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Zörbiger Bote – Mitteilungsblatt der Stadt Zörbig mit den Ortsteilen
Ausgabe 7/2026
Interessantes und Berichtenswertes
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VCD Kreisgruppe Anhalt-Bitterfeld

Der S-Bahn Triebwagen am ehemaligen Haltepunkt Grube Antonie.

Das Projektteam debattierte im Bahnhof Zörbig, über den Standort des neuen Haltepunktes.

Zörbig, 19.06.2026

Arbeitsbesuch und Premierenfahrt auf der Saftbahn

Erstmalig fährt S-Bahn Triebwagen auf der Trasse – Reaktivierungsprojekt nimmt weiter Fahrt auf

Nachdem sie im Februar die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie zur Reaktivierung der Strecke Bitterfeld – Zörbig – Stumsdorf vorgestellt hat, hat sich die Ministerin für Infrastruktur und Digitales, Dr. Lydia Hüskens und Staatssekretär Haller, am 18. Juni 2026 vor Ort einen Eindruck vom gegenwärtigen Zustand der „Saftbahn“-Strecke verschafft. Sie nahmen dafür an einer Streckenbefahrung des Projektteams teil.

„Für die Umsetzung der Reaktivierung müssen alle Projektpartner an einem Strang ziehen. Umso erfreulicher ist es, dass so viele von ihnen heute an dem Termin teilnehmen und sich aktiv an den Vorbereitungen beteiligen“, sagte Ministerin Hüskens in Bitterfeld. „Es ist wichtig, dass wir zügig anfangen, bei den anstehenden Planungsschritten keine Zeit verlieren und fokussiert mit möglichst wenigen Varianten weiterarbeiten“, hob sie hervor. Ziel der Befahrung sei es gewesen, direkt vor Ort frühzeitig mögliche Ausschlusskriterien oder Vorzugsstandorte für Haltepunkte zu erkennen.

„Die Reaktivierung von Bahnstrecken ist eine Möglichkeit, um Kapazitätsengpässe zu beseitigen, die Zuverlässigkeit des Schienenverkehrs zu erhöhen und zentrale Verbindungen zu beschleunigen. In Sachsen-Anhalt setzen wir dabei vorrangig auf das bestehende, bereits sehr dichte Streckennetz. Voraussetzung ist stets ein nachgewiesener verkehrlicher und volkswirtschaftlicher Nutzen. Dann kann die Finanzierung überwiegend über Bundesmittel gestemmt werden“, ergänzte Lydia Hüskens. Das Land trage aber die Hauptverantwortung für die Finanzierung der Planungskosten.

Die von der NASA GmbH in Auftrag gegebene Studie zur Machbarkeit einer Reaktivierung der Strecke Bitterfeld – Stumsdorf ist zu dem Ergebnis gekommen, dass die Umsetzung langfristig möglich ist, wenn die weiteren Planungen keine erheblichen Mehrkosten ergeben. Rund 31.000 Menschen könnten damit an das Mitteldeutsche S-Bahn-Netz angebunden werden. Die Gutachter schätzen die Kosten nach heutigem Stand auf 130 Millionen Euro, 90 Prozent davon könnten durch das Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz gefördert werden.

Für die VCD Kreisgruppe Anhalt-Bitterfeld steht fest: „Die Wiederbelebung der Saftbahn ist kein Schubladen-Projekt mehr. Wir freuen uns, dass das Land und die Nasa GmbH so engagiert und zielstrebig das für die Region so wichtige Mobilitäts- und Verkehrsprojekt voranbringen. Wir hoffen sehr, dass es zielstrebig weitergeht“, betont VCD Kreisgruppen Sprecher Oliver Behre.

Der Triebwagen der in passender S-Bahn Aufmachung daherkam, sorgte auf den Fahrten zwischen Bitterfeld und Zörbig für Aufsehen. Vom derzeitigen Streckenende nahe des Zörbiger Friedhofes, erreichten die Projektpartner fußläuferisch den Bahnhof von Zörbig. Mit Unterstützung des dortigen Grundstückseigentümers wurde der einstige Bahnsteig für die Begehung freigelegt und bildete die Gesprächsgrundlage für den neuen Bahnhaltepunkt. Nach Vorschlag des VCD wäre eine Neupositionierung des Bahnsteigs in Richtung der ehemaligen Ladestraße (Radegaster Straße) am vorteilhaftesten. „So schaffen wir zusätzlich Fahrgastpotential, steigern die Attraktivität und erhalten eine optimale Möglichkeit die Schnittstelle mit einem kombinierten Bahn-/Busbahnsteig herzustellen“, so Behre weiter. Bei der Vor-Ort Besichtigung ging es neben den innerstädtischen Bahnübergängen, auch um die Wiederanbindung des Zörbiger Getreidelagers in der Feuerwehrstraße. Hier steht der VCD mit dem örtlichen Agrarhändler in Kontakt. Mit großem Interesse an einer Transportverlagerung auf die Schiene konnte dem Unternehmen kurz- und langfristige Anbindungsmöglichkeiten aufgezeigt werden. Vor dem Hintergrund des schlechten Zustandes der Feuerwehrstraße und des geplanten grundhaften Ausbaus der Ortsdurchfahrt, besteht Gesprächs- und Handlungsbedarf das Gleis wieder befahrbar zu machen.

Oliver Behre
VCD Kreisgruppe Anhalt-Bitterfeld