Die vielseitige Geschichte einer vielseitigen Stadt zeigt sich am Beispiel des ehemaligen Wehrmachtgefängnis Anklam. Dieses wurde nicht nur als Getreidelager durch die Agrarwirtschaft, sondern auch als Materiallager für den Anklamer Waagenbau genutzt.
Ursprünglich als Haftanstalt für Angehörige der Wehrmacht von 1939-1940 erbaut, waren hier bis 1945 Hunderte inhaftiert, viele von ihnen wurden Hingerichtet. Nach dem Krieg wurde das Gebäude für die DDR Wirtschaft genutzt und in einem Teil als Gedenkstätte erhalten. Einige Anklamer Zeitzeugen erinnern sich immer wieder daran, wie sie als Kinder das geheimnisvolle Gebäude untersuchten oder sich dieses über die Zeit baulich veränderte. Heute ist das Wehrmachtgefängnis eines der letzten seiner Art und das in verschiedener Hinsicht. Nicht nur weil es eines der letzten erhaltenen Gebäude ist, das ein Stück Anklamer Industriegeschichte erzählt, sondern auch, weil es das letzte öffentlich zugängliche Wehrmachtgefängnis weltweit ist. Ab März diesen Jahres können Besucher wieder in die Geschichte Anklams und des Wehrmachtgefängnisses eintauchen und mehr erfahren über diesen Schwerpunkt der regionalen Geschichte. Vom 28.03. 2024 werden bis Ende Oktober an jedem letzten Donnerstag im Monat Führungen angeboten. Zusätzlich ist eine Reihe von Sonderveranstaltungen in Zusammenarbeit mit der Friedensstiftung Otto Lilienthal, dem Demokratieladen Anklam, der Universität Greifswald und weiteren Partnern geplant. Die Führungen beginnen stets ab 17 Uhr und kosten 4,50€ pro Person. Karten können entweder an der Abendkasse im ehemaligen Wehrmachtgefängnis oder während der Öffnungszeiten im Steintormuseum erworben werden.