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Zörbiger Bote – Mitteilungsblatt der Stadt Zörbig mit den Ortsteilen
Ausgabe 4/2026
Zörbiger Bildungslandschaft
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Meinungsbild der Gemeinde-Elternvertreter zum geplanten Social-Media-Verbot

Wir als Gemeinde-Elternvertreter wurden kürzlich von der Mitteldeutschen Zeitung über unsere Meinung zum geplanten Social-Media-Verbot der Bundesregierung gefragt. Dazu sind wir auf folgende Fragen der Reporterin eingegangen:

1. Wie bewerten Sie als Eltern ein mögliches Social-Media-Verbot für Kinder unter 14 Jahren?

Wir halten hier die Medienschulung, Medienpädagogik und auch die Unterstützung der Eltern durch entsprechende Beratungs- und Aufklärungsangebote für wesentlich sinnvoller. Das Bewusstsein zum Umgang mit sozialen Medien muss einfach erstmal grundlegend geschaffen werden. Was bringt ein Verbot, wenn ein Kind/Jugendlicher 14 Jahre alt wird, und dann total unvorbereitet auf Soziale Medien losgelassen wird? Das löst das generelle Problem mit dem Umgang und das Bewusstsein für soziale Medien nicht.

2. Welche Herausforderungen sehen Sie für Eltern bei der Umsetzung oder Begleitung entsprechender Regelungen?

Eltern und auch Kinder/Jugendliche müssen gleichermaßen geschult und unterstützt werden. Gemeinsam sollte dem Thema Soziale Medien begegnet werden. Wir haben beide unterschiedliche Berufe und sehen tagtäglich, wie leichtfertig Soziale Medien genutzt werden, wie schnell Inhalte ohne darüber nachzudenken publiziert und geteilt werden. Hier braucht es einfach überall mehr Achtsamkeit, um auch persönliche Daten zu schützen. Die Gefahr wird meist heruntergespielt und bereits den kleinsten ständigen Zugang zu sämtlichen Medien gewährt. Würde bei einigen Eltern ein solches Verbot ausgesprochen werden, würden sicher Wege gefunden werden, dieses zu umgehen. Es gibt schon genug Beschränkungen auf mobilen Endgeräten, diese können mit wenigen Handgriffen so konfiguriert werden, dass diese zum Teil auch gefahrlos von Kindern genutzt werden könnten. Doch hier bedarf es einfach Beratungen, Schulungen und einem bewussten Umgang mit dem Thema und kein Verbot.

3. Fühlen sich Eltern ausreichend informiert und unterstützt, um ihre Kinder im digitalen Raum zu begleiten?

Leider nein, das hat auch die im letzten Jahr stattgefundene Veranstaltung zur Medienkompetenz in der Turnhalle der Schule in Zörbig gezeigt. Dort gab es großes Interesse an der offenen Beratung bzw. Schulung. Solche Veranstaltungen oder Beratungsstellen müsste es regional einfach viel mehr geben. Eine schöne Idee wäre es, regelmäßige Beratungsangebote, gern auch über ein nicht stationäres Beratungsmobil (Vor-Ort-Service) zu haben. Es müsste auch generell aufgezeigt werden, was der unbedachte Umgang mit Medien und die unkontrollierte Nutzung sozialer Medien für Groß und Klein für Folgen haben kann.

Ein Verbot ist eine kostengünstige Alternative für die Regierung. Wir hoffen aber, dass die Politik hier nicht einfach blind Entscheidungen trifft, sondern auch mit Bedacht an das Thema herangeht und auch die Beratungsgremien der Regierung zum selben Fazit kommen, sonst werden wir leider in 5 Jahren das Thema erneut besprechen müssen.

Die Gemeinde-Elternvertreter der Stadt Zörbig
Annika Busse und Marcel Städter