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Mitteilungsblatt Stadt Zahna-Elster mit den Ortschaften
Ausgabe 6/2020
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Sehr geehrte Bürgerinnen und Bürger,

der Alltag nach den Ferien hat uns wieder eingeholt. Viele Bürgerinnen und Bürger haben in diesem Sommer ihren Urlaub einmal ganz anders verbracht als in den vergangenen Jahren. Anstatt in die weite Ferne zu reisen, blieb man in Deutschland oder sogar ganz zu Hause. Die beiden überregionalen Radwege durch unsere Stadt waren auf jeden Fall stärker frequentiert als sonst, was sicherlich gut für die gastronomischen Einrichtungen und Herbergen nach den Totalausfällen im Frühjahr war. Der Campingplatz am Bootshaus in Elster (Elbe) hatte in diesem Sommer im Vergleich zu den Vorjahren deutlich mehr Gäste. Nicht so gut besucht war dagegen in dieser Saison unser Freibad in Zahna. Neben dem nicht immer guten Badewetter spielte hier Corona sicherlich auch eine Rolle.

Erfreulich ist, dass jetzt in unseren Kindereinrichtungen und Schulen der Regelbetrieb wieder aufgenommen werden konnte. Für unsere Kinder in den drei Grundschulen und der Sekundarschule in den ersten Tagen sicherlich erst einmal etwas ungewohnt mit den Schutzmasken außerhalb der Klassenräume. Aber wenigsten geht es wieder täglich zum Unterricht. Bleibt zu hoffen, dass die Urlaubszeit nicht noch größere Auswirkungen auf die Infektionszahlen in unser Region haben wird. Erste Fälle sind in den letzten Tagen leider wieder im Landkreis Wittenberg zu verzeichnen gewesen und einzelne Schüler mussten sich bereits wegen möglicher Kontakte in Quarantäne begeben. Die Einschulungsfeiern in den drei Grundschulen wurden in diesem Jahr bedingt durch die geltende Coronaverordnung in einem anderen Rahmen gestaltet als sonst. Dennoch war es für unsere Erstklässler sicherlich wieder ein großer Moment in ihrem Leben und ich wünsche allen eine erfolgreiche Schulzeit. Wie bereits im vergangenen Jahr haben alle Schüler der ersten Klasse ihre Lesefibel kostenfrei zur Verfügung gestellt bekommen. Ermöglicht haben das durch ihre Spenden ein Teil der Mitglieder der städtischen Gremien und Mitarbeiter der Stadtverwaltung sowie der städtischen Einrichtungen. Im Namen der Erstklässler möchte ich mich an dieser Stelle bei allen Spendern bedanken. Insgesamt wurden in unserer Stadt 67 Kinder eingeschult. In der Sekundarschule Elster besuchen 38 Schülerinnen und Schüler die beiden 5. Klassen.

Die Ferienzeit wurde genutzt, um in den Einrichtungen notwendige Grundreinigungen oder Sanierungsarbeiten durchzuführen. Etwas umfangreicher waren die Arbeiten in den Grundschulen in Zahna und Mühlanger. Dort wurde mit der brandschutztechnischen Ertüchtigung sowie Vorbereitung für die Digitalisierung des Unterrichts begonnen. In der Fröbelstraße in Zörnigall blickt man jetzt anstelle zum alten Kitagebäude in eine Baugrube. Das wird sich bald ändern. Bis zum Jahresende soll dort der Rohbau der neuen Kindereinrichtung fertiggestellt sein.

