Seit 2024 gibt es an der Grundschule Wiederitzsch ein Ganztagesangebot, das mathematisch und technisch interessierte Kinder begeistert. In „Programmieren mit LEGO" können Grundschulkinder nun einmal pro Woche kreativ bauen und anschließend kleine Computerprogramme schreiben, mit denen die gerade entstandenen Bauwerke z. B. in Bewegung kommen oder leuchten. Das GTA war 2024 mit 16 Kindern der 3. und 4. Klassen gestartet und ist inzwischen für 26 Kinder der Klassenstufen 2-4 geöffnet.
Das Angebot wird von Philip Lütgenau betreut, der auch als Lehrer an der Schule tätig ist. Eine GTA-Stunde ist sehr individuell: „Die Kids werden in sogenannten Lerneinheiten durch das Bauen und Programmieren geführt. Nach einer ersten Einführungssitzung können sie ihre eigenen Dinge bauen. Manche halten sich an vorgegebene Anleitungen, andere bauen lieber eigene Projekte und versuchen dann mit der Blocksprache Dinge zu programmieren. In einer Zeitstunde schaffen die Teams mindestens eine Programmiereinheit." Gearbeitet wird in Zweiergruppen mit Kästen von LEGO Education Spike essential, wobei jedes Set aus einer LEGO-Box sowie der App Lego Education Spike besteht, die über ein Tablet bedient wird. In jeder Stunde startet man von vorn, sodass immer wieder Neues entsteht. Philip Lütgenau freut sich, dass die Sets nun endlich im Einsatz sind: „Die Kisten kosten ca. 350 Euro pro Stück. Eine Kollegin hatte aber bereits vor einigen Jahren 16 Boxen kostenfrei über eine Förderung der FIRST LEGO League von HANDS on TECHNOLOGY organisiert." Grundsätzlich ist die Arbeit mit den Sets auch im Lehrplan des Werkunterrichts verankert, allerdings ist die geplante Stundenzahl so gering, dass sich die Nutzung kaum lohnt. Daher wurden die Sets nun im Rahmen des GTA erstmals an den Start gebracht.
Das Programmieren mit LEGO ist extrem beliebt: im laufenden Schuljahr waren bei Freischaltung der GTA-Einschreibung bereits nach einer Minute alle Plätze belegt. Klar dass überlegt wird, wie man dem Interesse an der Informatik noch besser gerecht werden kann. Inzwischen wurden drei neue Sets von LEGO Spike prime für fortgeschrittene Kinder ab 10 Jahren - ebenfalls über HANDS on TECHNOLOGY – beschafft. Nach einer Testphase soll damit ein zusätzliches Angebot für eine Expertengruppe entstehen. Und Philip Lütgenau hat noch weitere Pläne: „Die Boxen können auch in den Lehrplänen von Mathe und Deutsch verankert werden, denn das Lesen von Bauplänen und räumliches Denken werden hier auf sehr motivierende Art gefördert. Außerdem gibt es Bee-bots, kleine Lernroboter, die manuell programmiert werden können und Apps wie ScratchJr. können schon von Grundschulkindern bedient werden. Wenn erfahrene Erwachsene sich im GTA-Bereich mit solchen Programmierangeboten engagieren wollen, sind sie an der Grundschule sehr willkommen." So könnten die Kids noch mehr eigene Idee verwirklichen und erforschen, was sie aus eigener Kraft entwickeln können.