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Bitterfeld-Wolfener Amtsblatt
Ausgabe 13/2026
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Schichtwechsel schafft neue Perspektiven

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer an der Schichtwechsel-Aktion erlangten neue Perspektiven für mehr Teilhabe.

 

  

Bereits zum 4. Mal fand am 24. September das Projekt „Schichtwechsel“ gemeinsam mit der Stadt Bitterfeld-Wolfen und der Diakonie statt. Für einen Tag wechselten Beschäftigte der Stadtverwaltung und Mitarbeitende aus den Werkstätten der Diakonie ihre Arbeitsplätze und erhielten so die Möglichkeit, ganz unmittelbar die Arbeitswelt der jeweils anderen Seite kennenzulernen. Auch die Evangelische Grundschule nahm als Einrichtung am „Schichtwechsel“ teil. Der Örtliche Teilhabemanager, Olaf Diener, organisierte den städtischen Part.

Die Mitarbeitenden der Stadtverwaltung und aus dem Kita-Bereich verbrachten ihren Arbeitstag in verschiedenen Bereichen der Werkstätten der Diakonie. Gleichzeitig wechselten Mitarbeitende aus den Werkstätten in die Stadtverwaltung sowie in die beteiligten Einrichtungen und lernten dort unterschiedliche Tätigkeiten und Arbeitsabläufe kennen.

Die entsandten Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Diakonie erhielten erste Einblicke in den Arbeitsalltag der Stadtverwaltung: Renate Fritz war beim Sprechtag in der Meldestelle vor Ort, Oliver Lindner wurden die Abläufe der hausinternen Druckerei im Wolfener Rathaus vorgestellt, Adrian Lischkeit war im Jahnstadion Wolfen eingesetzt und Doreen Krebs sowie Heiko Lawrenz lernten die Kita Fuhnewichtel kennen. 

Damit der Einstieg in die ungewohnte Arbeitsumgebung gut gelang, erhielt jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer vor Ort einen persönlichen Paten. Dieser begleitete sie durch den Tag, erklärte die jeweiligen Aufgaben und stand bei Fragen zur Seite. So konnten die Teilnehmenden nicht nur zuschauen, sondern selbst aktiv werden und die neuen Tätigkeiten praktisch kennenlernen. Emma Schelhas aus der Fahrradwerkstatt des Diakonievereins in Wolfen und Sandra Hecht, Erzieherin an der Evangelischen Grundschule, tauschten ihre Arbeitsorte: Sandra Hecht wechselte in die Werkstatt, Emma Schelhas in das Schulsekretariat. 

Karin Remmling, Schulassistentin an der Evangelischen Grundschule, war für einen Tag lang Patin der Schichtwechslerin Emma und berichtete: „Es war schön zu erleben, wie schnell sich Emma bei uns wohlgefühlt hat. Sie unterstützte mich tatkräftig im Sekretariat, lernte die vielfältigen Aufgaben kennen und konnte auch in unseren Unterricht hineinschnuppern. Besonders spannend fand sie unser Konzept als freie Schule und stellte viele interessierte Fragen. Für mich war dieser Tag nicht nur eine Unterstützung im Arbeitsalltag, sondern vor allem eine persönliche und sehr bereichernde Begegnung. Emma hat ihre Geschichte mit uns geteilt und uns einen kleinen Einblick in ihren Alltag gegeben.

Genau solche Begegnungen sind wertvoll: Kinder erleben ganz selbstverständlich, dass Menschen unterschiedlich sind und trotzdem  dazugehören. So können Berührungsängste und Vorurteile früh abgebaut werden.“

Erzieherin Sandra Hecht wiederum kam beeindruckt aus der Werkstatt zurück: Besonders bewegt haben sie die Freundlichkeit, die Gemeinschaft und die Selbstverständlichkeit, mit der dort jeder seinen Alltag meistert. „Der ‚Schichtwechsel‘ zeigt, wie wertvoll es ist, einander kennenzulernen, Perspektiven zu wechseln und Vorurteile durch echte Begegnungen abzubauen. Eine Erfahrung, die wir jedem Unternehmen und jeder Einrichtung nur ans Herz legen können“, sagt Karin Remmling aus eigener Erfahrung.

In der gemeinsamen Auswertungsrunde am Ende des Tages zeigte sich erneut, wie wertvoll dieser unmittelbare Perspektivwechsel ist. Besonders die Vielfalt der Tätigkeiten in den Werkstätten sorgte bei den Gästen für Erstaunen und Anerkennung. Viele Aufgaben erfordern ein hohes Maß an Genauigkeit und Verantwortungsbewusstsein. Beeindruckt zeigten sich die Teilnehmenden zudem von der Motivation und dem Engagement, mit denen die Mitarbeitenden der Werkstätten ihrer täglichen Arbeit nachgehen.

Neben Neugier und viel Freude am gemeinsamen Arbeiten entstand dabei auch Respekt für die Aufgaben und Herausforderungen der jeweils anderen Arbeitswelt.

Der „Schichtwechsel“ hat damit erneut gezeigt, worum es bei dem Projekt geht: miteinander statt übereinander zu sprechen, Berührungsängste abzubauen und durch eigenes Erleben Verständnis und Wertschätzung füreinander zu schaffen.

Am Ende des Tages nahmen alle Beteiligten viele neue Eindrücke, Erfahrungen und Begegnungen mit – und vor allem einen neuen Blick auf die Arbeit des jeweils anderen.

Sachbereich Jugend/Sport/Soziales und Diakonieverein e. V. Bitterfeld-Wolfen-Gräfenhainichen