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Barther Boddenblick
Ausgabe 1/2026
Nichtamtlicher Teil
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23. Barther Kammermusiktage 2026 Hochkultur mit internationalem Anspruch

Barth – Vom 8. bis 11. April 2026 wird das Vineta Bürgerhaus in Barth erneut zum Zentrum der Kammermusik. Die 23. Barther Kammermusiktage setzen ihre lange gewachsene Tradition fort und präsentieren sich als Festival mit klarer künstlerischer Handschrift, internationaler Besetzung und programmatischer Geschlossenheit. Veranstalter ist der Art Club Martin Panteleev e.V., der die Reihe seit vielen Jahren kontinuierlich trägt und weiterentwickelt.

Im Mittelpunkt der Konzerttage steht der Geiger und Dirigent Martin Panteleev. Der in Bulgarien geborene Musiker gehört seit Jahrzehnten zu den prägenden Persönlichkeiten der Barther Kammermusiktage. Nach seiner Ausbildung in Sofia und Köln begann früh eine internationale Laufbahn, die ihn als Solist, Kammermusiker und Dirigent in zahlreiche europäische Musikzentren sowie nach Asien führte. Panteleev arbeitete mit renommierten Orchestern und Musikern, war Preisträger internationaler Wettbewerbe und ist bekannt für seine stilistische Sicherheit zwischen klassischem Repertoire und zeitgenössischer Musik. In Barth steht er regelmäßig nicht nur als Solist, sondern auch als künstlerischer Leiter auf der Bühne und versammelt Musikerinnen und Musiker von hohem Rang um sich.

Das Festival 2026 steht unter dem Leitgedanken „Danke, Mozart“. Der Titel verweist auf die zentrale Rolle Wolfgang Amadeus Mozarts im Programm, versteht sich jedoch zugleich als thematische Klammer für dessen Wirkungsgeschichte bis in die Romantik und darüber hinaus. Die Kammermusiktage folgen dabei keinem musealen Ansatz, sondern zeigen Mozart als Ausgangspunkt eines lebendigen musikalischen Dialogs.

Der Eröffnungsabend am 8. April schlägt diesen Bogen deutlich. Mozarts Divertimento KV 136 und das Klavierquartett g Moll KV 478 bilden den Kern des Programms, ergänzt durch Johannes Brahms’ Klavierquartett g Moll op. 25. Die Besetzung mit Louise Weitzel an der Violine, Sebastian Navarra an der Viola, Alexander Dimitrov am Violoncello sowie Lida Panteleev und Benjamin Wollf am Klavier unterstreicht den kammermusikalischen Anspruch des Festivals. Martin Panteleev übernimmt die Leitung und ist zugleich als Geiger beteiligt.

Am zweiten Abend öffnet sich das Festival bewusst anderen Klangwelten. Unter dem Titel „Tangos und Evergreens“ stehen Werke von Astor Piazzolla sowie bekannte Stücke aus Klassik und Unterhaltungsmusik auf dem Programm. Gemeinsam mit dem Akkordeonisten Nikola Milo zeigt das Ensemble um Martin und Lida Panteleev, wie eng Ausdruck, Rhythmus und formale Präzision auch jenseits der klassischen Kammermusik miteinander verbunden sein können.

Der dritte Abend markiert einen besonderen Akzent. Unter dem Titel „Panteleev spielen Panteleev“ präsentieren Lida und Martin Panteleev eigene Kompositionen. Nach vielen Jahren als Interpreten rücken sie damit ihre kompositorische Arbeit in den Mittelpunkt. Ergänzt wird der Abend durch ein Vorprogramm des Barther Streichensembles unter der Leitung von Claudia Radau. Der Fokus liegt auf persönlicher musikalischer Sprache und der Frage, wie sich biografische Erfahrungen in zeitgenössischer Kammermusik niederschlagen.

Den Abschluss am 11. April bildet ein Programm, das verschiedene Epochen zusammenführt. Antonio Vivaldis „Vier Jahreszeiten“ eröffnen den Abend, gefolgt von Mozarts Klavierkonzert A Dur KV 414 mit dem erfahrenen Pianisten Dmitry Ishkhanov als Solisten. Den Schlusspunkt setzen Tschaikowskis Variationen über ein Rokoko Thema für Violoncello und Orchester. Auch hier steht Martin Panteleev in leitender Funktion auf der Bühne, flankiert von vertrauten Mitwirkenden des Festivals.

Die Barther Kammermusiktage haben sich über mehr als zwei Jahrzehnte als feste Größe im norddeutschen Kulturkalender etabliert. Ihr Profil entsteht aus der Verbindung internationaler Künstler mit einem klar kuratierten Programm und einem Ort, der Nähe zwischen Musikern und Publikum ermöglicht. Karten zum Preis von 30 Euro sind im Vineta Bürgerhaus sowie online über die Stadt Barth erhältlich.