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Bitterfeld-Wolfener Amtsblatt
Ausgabe 1/2026
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3,2 Millionen für Wolfener Kino: Ministerpräsident übergibt Fördermittelbescheid

Ministerpräsident Dr. Reiner Haseloff (2. v. l.) übergibt den Fördermittelbescheid an WBG-Geschäftsführer Christian Puschmann (2. v. r.) im Beisein von Oberbürgermeister Armin Schenk (l.) und Matthias Schindler (r.) von der Entwicklungsgesellschaft Kino Wolfen, die die Voreigentümerin war.

Bitterfeld-Wolfen freut sich über wichtige Fördermittel: Am 11. Dezember übergab Ministerpräsident Dr. Reiner Haseloff einen Bescheid an die WBG Wolfen mbH für die Sanierung des denkmalgeschützten Kinos Wolfen. Die Fördermittel stammen aus dem Investitionsprogramm Industriekultur des Bundes in Höhe von 2,9 Millionen und vom Land Sachsen-Anhalt in Höhe von rund 319.000 Euro. Hinzu kommen rund 328.000 Euro Eigenmittel der WBG Wolfen mbH. Damit fließen insgesamt etwa 3,5 Millionen Euro in die Kino-Rettung. Das ist ein bedeutender Schritt für die Zukunft unserer Stadt.

„Mit den zur Verfügung gestellten Mitteln wird es möglich, einen kulturellen Ort zu schaffen, der die Lebensqualität in Wolfen verbessert und das kulturelle Angebot reicher macht“, sagte der MP und meinte: „Gefördert werden ausschließlich investive Maßnahmen am unter Denkmalschutz stehenden Gebäude. Der sorgsame Umgang mit dem Denkmalbestand in unserem Land trägt erheblich dazu bei, den Charakter der Städte zu bewahren, historische Zusammenhänge sichtbar zu machen und den Wandel im Zusammenhang mit den Schlüssel-Industrien Braunkohleförderung und Energiegewinnung zu bewältigen.“

Oberbürgermeister Armin Schenk freute sich sehr. Er nannte die Übergabe des Fördermittelbescheides einen „wichtigen Meilenstein in der Entwicklung“ und betonte: „das Kino Wolfen ist nicht irgendein Gebäude, sondern ein Ort der Begegnung, der Freizeitgestaltung und für viele Bitterfeld-Wolfener mit Emotionen und Erinnerungen verbunden. Zahlreiche Bürgerinnen und Bürger haben hier ihren ersten Kinofilm gesehen, die erste Verabredung erlebt oder einfach gemeinsam Zeit verbracht. Gerade deshalb ist es wichtig, das Haus nicht dem Verfall preiszugeben, sondern eine Perspektive zu schaffen.“

Mit Unterstützung der Fördermittel des Landes und Bundes möchte die WBG Wolfen mbH als neue Eigentümerin das ehemalige Lichtspielhaus behutsam sanieren und wieder zum Leben erwecken – mit dem Ziel der Schaffung eines neuen kulturellen Treffpunktes, der Filmkunst, Begegnung und Ortsgeschichte miteinander verbindet. WBG-Geschäftsführer Christian Puschmann nannte es eine „große Weihnachtsüberraschung für die Stadt“. Er verkündete, dass das seit Jahren ungenutzte, aber stadtbildprägende Kino Wolfen eine neue Zukunft erhält: Das seit rund 20 Jahren leerstehende Gebäude war vor Kurzem aus einer Insolvenz an die WBG Wolfen mbH verkauft worden.

Die Fördermittelbeantragung wurde bereits durch den Voreigentümer, die Kino Wolfen Entwicklungsgesellschaft mbH, und den Geschäftsführer Matthias Schindler auf den Weg gebracht und konnte durch die WBG Wolfen mbH finalisiert werden.

Unter Denkmalschutz-Auflagen sollen Fenster, Fassade, Elektroleitungen, Heizung und Sanitäranlagen erneuert und einige Wände eingerissen werden. Die WBG Wolfen mbH will von den Kernstücken des Gebäudes das erhalten, was möglich ist. Damit habe man aus der Sanierung des heutigen Rathauses samt Campus-Hörsaal Erfahrung. Die Lampen seien bereits gesichert. Bleiben wird der Kinosaal, vielleicht mit flexibler Bestuhlung. Die Wohnung im Obergeschoss soll wieder hergerichtet werden.

Derzeit schreibe man den Planer für das gesamte Projekt aus. Mit diesem und potenziellen Nutzern werde man sich über die Details abstimmen.

„Ursprünglich war das Kino im August 1957 nach nur einem Jahr Bauzeit mit einem Kinosaal mit 430 Plätzen eröffnet worden. Damals war es das modernste Kino in der DDR, sogar das erste Breitbandkino Europa, und bis 1990 gemeinsam mit dem Städtischen Kulturhaus bis 1990 Mittelpunkt des gesellschaftlichen Lebens der damaligen Stadt Wolfen. Später wurde sie Bestuhlung auf 289 Plätze reduziert“, so Puschmann.

Anfang Oktober 2022 hatte das Land Sachsen-Anhalt der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien sechs Projektvorhaben für die Förderung im Rahmen des Investitionsprogramm Industriekultur (InKult) vorgeschlagen. Mit dabei war auch das Kino Wolfen. Sanierungsstart soll in diesem Jahr sein.

Stab Öffentlichkeitsarbeit/Marketing