Wohnungsbau in der DDR
Blöcke in der Brüderstraße eingerüstet
Blick auf den Rohbau Peenestraße
Blick über die Baugrube in der Brüderstraße zur Klosterstraße
Nachdem die ersten Mitglieder tatkräftig mit Harken und Schaufeln buchstäblich den Grundstein gelegt haben, folgten in den nächsten Jahren weitere Gebäude, um den steigenden Wohnbedarf in Anklam decken zu können. Anklam war durch die geographische Nähe zur Heeresversuchsanstalt in Peenemünde starken Bombardierungen ausgesetzt, sodass der Bedarf an Wohnraum enorm war. Ganze Stadtteile wurden geschliffen und mussten Gebäude für Gebäude neu aufgebaut werden.
Große Plattenbaukomplexe mit der Muskelkraft der Mitglieder zu errichten, war nicht mehr möglich. Diese Bauten waren oft standardisiert und für den Bau schweres Gerät notwendig. Auf diese Weise entstanden in den 60er Jahren die ersten großen AWG-Bauten in Ducherow und in der alten Südstadt in Anklam. Mitte der 70er Jahre begann der Bau mit den damals zukunftsweisenden WBS-70-Plattenbauten in der neuen Südstadt am Hamburger Ring (damals: Otto-Grotewohl-Straße).
Durch den Kauf von Genossenschaftsanteilen konnten sich die Bürger eine der begehrten Wohnungen zu günstigen Mietpreisen leisten. Das Bewusstsein, dass der Bau dieser komfortablen Wohnungen ohne Mithilfe und Zusammenhalt der Mitglieder nicht möglich gewesen wäre, hat zusammengeschweißt und so war allen an der Erhaltung der Häuser und der guten nachbarschaftlichen Beziehungen gelegen. Zusammen wurden die Grünanlagen gepflegt, Aufgänge gereinigt, Gehwege gesäubert und zusammen wurde auch gefeiert.
Die Planwirtschaft der DDR, die sich auch in der Immobilienentwicklung niederschlug, fand Ende der achtziger Jahre ein jähes Ende. Mit der Wiedervereinigung im Jahr 1990 änderte sich das Immobilienwesen drastisch. Davon lesen Sie im nächsten Teil unserer Serie.