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Amtskurier des Amtes Treptower Tollensewinkel
Ausgabe 4/2026
Gesichter der Stadt
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Tobias Loewié: Genuss mit Handschrift

 

Manche Leidenschaften beginnen ganz leise. Bei Tobi begann sie mit einem Kochlöffel. Schon als kleiner Junge stand er gerne in der Küche, probierte aus, rührte, schmeckte ab und entdeckte dabei seine Begeisterung fürs Kochen.

Mit seinem Zeugnis aus der 9. Klasse fasste er einen klaren Entschluss: Er wollte Koch werden. Über 30 Bewerbungen schrieb er an verschiedene Küchen, immer mit dem gleichen Ziel vor Augen: eine Ausbildung in einem guten Haus. Eine seiner letzten Bewerbungen schickte er an das renommierte Hotel Neptun in Warnemünde. Und tatsächlich: Tobi wurde zum Vorstellungsgespräch eingeladen. Vor Ort konnte er überzeugen, nur seine Mathenote sollte er noch verbessern. Für ihn kein Hindernis, sondern im Gegenteil: zusätzlicher Ansporn. Die Chance, in einem bekannten Haus und zugleich ein Stück entfernt von Zuhause zu lernen, reizte ihn.

2010 begann schließlich seine Ausbildung zum Koch im Hotel Neptun. Rückblickend beschreibt Tobi diese Zeit als prägend, mit vielen Aha-Momenten, neuen Eindrücke und wertvollen Erfahrungen. Er lernte den Umgang mit hochwertigen, regionalen Zutaten, arbeitete bei großen Veranstaltungen mit und begegnete in der Küche auch besonderen Produkten wie Hummer oder Austern. All das formte seinen Blick auf Genuss und Qualität.

Rund 15 Jahre lebte Tobi anschließend in Rostock. Neben dem Neptun arbeitete er in weiteren Küchen, sammelte Erfahrungen und lernte schließlich auch seinen heutigen Ehemann kennen. Doch irgendwann wurde beiden klar: Ihr Zuhause sollte nicht dauerhaft an der Küste liegen. So schön Rostock auch ist, als Bewohner erlebt man die Küste anders als durch die Urlaubsbrille. Der Alltag passte irgendwann nicht mehr zu dem Leben, das sie sich gemeinsam wünschten. Ihr Wunsch: ein Zuhause, das klein, gemütlich und vertraut ist.

Also wurden Kisten gepackt und der Weg führte zurück in unser kleines Altentreptow.

2023 eröffnete Tobi mit seiner Mutter Andrea Pollow zunächst ein kleines Bistro und servierte frische Suppen, Salate und weitere leichte Gerichte. Doch das Konzept setzte sich leider nicht dauerhaft durch und nach knapp einem Jahr musste er das Bistro wieder schließen. Es folgten Stationen als Koch im Hotel am Markt und später als Chefkoch in der Orangerie in Neustrelitz. Für Tobi waren all diese Etappen vor allem eines: wertvolle Erfahrungen. Schritt für Schritt wuchs in ihm der Wunsch, seinen eigenen Weg zu gehen.

Auch das Weingeschäft „In Vino veritas" seiner Mutter spielte dabei eine Rolle. Schon früher hatte er dort immer wieder mit angepackt: Kisten auspacken, Regale einräumen oder im Verkauf unterstützen. Die Welt guter Produkte und des Genusses war ihm also längst vertraut.

Am 1. September 2025 wurde aus dieser Idee schließlich Wirklichkeit: Tobi übernahm das „In Vino veritas" und nannte es in „Tobi’s Genuss & Events" um. Ein Laden entstand, der mit viel Herzblut und Liebe zum Detail geführt wird. Hier findet man keine Standardware, sondern Feinkost und besondere Spezialitäten – von deutschen Winzerweinen über Whiskey bis hin zu ausgewählten Gewürzen und saisonaler Dekoration. Doch das Besondere ist nicht nur das Sortiment. Spätestens an der Kasse gibt es oft noch eine ehrliche Empfehlung, eine Idee zur Verwendung oder sogar ein kleines Rezept. Denn Tobi ist wichtig, dass Genuss nicht nur gekauft, sondern wirklich erlebt wird.

Und wer ihn nicht im Laden antrifft, begegnet ihm vielleicht an anderer Stelle: beim Catering, bei einem Live-Cooking-Event, beim Kochen in privater Runde oder beim Mixen von Cocktails auf Veranstaltungen. Tobi ist ein Mensch mit vielen Facetten. Jemand, der seine Erfahrung nutzt, Neues ausprobiert und seine Leidenschaft mit anderen teilt.

So ist aus einem Jungen mit Kochlöffel ein echter Genussbotschafter geworden. Einer, der zeigt, dass gute Zutaten, Mut zum eigenen Weg und eine große Portion Leidenschaft manchmal genau die richtige Mischung sind.

Alter: 32 Jahre

Wohnhaft in: Reutershof

Mein Herz schlägt für Altentreptow, weil…

… sie eine wunderschöne kleine Stadt mit vielen kleinen Gassen und versteckten Ecken ist, die ihren ganz eigenen Charme haben.

Engagement lohnt sich, weil…

… kleine Städte vom Engagement ihre Bewohner leben. Als sachkundiger Einwohner und Prüfer bei der IHK erlebe ich immer wieder, wie wichtig Zusammenhalt ist, damit unsere Kleinstadt ihren besonderen Charme und das Gefühl von Zuhause bewahren kann.

3 Dinge, die man in Altentreptow gesehen haben muss:

1)

Unser Lädchen am Markt 6

2)

Der Große Stein

3)

Die Tollense – Platte (hinter der Shell-Tankstelle)

Eine Baustelle, um die man sich kümmern muss

Der Bahnhof sollte endlich in unseren Besitz übergehen und zu einem Ort für alle werden. Dort steckt viel Potenzial, zum Beispiel für ein Café, einen Jugendclub oder andere Treffpunkte für Jung und Alt.

Meine Bitte an die Menschen der Stadt:

Kauft regional und unterstützt die kleinen Läden vor Ort, denn sie machen unser Altentreptow lebendig.

Leonie Gehlen
SB Öffentlichkeitsarbeit