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Gemeindebote - Mitteilungsblatt für die Ortsteile
Ausgabe 8/2026
Ortsteil Plaußig
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Unser Storchennest im Juli 2026

 

Was ist los im Storchennest?

Diesmal allerhand, denn unsere Jungtierbesatzung im Nest hat sich „verdoppelt“ 

Was war bisher passiert. Schon am 15.03. kam unser Erich 2 an, identifiziert mit Bildern aus dem Vorjahr. Im letzten Jahr war sein Ankunftstag der 21.03. Dieses Jahr musste er lange warten. Am 10.04. erst gesellte sich eine neue Partnerin dazu, ohne Ring. Es wurde geklappert und aufgestiegen, aber alles sah ein bisschen ungeschickt aus. Und die große Liebe schien es auch nicht zu sein, denn eine Vertraulichkeit war nicht zu erkennen. Dann gab es Stress. Am 15.04. traf Elfriede ein, unsere Störchin aus den letzten Jahren, erkennbar am dunklen Ring. Sie war fast einen Monat später als im letzten Jahr. Der Nestanspruch wurde durchgesetzt und damit war Partnertausch angesagt. Umgehend wurde Hochzeit gefeiert. Das Ergebnis ließ nicht lange auf sich warten. Am 21.04. lag das erste Ei im Nest. Von der Farbe etwas ungewöhnlich, bräunlich, leicht gefleckt. Warum das Ei diese Färbung hatte, wurde mit Schmutz und Erde im Nest erklärt. Und in der üblichen Reihenfolge, das heißt aller zwei Tage, kamen dann noch drei weitere Eier hinzu, so dass am 27.04. vier Eier im Nest lagen. Das war ein gutes Ergebnis und die Freude war groß. Das Brutgeschäft verlief reibungslos. Das Paar wechselte sich beim Brüten gut ab und es gab auch keine weiteren „Besuche“ von eventuellen Nestkonkurrenten. Doch relativ spät schlüpfte am 27.05. das erste Küken. Damit liegt nahe, dass das zuerst gelegte Ei nicht befruchtet war und leider auch noch zwei weitere. Seit 2019 hatten wir durchgängig Bruterfolge mit zwei bzw. drei ausgeflogenen Jungen, dieses Jahr ist es halt nur eines. Für die Storcheneltern war damit die Herbeischaffung von Futter etwas einfacher. Doch es passieren auch viele Dramen im Brutgeschäft, wo Altvögel verunglücken und Bruten verhungern. So geschehen in der Familie unseres Adoptivstorches Mika, nachzulesen im Internet unter „Tragisches Ende des Reinholdhainer Storchenglücks“ (veröffentlicht in der Sächs. Zeitung Freital/Dips vom 02.06.26). Drei seiner Geschwister haben es leider nicht geschafft und auch Mika hatte zu kämpfen. Uwe-Jens Bartling betreibt in Pirna eine Wildtierauffangstation und hat sich seiner angenommen. Ein schwieriger Weg zur Futteraufnahme begann mit pürierten Mäusen und Geflügelherzen bis zum Legen einer Magensonde. Und es hat sich gelohnt. Am 09.06. war dann Mika transportfähig und wurde im Storchenhof Lohburg aufgenommen.

Mittlerweile hatte sich Steffen Wagner, der Storchenbetreuer vom Nest in Plaußig, um die Beringung „seines“ Storches gekümmert mit dem Hintergedanken, Einzelkind ist nicht so toll, zwei sind besser. Ein Anruf in Lohburg und nach kurzer Zeit ergab sich eine win-win-Situation. Wir übernehmen einen gleichaltrigen Jungstorch und entlasten damit die fleißigen Helfer im Storchenhof und vergesellschaften unser „Einzelkind“ mit einem Adoptivbruder/Schwester. Beringung und wenn möglich auch Besenderung wäre schön. Uwe Seidel hat alles Notwendige organisiert und Mika aus Lohburg abgeholt. Am 29.06. ging es dann mit Hilfe der Leipziger Feuerwehr „aufwärts“ zum Plaussiger Storchennest und Mika wurde in sein neues Lebensumfeld eingebracht. Alexander hat unseren von den Kindern getauften Leno noch beringt und mit einem Sender versehen. Damit sind jetzt beide Jungstörche beringt und besendert. Nach kurzer Gewöhnungszeit ist schon zu erkennen, hier entwickelt sich eine vergrößerte Storchenfamilie. Hoffen wir, dass der erste Ausflug erfolgreich verläuft.

   

06.07.2026

Steffen Wagner