Auf dem Weg zu einem vollwertigen „Makerspace“ reiht sich nun auch ein Kombigerät aus Lasercutter und Schneidplotter (Mitte) zu den bereits vorhandenen 3D-Scan- (links) und 3D-Druckverfahren (rechts) in die technische Ausstattung des Museums ein.
Neue Online-Lernplattform des Lilienthal-Museums zum Thema Bionik
Die bahnbrechenden Pionierleistungen der Brüder Otto und Gustav Lilienthal auf dem Gebiet des Menschenflugs lassen sich aus heutiger Perspektive in zwei Kategorien einteilen: 1. die Aerodynamik starrer Tragflächen und 2. deren bionische Herleitung nach Vorbild des Vogelflügels.
Es ist dem Lilienthal-Museum in Anklam daher ein großes Anliegen beide Aspekte in seiner technischen Bildung vor allem einem jungen Publikum näherzubringen.
Auf dem Gebiet der Aerodynamik stehen für eine nachhaltige Vermittlung der physikalischen Eigenschaften von strömender Luft („Wind“) seit 2024/25 moderne Prüfstände zur Verfügung, um im Museum als außerschulischen Lernort den Kräften Auftrieb und Widerstand als Grundlage für ein Fliegen „schwerer als Luft“ auf die Spur zu kommen. Die praxisnahen Kurseinheiten finden sowohl an einem mobilen Rundlaufversuch (Förderung: Firma FESTO) statt, der die Messprinzipien der historischen Experimente der Brüder Otto und Gustav Lilienthal verdeutlicht, als auch an einem eigens für diese Zwecke konzipierten Schülerwindkanal (Förderung: AVIAT-Stiftung), der heutige, teils automatisierte Messverfahren und -techniken in den Fokus nimmt.
Für das zweite große Wirkungsfeld der Lilienthals entsteht gerade mit Hilfe der Kulturförderung des Landes Mecklenburg-Vorpommern und des Landkreises Vorpommern-Greifswald unter dem Projekttitel „Bionic Learning - Von der Natur zur Technik“ eine digitale Lernumgebung zur Bionik (Kunstwort aus Biologie und Technik), die in Kürze über die Museumshomepage www.lilienthal-museum.de öffentlich zugänglich sein wird. Auf dieser Plattform finden sich miteinander kombinierbare Lerneinheiten, sogenannte Module, die Schülerschaft und Lehrkräften jeweils in einem zeitlichen Umfang von ca. 1 Doppel-Schulstunde (90 min) die Bionik als Methode zur Übertragung biologischer Vorbilder auf technische Produkte und Prozesse näher bringen sollen.
Über eine Menüleiste lassen sich innerhalb der Lernumgebung sowohl Theorie- als auch Praxis-Module anwählen. Erstere setzen sich aus einzelnen Lern-Sphären, d.h. 360°-Panorama-Aufnahmen aus dem Naturpark Flusslandschaft Peenetal zusammen, die mit interaktiven Elementen (Text-, Audio- und Video-Dateien) bestückt, helfen sollen die Grundlagen zu verstehen sowie angeeignetes Basiswissen über eine eingebaute Quiz-Funktion selbst zu überprüfen. Die Praxisvermittlung erfolgt vorwiegend mittels Bau- und Arbeitsanleitungen für Selbstversuche mit experimentellem Charakter.
Wesentlicher Bestandteil des aktuellen Förderprojekts ist zudem der Ausbau des seit 2022 im Museum etablierten „Digital-Studios“. So werden aktuell die bereits vorhandenen 3D-Scan- und 3D-Druck-Verfahren um Lasercutter, Schneidplotter und Tiefziehgerät ergänzt, um künftig das schnelle Herstellen von technischen Prototypen in einem vollwertigen „Makerspace“ noch vielseitiger zu ermöglichen. Innerhalb der angebotenen Vermittlungsformate soll das o.g. technische Equipment vor allem beim Nachbau sogenannter Flugsamen zum Einsatz kommen, für die die Natur eine große Vielfalt fantastischer Vorbilder von „Ahorn-Schrauber“ bis „Löwenzahn-Fallschirm“ bereithält.
Auch wenn das Förderprojekt selbst im März 2026 endet, wird die Vermittlungsarbeit des Museums langfristig von den aufbereiteten Inhalte und den technischen Verfahren profitieren. Das Museumsteam freut sich bereits auf die praktische Erprobung mit Schulklassen und interessierten Gästen.
Für Rückfragen steht Ihnen zur Verfügung:
Dr.-Ing. Peter Busse
Tel.: 03971 / 245500
Email: busse@lilienthal-museum.de