Entspannt und endlich einmal ohne größere Umleitungen kann man jetzt durch Zahna fahren. Hier laufen die Planungen und Vorbereitungen für den nächsten und letzten Abschnitt des Ausbaus der Landesstraßen, der im kommenden Frühjahr starten wird. Für das Wohngebiet „Dammweg“ in Elster (Elbe) sind jetzt die letzten Kaufverträge in Arbeit. Alle neun Grundstücke sind vergeben und der erste Rohbau dürfte bald fertiggestellt sein. Der Bebauungsplan „Wohnbebauung Dietrichsdorfer Straße“ in Mühlanger hat vom Ministerium für Landesentwicklung und Verkehr eine positive Zustimmung hinsichtlich der Vereinbarkeit mit den Erfordernissen der Raumordnung erhalten. Im nächsten Stadtrat sollen der Abwägungs- und der Satzungsbeschluss gefasst werden. Noch keine sichtbaren Aktivitäten gibt es im Wohngebiet „Neustraße“ in Zahna. Aufgrund neuer Erkenntnisse müssen hier noch einmal Änderungen im bestehenden Bebauungsplan vorgenommen werden. Es sollen dort jetzt ein Pflegeheim mit 120 Betten und zwei Wohnkomplexe mit jeweils 15 altersgerechten Wohneinheiten entstehen. Dafür fällt ein Teil der geplanten Reihenhäuser weg.

In dieser Woche trafen sich die neun Bürgermeister und der Landrat des Landkreises Wittenberg zu ihrer vierteljährlichen gemeinsamen Beratung im Rahmen des Runden Tisches Wittenberg - Demografie. Neben zahlreichen anderen aktuellen Themen wurde ein Positionspapier an das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur sowie an das Ministerium für Landesentwicklung und Verkehr des Landes Sachsen-Anhalt verabschiedet. Hier wurde noch einmal klar Stellung zum unbefriedigenden Arbeitsstand der Umgehungsstraßen im Zuge der B 187n im Landkreis Wittenberg bezogen. Neben den Ortsumfahrungen Coswig/Griebo und Wittenberg, wo die Planfeststellungsverfahren bereits seit über zehn Jahren laufen, soll nach ersten Voruntersuchungen demnächst mit der Planung für den Bereich Mühlanger/Jessen begonnen werden. Alle drei Abschnitte befinden sich im vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegplans 2030 und führen bei ihrer Realisierung zu einer spürbaren Verbesserung hinsichtlich der Lärm- und Schadstoffbelastung für die Anwohner. Außerdem würde die bessere Erreichbarkeit unserer Region die Attraktivität der Städte als Wohn- und Wirtschaftsstandort stärken.

Von entscheidender Bedeutung für eine hohe Lebensqualität der Ortschaften ist im digitalen Zeitalter eine sehr gute Breitbandversorgung. In den letzten Monaten haben viele Berufstätige die Möglichkeit des Homeoffice genutzt und selbst unsere Schulen haben auf digitalem Weg mit ihren Schüler kommuniziert. Dieser Trend wird sich in der Zukunft noch verstärken, unabhängig von irgendwelchen Pandemien. Die Firma Wittenberg-net ist mit ihren Arbeiten gut vorangekommen und wird in Kürze die nächsten Ortsnetze in Betrieb nehmen. In den kommenden Ortschaftsratssitzungen wird es dazu aktuelle Informationen geben bzw. werden in einigen Ortschaften spezielle Informationsveranstaltungen durchgeführt. Die einzelnen Termine können Sie unserer heutigen Ausgabe entnehmen.

Zum Abschluss meines heutigen Berichtes noch eine Anmerkung zu den Beiträgen für die Unterhaltungsverbände, wo vor allem über die Sinnhaftigkeit der teilweise kleinen Beträge diskutiert wird. Die Stadt ist gesetzlich dazu verpflichtet, diese Beiträge zu erheben und an die Unterhaltungsverbände weiterzuleiten. Ziehen wir die Beiträge nicht ein, müssen wir die Fehlbeträge aus dem Stadthaushalt finanzieren. Bei ca. 18.000 Grundstücken im Stadtgebiet Zahna-Elster kommt da auch bei geringen Beträgen eine ganze Menge „Kleingeld“ zusammen, was an anderer Stelle wieder fehlen würde. Eine aus meiner Sicht sinnvolle Erhebung dieser Beiträge über die Grundsteuer ist gesetzlich leider nicht möglich, würde aber vieles vereinfachen.

Ihr Bürgermeister
Peter Müller