Vor über 30 Jahren ging ein sächsischer Naturschützer nach Vietnam, um bedrohte, ausschließlich dort vorkommende Affen zu schützen. Über 20 Arten sind stark gefährdet. Sein Fokus lag zunächst auf den Delacour-Languren, die durch Jagd fast ausgerottet waren. Später baute Tilo Nadler im Cuc-Phuong-Nationalpark das Endangered Primate Rescue Center (EPRC) auf. Beschlagnahmte Tiere wurden aufgenommen, gepflegt und später ausgewildert. Unterstützt wurde er anfangs von der Frankfurter Zoologischen Gesellschaft, heute vom Zoo Leipzig.
Im Laufe der Zeit kamen weitere Arten hinzu, darunter Gibbons und der extrem seltene Cat-Ba- oder Goldkopf-Langur mit nur etwa 90 verbliebenen Individuen weltweit. Tilo Nadlers Auswilderungsprojekte zählen inzwischen zu den erfolgreichsten in Indochina; die Population der Delacour-Languren wächst wieder, auch dank Schutzmaßnahmen durch Ranger.
Trotz aller Bemühungen sterben einzelne Tiere. Deren Präparation leistet jedoch einen wichtigen Beitrag für Forschung und Bildung. Präparate werden wissenschaftlich genutzt und in Museen ausgestellt, um Menschen für Artenschutz zu sensibilisieren - besonders dort, wo Naturerfahrungen fehlen.
Zur Museumsnacht in Halle und Leipzig spricht Präparator Marco Fischer im Phyllodrom über seine Arbeit und ein aktuelles Projekt aus Vietnam. Zudem sind Mitarbeitende des Primatenzentrums sowie Tilo Nadler selbst vor Ort und beantworten Ihre Fragen.