Anklam. Ein gemeinsames Zeichen für eine würdige Begleitung schwerstkranker und sterbender Menschen haben am Freitag, 13. März 2026, mehrere Institutionen aus Anklam und der Region gesetzt. Im Beratungsraum im RITZ wurde im Rahmen einer Informationsveranstaltung die „Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen in Deutschland“ unterzeichnet.
Zu den Unterzeichnern gehören der Seniorenbeirat der Stadt Anklam, vertreten durch Eva Dinse, der Ambulante Pflegedienst Martina Baltz GmbH, vertreten durch Elisa Dreier, die Hansestadt Anklam mit Bürgermeister Michael Galander, die Cothenius Apotheke, vertreten durch Florian Köster, sowie die Physiotherapie am Hafen, vertreten durch Kerstin Hanske und Katrin Hasenjäger.
Die Veranstaltung brachte zahlreiche Akteurinnen und Akteure aus dem Gesundheits- und Sozialbereich zusammen. Eingeladen waren unter anderem ambulante Pflegedienste, Hausärztinnen und Hausärzte sowie niedergelassene Mediziner, Pflegeheime, Bestattungshäuser und Apotheken. Auch Vertreter des AMEOS Hanseklinikums Anklam sowie des Helios Hanseklinikums Stralsund nahmen teil.
Aus Politik und Verwaltung waren unter anderem die Dezernentin für Soziales des Landkreises Vorpommern-Greifswald Karina Kaiser, Vertreter der Stadtverwaltung sowie Kommunalpolitiker wie Marcel Falk (SPD) und Jeannine Rösler (Die Linke) anwesend.
Eröffnet wurde die Veranstaltung durch Bürgermeister Michael Galander. In seiner Ansprache betonte er die Bedeutung des Themas für die Stadt und die Region:
„Als wir gefragt wurden, ob sich die Hansestadt Anklam an der Charta beteiligt, mussten wir nicht lange überlegen. Gerade vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und eines steigenden Altersdurchschnitts in unserer Stadt ist es wichtig, sich frühzeitig und verantwortungsvoll mit dem Thema auseinanderzusetzen. Wir möchten dazu beitragen, dass die Begleitung schwerstkranker und sterbender Menschen in unserer Region weiter verbessert wird.“
Im Verlauf der Veranstaltung wurden auch zentrale Inhalte der Charta vorgestellt. Eine Präsentation machte deutlich, dass „jede Unterschrift zählt“ und nicht nur Institutionen, sondern auch Einzelpersonen einen Beitrag zum sogenannten Charta-Prozess leisten können.
Die Charta formuliert mehrere Verpflichtungen für die Beteiligten. Dazu gehören unter anderem der Einsatz für ein Sterben unter würdigen Bedingungen, eine bessere Vernetzung der Versorgungsstrukturen sowie die stärkere Integration des Umgangs mit Sterben und Palliativversorgung in Aus-, Weiter- und Fortbildungen in verschiedenen Berufsbereichen.
Nach der feierlichen Unterzeichnung nutzten viele der Gäste die Gelegenheit zum Austausch bei Kaffee und Kuchen. Einige Teilnehmende unterschrieben die Charta im Anschluss ebenfalls - entweder als Vertreter einer Institution oder als Einzelperson.
Darüber hinaus besteht weiterhin die Möglichkeit, sich dem Anliegen anzuschließen. Die Charta kann auch nachträglich unterzeichnet werden, sowohl von Einrichtungen als auch von Einzelpersonen. Eine Online-Unterzeichnung ist unter www.charta-zur-betreuung-sterbender.de möglich.
Auch die Hansestadt Anklam möchte das Thema weiter sichtbar machen. Wie Bürgermeister Galander ankündigte, wird die Stadt über ihre Social-Media-Kanäle über die Unterzeichnung und die Inhalte der Charta informieren und so zur weiteren Verbreitung beitragen.
Die Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen in Deutschland wurde 2010 veröffentlicht. Sie wird von der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin, dem Deutschen Hospiz- und PalliativVerband sowie der Bundesärztekammer getragen und dient bundesweit als Orientierung für eine würdevolle Begleitung am Lebensende. Text: Elisa Sauermilch