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Amtsblatt der Stadt Oranienbaum-Wörlitz mit den Ortschaften
Ausgabe 6/2026
Lokaler Teil
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Ehrenamt Weggefährtin

Mein Name ist Petra Hille und ich lebe seit 14 Jahren mit meiner Familie in Oranienbaum. Ich habe mich immer wieder ehrenamtlich engagiert, als Elternvertreterin im Kindergarten und in der Schule, hatte aber schon längere Zeit den Wunsch mich für ältere Menschen in unserer Gemeinde einzusetzen. Denn ältere und kranke Menschen werden bei ehrenamtlichen Tätigkeiten häufiger übersehen. Der Umgang mit Krankheit, Vergänglichkeit und damit auch der eigenen Sterblichkeit ist nicht leicht und fällt vielen Menschen sehr schwer. Umso wichtiger ist es mir, hier bewusst einen Beitrag zu leisten und Begegnungen zu schaffen, die zeigen, dass jede Lebensphase und selbst Krankheit auch ihre schönen Momente hat.

Da kam der Flyer „Werde WegGefährt:in“ des Netzwerkes Demenzfreundliche Gemeinde Oranienbaum wie gerufen. Vorher hatte ich noch keinen Kontakt zu Menschen mit Demenz und war entsprechend aufgeregt, wie es sein wird und ob es mir persönlich liegt. Aber in den ersten Gesprächen mit Maria Kreisch und Kathi Max wurden all meine Fragen beantwortet und ich spürte das persönliche Engagement und den Willen und Wunsch etwas für die Menschen in unserer Gemeinde auf die Beine zu stellen und Begegnungen zu ermöglichen. Alle möglichen Vorbehalte konnten besprochen und aufgelöst werden. So konnte ich offen auf die Menschen im Haus „Pflege & Wohnen Henriette“ der Johannesstift Diakonie zugehen.

Schon die ersten Begegnungen waren fröhlich und herzlich. Waren die BewohnerInnen am Anfang noch zurückhaltend und eher in sich gekehrt, entstand von Begegnung zu Begegnung eine Vertrautheit und Freude auf die Zeit miteinander, die mich begeistert. Wir musizieren zusammen, erleben den eigenen Körper durch Bewegungsspiele, regen den Geist an mit Quizfragen, Domino spielen oder auch einfach Gesprächen, während wir Bilder ausmalen oder Steine für den Balkon bemalen. In der Begleitung kann ich meine kreative Seite ausleben. Ich habe zum Beispiel mein Gitarrenspiel wieder aktiviert und erlebe, wie Musik Brücken baut und Erinnerungen weckt. Es ist erstaunlich, wenn die BewohnerInnen alle Strophen auswendig mitsingen und ich mit ihrer Hilfe Volkslieder neu erlernen kann. Mir gibt dieses Ehrenamt unglaublich viel zurück: Freude, Dankbarkeit, Demut, gute Gespräche und berührende Lebensgeschichten. Ich lerne dabei ständig dazu – und nicht nur Volkslieder, sondern auch viel über das Leben selbst. Für mich ist dieses Ehrenamt daher nicht nur eine Aufgabe, sondern eine sehr persönliche und sinnstiftende Erfahrung, die ich nicht mehr missen möchte.