Auf Wunsch des Badrina-Scholitzer-Heimatvereins erzählte Volker Tiefensee zum Spindenachmittag im Juni 2026 den Seniorinnen und Senioren aus seinem Leben.
In diesem Jahr wird er 70 Jahre alt, davon war er 34 Jahre Bürgermeister von Badrina und später Schönwölkau. Es gibt in den Dörfern kaum jemanden, der ihn nicht kennt. Er hat für unsere Region Schönwölkau als Bürgermeister sehr viel getan.
Volker Tiefensee wuchs mit drei Geschwistern in Leipzig auf.
Er erlernte den Beruf eines Melkers und zog 1984 im LKW S 4000 nach Badrina um. Hier arbeitete er in der Milchviehanlage der LPG „Ernst-Thälmann“.
Krankheitsbedingt musste er zur Wendezeit seine Arbeit aufgeben.
Wie es der Zufall wollte, wurde er von einem Badrinaer Bürger angesprochen, ob er Bürgermeister werden wolle. Nachdem die Demokratische Bauernpartei Deutschlands (DBD) ihre Zustimmung gab und die CDU im Wahlkampf für das Bürgermeisteramt unterstützte, wurde er mit sehr vielen Stimmen in den Gemeinderat gewählt. Dieser wählte ihn zum Bürgermeister.
Am 1. Juni 1990 übernahm er die bürgermeisterlichen Amtsgeschäfte.
Um sich für die neuen Aufgaben fit zu machen, besuchte er sehr oft an den Samstagen diverse Lehrgänge. Seine erste Amtshandlung war, gemeinsam mit seiner Sekretärin Frau Faust, der Einbau von neuen Fenstern im Kindergarten.
Nach und nach kamen die ersten Fördermittel an, allerdings sehr spärlich.
1991 schrieb Volker einen Brief an Herrn Spranger, deren Vorfahren früher in Badrina lebten.
Herr Spranger saß damals am Kabinettstisch der Bundesregierung: „Wir wollen gern planen und bauen, aber die Fördermittel kommen nicht in unserer Gemeinde an. Wir bitten um Unterstützung“.
Es wurde besser; 2,2 Mio DM gingen auf dem Gemeindekonto ein. Mit dem Ingenieurbüro Klemm & Hensen GmbH und u.a. mit der Eilenburger Firma Straßen und Tiefbau wurden sehr viele Straßen im Umfeld neu gebaut.
Einmal verlangte das Regierungspräsidium Leipzig eine Vollständigkeitserklärung für eingereichte Antragsunterlagen. Volker erledigte das sofort, tippte die Erklärung auf seiner Schreibmaschine im Trabi; der Zuwendungsbescheid kam daraufhin kurzfristig.
Mit ABM-Kräften wurden u.a. ein Jagdregister und ein Baumregister erstellt.
Mit ABM-Vergaben wurde „viel und lustig gebaut“ erzählte Volker in der Seniorenrunde, u.a. der Platz vor der Parkbühne, der Saal wurde neu geputzt und die Außenanlagen um den Saal neu gepflastert.
1995 wurden die Straßennamen der umliegenden Gemeinden darauf geprüft, diese bei einem Gemeindeverbund nicht doppelt zu haben. Deshalb musste die ehemalige Gartenstraße in Badrina in die Weinbergstraße umbenannt werden. Warum gibt es in Badrina keine Hauptstraße? Es war damals geplant Krippehna auch einzugemeinden. Krippehna besaß schon eine Hauptstraße. Die Ernst-Thälmann-Straße in Badrina sollte nicht geändert werden und in Erinnerung an die LPG „Ernst-Thälmann“ bleiben.
Lieber Volker, der Badrina-Scholitzer-Heimatverein bedankt sich für die vielen Episoden aus deinem Leben und für den unterhaltsamen Nachmittag. Wir wünschen dir alles alles Gute und beste Gesundheit.