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Zörbiger Bote – Mitteilungsblatt der Stadt Zörbig mit den Ortsteilen
Ausgabe 3/2026
Mitteilungen der Stadt Zörbig
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Machbarkeitsstudie zur Reaktivierung der Strecke Bitterfeld - Stumsdorf

Am 19. Februar 2026 hat die Ministerin des Ministeriums für Infrastruktur und Digitales Sachsen-Anhalt, Lydia Hüskens, in Zörbig eine neue Perspektive für den Personennahverkehr in der Region präsentiert. Im Mittelpunkt stand die Machbarkeitsstudie zur Reaktivierung der Bahnstrecke zwischen Bitterfeld und Stumsdorf - im Volksmund als „Saftbahn“ bekannt.

Die Präsentation stieß auf großes Interesse. Unter reger Beteiligung von Vertretern benachbarter Städte, Stadträten, Ortsbürgermeistern sowie zahlreichen interessierten Bürgerinnen und Bürgern wurde die Studie vorgestellt. Auch die Presse war zahlreich vertreten. Die hohe Besucherzahl unterstrich die Bedeutung des Projekts für die gesamte Region.

Ministerin Hüskens betonte in ihrer Rede die verkehrspolitische und strukturelle Chance, die in der Reaktivierung der Strecke liege. Ziel sei es, die Region infrastrukturell zu stärken und neue Impulse für Wirtschaft, Pendlerverkehr und Klimaschutz zu setzen.

Ein zentrales Ergebnis der Studie: Zörbig könnte künftig an das S-Bahn-Netz angebunden werden. Damit würde die Stadt deutlich besser an die umliegenden Oberzentren angeschlossen und insbesondere für Berufspendler attraktiver. Die Reaktivierung der Strecke würde nicht nur die Mobilität erhöhen, sondern auch einen Beitrag zur Reduzierung des Individualverkehrs leisten.

Für die Elektrifizierung und umfassende Ertüchtigung der in die Jahre gekommenen Trasse sowie den Bau neuer Stationen werden Investitionen von knapp 130 Millionen Euro veranschlagt. Die Modernisierung umfasst unter anderem technische Anpassungen, Gleiserneuerungen sowie Maßnahmen zur Herstellung zeitgemäßer Sicherheitsstandards.

Allerdings steht die Umsetzung unter einem entscheidenden Vorbehalt: Der Großteil der Finanzierung müsste vom Bund getragen werden. Ohne entsprechende Fördermittel sei das Projekt für das Land und die Kommunen allein nicht zu stemmen, so die Ministerin.

Die Stadt Zörbig machte im Rahmen der Veranstaltung deutlich, dass sie das Vorhaben sorgfältig und engagiert mitbegleiten wird.

Vor allem die verkehrlichen Herausforderungen, die erwarteten Lärmbelästigungen, aber auch die Finanzierung (Streckeneigentümerin ist die Zörbiger Infrastrukturgesellschaft mbH als hundertprozentige Tochter der Stadt) sind wesentliche noch nicht beantwortete Voraussetzungen für eine Realisierung. Gleichzeitig soll der Prozess konstruktiv, transparent und im engen Austausch mit Bürgerinnen und Bürgern sowie den beteiligten Partnern gestaltet werden.

Mit dem Abschluss der vorgestellten Studie und deren Ergebnissen werden nun die nächsten Schritte zur Erstellung einer konkreten Umsetzungsstudie eingeleitet. Hierin werden dann die oben genannten Punkte von allen Seiten und durch mehrere Träger öffentlicher Belange beleuchtet. Erst, wenn die Wirtschaftlichkeit danach noch gegeben ist, könnte man in die Richtung einer Umsetzung weiterdenken.

Besonders ist hervorzuheben, die Strecke ist seit 2004 zwar nicht mehr für den Personenverkehr freigegeben, wurde aber vor allem durch die Verbio und die ZIG durch güterverkehrliche Nutzung „am Leben erhalten“. Dank dieser jahrzehntelangen Nutzung wurde die Strecke noch nicht entwidmet.

In der Studie ist als Umsetzungstermin für die Reaktivierung der Strecke für den Personenverkehr das Jahr 2035 genannt.

gez.
Tatjana Anton
Stab des Bürgermeisters