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Barther Boddenblick
Ausgabe 3/2026
Nichtamtlicher Teil
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Fürstenhof, Schloß, Kloster bzw. Adliges Fräuleinstift

Im Jahr 1315 ließ Witzlav III. der letzte Rügenfürst, hier ein Fürstenschloß errichten. Seit 1316 hatte er seine ständige Residenz in Barth. Nachdem der Pommernherzog Bogislaw XIII. Barth ab 1570 als ständige Residenz gewählt hatte, ließ er an der Stelle des alten Fürstenhofes ein neues prächtiges Schloß im Renaissancestil erbauen. Dicht neben der neuen Residenz stand die fürstliche Druckerei, in der 1588 die berühmte niederdeutsche Barther Bibel gedruckt wurde. Bogislaw residierte von 1570 bis 1605 in Barth.

Der Fürstenhof war seit dem 30-jährigen Krieg (1618 - 1648) mehr und mehr verfallen und wurde 1710 bis 1711 von dem ehemaligen polnischen König Stanislaus Lesczynski bewohnt. Um 1720 waren die Gebäude in einem ruinösen Zustand.

Kurz nach 1722 schenkte das schwedische Königshaus, das nach dem Ende des 30-jährigen Krieges Eigentümer des Fürstenhofes war, das Gelände und die Ruinen der alten Gebäude der schwedisch-pommerschen Ritterschaft, die an dieser Stelle ein Stift für unverheiratete Töchter aus adligen Familien bauen ließ. Am 3. August 1733 wurde die Anlage ihrer Bestimmung übergeben. Das Patronat übte die schwedische Königin Ulrice Eleonore aus.

Das Stift wurde 1975 aufgelöst. Die äußere Form des Gebäudes ist bis heute erhalten geblieben.

Mario Galepp