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Wilthener Stadtanzeiger - Amtliches Mitteilungsblatt der Stadt Wilthen
Ausgabe 1/2026
Amtliche Bekanntmachungen
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Neujahrsgrüße des Bürgermeisters

Liebe Wilthenerinnen und Wilthener,

ein neues Jahr hat begonnen – ein guter Moment, um zurückzublicken und zugleich nach vorne zu schauen. 2025 war für unsere Stadt kein einfaches Jahr. Große Herausforderungen haben uns begleitet und dennoch können wir mit Stolz sagen: Wir haben viel erreicht - trotz sinkender Einnahmen bei gleichzeitig explosionsartig steigenden Kosten, vor allem bei der Kinderbetreuung, und schwieriger politischer Rahmenbedingungen in Sachsen, Deutschland und der Welt. Der seit August 2024 im Amt befindliche Stadtrat hat sich gut in die kommunalen Fragen eingearbeitet und leistet, teilweise in stundenlangen und mit vielen Tagesordnungspunkten gefüllten Sitzungen, mit der fleißigen Stadtverwaltung und mir gemeinsam eine sehr gute Arbeit. Es gelingt uns so immer wieder, aus wenig viel zu machen. Neben dem Stadtrat und der Verwaltung gebührt ein Dank allen, die sich in Vereinen, privat und beruflich in und für unser Wilthen engagieren. Machen Sie weiter. Wir brauchen jeden einzelnen von Ihnen, der dazu beiträgt, dass unsere Stadt lebenswert bleibt.

Die Sanierung der Julius-Hünlich-Turnhalle, der Baubeginn unseres Kultur- und Begegnungszentrums sowie wichtige Maßnahmen zur Hochwasserschadensbeseitigung sind sichtbare Zeichen dafür, dass wir trotz schwieriger Rahmenbedingungen entschlossen in die Zukunft investiert haben. Diese Projekte stärken unsere Infrastruktur, unser gesellschaftliches Leben und die Lebensqualität vor Ort. Aber auch die Unterhaltung des Schulzentrums, des Stadtbades, des Haus Bergland, des Jugendhauses, des Treffpunktes der Generationen und der Bibliothek kostet Kraft und ist für eine Stadt unserer Größe nicht selbstverständlich. Wir werden auch in Zukunft alles dafür tun, dass diese Einrichtungen stabil bleiben und erhalten werden können.

Neben der Auseinandersetzung im Bereich Einzelhandel im grundzentralen Verbund Oberland, bei der unsere Rechtsauffassung durch die Gerichte bestätigt wurde, hat sich Wilthen beim Städtebau, im Abwasserzweckverband, bei der Wasserversorgung, bei der SachsenEnergie AG und beim regionalen Tourismus stark eingebracht und unsere Heimatregion gut weiterentwickelt. Mit einem modernen Schulzentrum sorgen wir für hervorragende Ausbildungsbedingungen für das ganze Oberland. Unsere gut ausgestattete Feuerwehr ist vielfach bei den Nachbarkommunen im Einsatz. Der Blick darauf sollte nicht durch die notwendige Klärung der Fragen der zukünftigen Versorgung unserer Bevölkerung verdeckt werden. Wir werden beim Einzelhandel weiter für unsere Interessen und gegen die Entstehung von Monopolen kämpfen und gleichzeitig als starker Bestandteil des Oberlandes auch zukünftig für unsere Nachbarn als Dienstleister und Versorger fungieren.

Wir freuen uns, wenn die private Wirtschaft in Wilthen investiert. So konnte z.B. die Mönchswalder Bergbaude wiedereröffnet werden, der Glasfaser-Ausbau ging gut voran und unser heimisches Gewerbe hat sich erfreulicherweise überwiegend positiv entwickelt. Unsere neue Rubrik „Nachrichten aus der Wirtschaft“ im Stadtanzeiger hält Sie seit dem Herbst 2025 dazu auf dem Laufenden.

Der Blick auf das neue Jahr zeigt jedoch klar: 2026 wird finanziell noch anspruchsvoller. Steigende Kosten und begrenzte Einnahmen stellen uns vor große Aufgaben. Wenn wir das hohe Investitionstempo beibehalten wollen – und das halte ich für richtig und notwendig –, wird es nicht ohne zusätzliche finanzielle Mittel gehen. Die Aufnahme eines Kredits ist daher ein Schritt, den wir verantwortungsvoll und mit Blick auf die langfristige Entwicklung unserer Stadt gehen müssen.

Die von uns mühsam akquirierten Fördermillionen z.B. für Stadtbad, Kita, ein neues Drehleiterfahrzeug für die Feuerwehr sowie die weiteren Hochwasserschutzmaßnahmen müssen durch Eigenmittel untersetzt werden, um nicht zu verfallen. Wir werden in den nächsten Monaten wissen, was konkret in Wilthen von den milliardenschweren Infrastrukturfonds ankommen wird.

Gemeinsam mit dem Stadtrat wollen wir die bestmögliche Verwendung dieser Mittel realisieren und hoffen, dass unsere Haushalte der nächsten Jahre dadurch eine Entlastung erfahren. Zudem hoffen wir auf eine bessere finanzielle Ausstattung der Kommunen durch den Freistaat Sachsen. Die Konsolidierung unseres Haushaltes hat 2026 oberste Priorität. Es wird Einsparungen geben müssen und mach Gewohntes wird so nicht aufrecht zu erhalten sein. Die Sicherung der Daseinsvorsorge steht dabei außer Frage.

Genauso wichtig ist die Weiterentwicklung unserer städtischen Wohnungsbaugesellschaft und die Unterstützung unserer Gewerbebetriebe wo es nur geht, um lokale Wirtschaftskreisläufe aufrecht zu erhalten und die Unternehmen und Selbstständigen so bürokratiearm wie möglich arbeiten zu lassen.

Denn was jetzt an Stellen abgebaut wird, kommt nie mehr zurück. Deutschland verliert nicht nur Arbeitsplätze, sondern seine industrielle Basis, sein Know-how, seine Zukunft. Und während in Berlin von einigen weiter von „Klimaneutralität“ und „Verkehrswende“ geträumt wird, wandert die Produktion ins Ausland ab – dorthin, wo man noch weiß, dass Wohlstand hart erarbeitet und nicht herbei reguliert wird und wo Energiepreise deutlich niedriger sind als bei uns.

Ich bin für uns in Wilthen überzeugt: Mit Zusammenhalt, Augenmaß und gegenseitigem Vertrauen werden wir auch diese Herausforderungen meistern. Lassen Sie uns das neue Jahr gemeinsam anpacken – mit Mut, Zuversicht und dem festen Willen, unsere Stadt weiter voranzubringen. Wir haben allen Grund, auf das Erreichte stolz zu sein. Das Jahr 2026 bringt auch wieder die Gelegenheit zu feiern. Unsere Freiwillige Feuerwehr begeht ihr 150-jähriges Jubiläum. Neben diesem Großereignis wird es eine Vielzahl von Veranstaltungen, wie z.B. Afterwork und Vereinsfeste, geben. Wir informieren Sie dazu regelmäßig über die Stadt-App, den Stadtanzeiger und die Video-News im Internet.

Ich wünsche Ihnen und Ihren Familien ein gesundes, erfolgreiches und friedliches neues Jahr und freue mich auf die Zusammenarbeit zum Wohle unserer Stadt. Und nun viel Freude beim Lesen der ersten Ausgabe unseres Stadtanzeigers im Jahr 2026.

Herzliche Grüße

Ihr Bürgermeister
Michael Herfort