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Bitterfeld-Wolfener Amtsblatt
Ausgabe 1/2026
Aktuelles aus der Stadt
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Archivale des Monats Januar

Quelle: Stadtarchiv Bitterfeld-Wolfen, Archivbibliothek Wolfen, AB Wo 64

AB Wo 64 – „50 Jahre Badminton Greppin 1958 – 2008“

Ein um 1873 gefertigtes Buntglasfenster mit dem Titel „Battledore & Shuttlecock“ bildet den stilvollen Auftakt eines besonderen Schriftstücks. In originalgetreuem Maßstab zeigt es eine neoklassizistische weibliche Figur, die einen „Battledore“ und einen „Shuttlecock“ in den Händen hält. Über ihr prangt in großen roten Lettern das Wort „Badminton“. Dieses ausdrucksstarke Motiv schmückt die erste Seite des Archivales AB WO 64, eines Werkes, das die sportliche Geschichte Greppins rund um den Badmintonsport eindrucksvoll zum Leben erweckt. Das Heft, verwahrt im Bestand der Archivbibliothek Wolfen im Stadtarchiv Bitterfeld-Wolfen, Ortsteil Stadt Wolfen, überzeugt nicht nur durch seinen informativen Gehalt, sondern auch durch seine ansprechende Gestaltung. Bereits das Deckblatt weckt die Neugier des Betrachters. Im Mittelpunkt stehen das Wappen des Vereins für Bewegungsspiele Preußen Greppin e. V., eine farbige Zeichnung eines Badmintonspielers in Aktion sowie ein angedeutetes Spielnetz im Hintergrund. Oben prangt der Titel: „50 Jahre Badminton Greppin 1958 – 2008“ – eine Einladung, in die faszinierende Geschichte dieser Sportart in Greppin einzutauchen.

Die Gründung der „Sektion Federball“ im Januar 1958 bildet den Ausgangspunkt der Darstellung. Neben diesem historischen Meilenstein erhält der Leser einen Überblick über die im Laufe der Jahre wechselnden Sektionsleiter, Kreisfachausschuss-Vorsitzenden sowie Übungsleiter. Auch Auszeichnungen und Ehrungen der Greppiner Badminton-Abteilung sind eindrucksvoll dokumentiert. Am Ende jeder Seite findet sich zudem ein wissenswerter Exkurs zur allgemeinen Geschichte des Badmintonsports. So erfährt man etwa auf Seite 3, dass bereits vor 500 Jahren in Japan Federball mit hölzernen Schlägern und harten, mit Federn versehenen Früchten, den sogenannten Oibane, gespielt wurde, eine Spielform, die dem heutigen Badminton erstaunlich nahekommt.

Im weiteren Verlauf richtet sich der Blick intensiver auf die Anfänge des Greppiner Badmintonvereins. Zu den zentralen Herausforderungen der frühen Jahre zählten das Erlernen der Spielregeln und das kontinuierliche Training. Diese Aufgaben ergänzten sich im stetigen Wechsel. Bald schon stellten sich erste sportliche Erfolge ein, darunter Bezirksmeistertitel im Dameneinzel in den Jahren 1964 und 1965 sowie die Teilnahme Greppiner Spieler an den DDR-Meisterschaften 1969/1970. Zahlreiche Fotografien bereichern das Archivale und sind jeweils mit Namen, Orten oder kurzen Beschreibungen der dargestellten Aktivitäten versehen.

Mit den Jahren wuchs die Erfolgsbilanz weiter an. So errangen drei Schülerinnen bei den DDR-Meisterschaften 1974/1975 einen 6. Platz im Einzel sowie einen 3. Platz im Doppel. 1976 gelang der Mannschaft der Allgemeinen Klasse der Aufstieg von der Bezirksklasse Nord in die Bezirksliga. Auch in den folgenden Jahren konnten die Greppiner Badmintonspieler sowohl auf regionaler als auch auf nationaler Ebene beachtliche Erfolge erzielen. Anlässlich des 30-jährigen Vereins-Jubiläums im Jahr 1988 wurde vom 11. – 16. Januar eine Sportwoche veranstaltet, die Eltern, Ehemalige und weitere Interessierte einlud, den traditionsreichen Sport näher kennenzulernen. Neben einem Turnier mit ehemaligen Spielern fanden weitere Veranstaltungen statt, deren besondere Momente in eindrucksvollen Fotografien festgehalten wurden.

Im Jahr der deutschen Wiedervereinigung setzte die Seniorenmannschaft der Greppiner Badminton-Abteilung mit dem Aufstieg in die DDR-Liga einen weiteren Meilenstein in der inzwischen 32-jährigen Vereinsgeschichte. Auch die übrigen Altersklassen knüpften an ihre Erfolge an, darunter der Gewinn des Bezirkspokals im Jahr 1990. Trotz weiterer sportlicher Höhepunkte blieben Veränderungen nicht aus: Die Auflösung der Seniorenmannschaft im Jahr 2004 markierte einen Einschnitt. Doch statt sich entmutigen zu lassen, setzte der Verein verstärkt auf Nachwuchsarbeit – eine Entscheidung, die sich schnell auszahlte: Bereits 2005 stellten sich erste regionale Erfolge ein. Jahr für Jahr entwickelten sich die jungen Sportler zu erfolgreichen Leistungsträgern. Ob bei Kreis-, Regional- oder Landeswettbewerben, stets fanden sich die Greppiner auf dem Siegertreppchen wieder.

Wer gern tiefer in die Geschichte des Federballsports in Greppin eintauchen möchte, dem sei eine Einsicht in dieses Archivale empfohlen.

Stadtarchiv