Im Rathaus Holzweißig berichtete Gemeindeschwester Bärbel aus ihrer aktiven Zeit in der Ortschaft und der damaligen medizinischen Versorgung auf dem Dorf. Ortsbürgermeister Hans-Jürgen Präßler nutzte die Chance und ließ sich von der Fachfrau „untersuchen“ – ganz wie früher.
Gekleidet in Schwesterntracht und unterwegs mit ihrer Simson „Schwalbe“ – so erinnern sich viele Holzweißigerinnen und Holzweißiger an Barbara Schultz, die das Bild der Gemeindeschwester über viele Jahre prägte. Zum Tag der Industriekultur stand sie, ausgestattet mit ihrem originalen Blutdruckmessgerät und Stethoskop sowie Verbandsmaterial und Scheren, für Zeitzeugengespräche zur Verfügung. Viele Gäste nutzten die Gelegenheit, sich von Barbara Schultz auf eine Reise in die Zeit vor rund 40 Jahren mitnehmen zu lassen.
Ab 1984 übernahm „Schwester Bärbel“ die Aufgabe der ambulanten Versorgung in Holzweißig. Ihr Tätigkeitsfeld war vielfältig: Neben Hausbesuchen, Wundversorgung und Blutdruckkontrollen gehörten auch Impfungen, Babypflege, Hygienekontrollen und Kindergartenuntersuchungen zum Alltag einer Gemeindeschwester. Dabei beschränkte sich ihre Arbeit nicht auf die reine medizinische Versorgung. Oft standen Gespräche, ein offenes Ohr für Sorgen und Nöte, praktische Alltagshilfen und die Unterstützung älterer oder alleinlebender Menschen im Mittelpunkt.
So wurde Schwester Bärbel für viele Einwohnerinnen und Einwohner zu einer festen Größe im Dorfleben – als verlässliche Ansprechpartnerin in Gesundheitsfragen und zugleich als wichtige soziale Bezugsperson im Alltag.