits im Mai bei der Eröffnung und seitdem ist das Büro dienstags von 16.00 – 18.00 Uhr geöffnet. Im Garten wurde eine Schautafel mit 36 in Leipzig vorkommenden Vögeln als Lernhilfe aufgestellt und im Oktober wurde die Gestaltung des Vorgartens als Muster- und Schaubiotop abgeschlossen. Öffentlichkeitsarbeit erfolgte das gesamte Jahr über durch Info-Stände bei Dorf- und Gartenfesten, in Schulen und Kindergärten. In diesem Zusammenhang wurden hauptsächlich mit Kindern mehr als 200 Nistkästen gebaut. Mit Azubis von BMW wurden zwei große Insektenhotels gebaut als Highlight auf dem neu errichteten Ökopfad im BMW-Gelände. Auch die turnusmäßigen Veranstaltungen wie die Müllsammlung rund um BMW oder die Nistkastensäuberung mit Brutauswertung der über 200 Kästen in unserer Region sind notwendige Arbeiten mit wichtigen Erkenntnissen. Selbst unser Storchenpaar war wieder erfolgreich mit zwei ausgeflogenen Jungen. Rund 150.000 Mal wurde die Seite im Internet besucht. Als letzte Aktion in diesem Jahr wird noch eine große Pflanzaktion als Wegerandaufwertung organisiert. Wir werden noch darüber berichten. Wenn jetzt in der Wintersaison die Außenarbeit etwas weniger wird, veranstaltet der BVL eine Vortragsreihe. Zwei Themen sind schon sehr erfolgreich gelaufen. Beim Thema „Störche in Deutschland/Sachsen /Plaußig“ hatten sich 16 interessierte Zuhörer eingefunden, beim Vortrag„Landwirtschaft im Klimawandel“ waren schon 23 Zuhörer und eifrige Fragensteller anwesend. Das Thema ist von großem Interesse, geht es doch um die Erzeugung von Produkten für unsere Ernährung. Als Quintessenz kam eindeutig zum Ausdruck, dass eine Landwirtschaft unter den heutigen Bedingungen des Klimas mit Extremwerten (Hitze, Kälte, Trockenheit, zu viel Regen, zu wenig Regen) nicht mehr wie bei unseren Altvorderen (- mit der Aussage – das hab ich schon immer so gemacht) betrieben werden kann. Es braucht neue Ideen und Anpassungsstrategien und es braucht Bauern, die das erkannt haben und umsetzen. Und genau das haben wir im Vortrag durch Benedikt Biermann als Geschäftsführer des hiesigen Landwirtschaftsbetriebes erfahren. Da werden Arbeitszüge für mehrere Arbeitsgänge zusammengesetzt, um nur einmal das Feld befahren zu müssen um dadurch die Bodenverdichtung zu reduzieren. Da wird nur direkt mit Kameraerkennung und Düsenspritztechnik gedüngt oder gegen Beikraut nur an den notwendigen Stellen vorgegangen, um Material zu sparen und die Umwelt weniger zu belasten. Oder es wird die Zwischenfruchtaussaat mit einer Drohne vor der Ernte ausgebracht und nach der Ernte geht die Saat auf, ohne dass eine weitere Bodenbearbeitung notwendig ist. Das bedeutet, das Wasser wird im Boden konserviert und erhalten, genau wie bei der streifenweisen Bodenbearbeitung, wo nur in der Saatspur die Bearbeitung erfolgt. Selbst bei nicht zu verhinderbaren Aufwuchs von Unkraut wurde das Blindstriegeln erprobt und angewendet, was der Nutzpflanze im Wuchs einen Vorsprung gibt.
Das sind nur einige Beispiele für eine moderne Landwirtschaft. Voraussetzung für diese Anpassungsstrategien sind fundamentales Wissen über Bodenfeuchtewerte, Klimastatus und vor allem der Mut zu etwas Neuem.
Wir sind froh und stolz, einen solchen Bauern in unserem Biotopverbund als Protagonist zu haben. Leider ist zu erkennen, dass von der Wissenschaft und der Politik zu wenig zum Produkterzeuger durchkommt, denn solche Anpassungsstrategien müssen im Feldversuch großflächig und an unterschiedlichen Standorten entwickelt und erprobt werden.
Es bleibt zu wünschen, dass es in der Landwirtschaft viele solche Biermänner gibt.
Und jetzt noch ein herzlicher Weihnachtsgruß an alle Naturfreunde.
Der Biotopverbund Leipzig und der NABU RV Leipzig wünscht allen eine fröhliche Vorweihnachtszeit, ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest und ein gutes und vor allem ein gesundes neues Jahr 2027.
Bleibt der Natur gewogen.
Bericht: Steffen Wagner, 26.11.25