Im November fuhren 17 Schülerinnen und Schüler der Klassen 7 bis 10 gemeinsam mit zwei Kolleginnen nach Estland. Früh am Morgen startete unsere Reise mit dem Busunternehmen Rausch, welches uns sicher 3400 km durch fünf Länder gefahren hat. Nach einer Zwischenübernachtung in Polen erreichten wir schließlich unser Ziel: eine kleine Stadt im ländlichen Estland.
Schon am Begrüßungsabend in unserer estnischen Partnerschule wurden wir herzlich empfangen. Doch was uns dort erwartete, hat uns ehrlich sprachlos gemacht. Die Schule ist ein Ort voller Möglichkeiten: eine eigene Bühne, ein Tanzsaal, ein moderner Fitnessraum, voll ausgestattete Labore, Technik- und Hauswirtschaftsräume – und sogar eine Sauna. Für alle Schülerinnen und Schüler gibt es kostenloses Mittagessen und Schulmaterialien.
Wir konnten kaum glauben, wie viel hier in die Bildung investiert wird. Im Unterricht durften wir an hochmodernen Computern mit Touchscreen eine eigene 3D-Animation erstellen – für uns in Deutschland undenkbar. Es war ein seltsames Gefühl: Einerseits haben wir uns für unsere estnischen Freunde gefreut, andererseits hat es uns traurig und nachdenklich gemacht, wie groß die Unterschiede zu unserem eigenen Schulalltag sind.
Wir wussten ehrlich gesagt nicht, wie wir unseren Schülern erklären sollen, warum solche Möglichkeiten bei uns fehlen. Diese Erfahrung hat uns tief bewegt und uns gezeigt, wie wichtig es ist, sich für bessere Bildungschancen einzusetzen. Ein weiteres Highlight war unser Tagesausflug nach Tallinn. Die Hauptstadt Estlands wirkte auf uns wie eine Stadt aus dem Märchen. Besonders schön: Die Führung übernahmen Schülerinnen und Schüler eines Deutschkurses einer Tallinner Schule – so konnten wir die Stadt aus der Sicht Gleichaltriger erleben.
Am Nachmittag besuchten wir eine Freizeitscheune, in der wir mit VR-Brillen spannende Abenteuer erleben konnten – ein echtes Erlebnis für alle!
Am Freitagmorgen traten wir die Rückreise an. Der Abschied fiel uns schwer, denn durch diesen Austausch sind tiefe Freundschaften entstanden. Wir haben viele Einblicke in das Leben in einem anderen europäischen Land gewonnen, Gemeinsamkeiten und Unterschiede entdeckt und freuen uns, dass der Kontakt über Social Media weiter bestehen bleibt.
Diese Erasmus+ Fahrt war für uns alle eine unvergessliche Erfahrung, die unseren Horizont erweitert und neue Freundschaften ermöglicht hat.