Papenhof - Isometrie um 1485
Papenhof - Isometrie 1585
Nach fast 15 Jahren seines Bestehens hat der Papenhof e.V. Barth sein Vereinszweck erfüllt und wird im Jahr 2026 aufgelöst. Die große Aufgabe, dieses Haus ins Bewusstsein der Menschen zu holen und nach seiner Sanierung wieder zu nutzen, ist erfüllt.
Am 30.März 2012 war die Gründungsversammlung des Papenhof-Vereins zusammengetreten. Nachdem die Vorsitzenden der Vereine des Vineta-Museums, Ebba Müller/ Jürgen Peters und des Heimatvereins, Gerd Garber im Jahr 2002 die Auszeichnung des Gebäudes als Denkmal in Schwerin beim Landesamt für Kultur und Denkmalpflege des Landes beantragt hatten, war das bürgerschaftliche Engagement in Barth geweckt worden.
Der dramatische Verfall des Papenhofs hatte besonders in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts eingesetzt. Zur Jahrtausendwende, um das Jahr 2000, schien der Abriss unabwendbar.
Die Rettung des Papenhofs geht auf eine Bürgerinitiative zurück, die sich mit hohem Engagement für das Gebäude einsetzte und später dazu einen eigenen Förderverein begründet hat, der für die geschichtlichen Führungen, für die Öffentlichkeitsarbeit und die Unterstützung bei den Finanzierungen sorgte. Weitere Vereine, wie der Barther Heimatverein und der Vineta-Museumsförderverein, kooperierten und unterstützten das Projekt Papenhof intensiv. Denn kaum ein anderes Haus kann die Identität und die Geschichten rund um die Stadt und die Region so authentisch widergeben, wie der Papenhof mit seinen über 700-jährigen authentischen Überlieferungen.
Nur wer seine Vergangenheit kennt, hat eine Zukunft, wusste schon Wilhelm von Humboldt als er schrieb: „... Wer nie zurück blickt und erkennt, wie sein Lebensweg verlaufen ist, wer nie die Geschichte der Welt kennenlernt, der weiß nicht, wie es besser werden soll.“
| Chronologie | |
| 2002 | Heimatverein und Museumsverein erwirken die Aufnahme des Papenhofs in die Denkmalliste des Landkreises und damit erstmal die Verhinderung des drohenden Abrisses |
| 2007 | Berufung eines neuen Museumsleiters (Dr. Gerd Albrecht), der durch die historischen Vereine der Stadt aufgefordert wird, sich um den Papenhof zu „kümmern“ |
| 2008 | erste Untersuchungen zum Papenhof und Schaffung eines öffentlichen Bewusstseins in der Stadt und der Region |
| 2009 | Erarbeitung einer denkmalpflegerischen Zielstellung |
| 2010 | Gutachten zur denkmalgerechten Sanierbarkeit des Papenhofs durch Prof. Dr. Ing. Sabine Bock |
| 2010 | Antrag zur Förderung „integrierte ländliche Entwicklung“ (ILER M-V Leader) zur nutzungsunabhängigen Sicherung des Gebäudes mit der Errichtung eines Notdachs und der Schwammsanierung |
| 2011 | Nutzungskonzept und Wirtschaftlichkeitsanalyse für das Kultur- und Veranstaltungszentrum Barth Papenhof / Reuterschule durch STATT WERKE, Berlin |
| 2012 | Gründung des Papenhof Barth e.V. sowie Beschluss der Stadtvertretung zur Übergabe des Papenhofs an den Förderverein über Erbbaupachtvertrag |
| 2013 | Grundsatzbeschluss der Stadt Barth zum Papenhof: Die Liegenschaft bleibt im Besitz des Stadt Barth, die gemeinsam mit dem Förderverein die Sanierung initiiert, mit dem Zweck, den Papenhof zum Museum mit regionalgeschichtlichem Dauerausstellungs- und einem Sonderausstellungsbereich zu entwickeln |
| 2014 | Papenhof wird touristisches Leitprojekt der Leader-Region Nordvorpommern |
| 2015 | Kooperation mit der Kunstschule Zürich, FB Wissenschaftliche Illustration zur Visualisierung der bauhistorischen Befunde |
| 2016 | Zusage von Bundesmitteln aus dem Denkmalschutzsonderprogramm |
| 2017 | Zusage von Leader-Mitteln |
| 2018 | Koordinierungsgespräch der Fördermittelgeber unter Leitung der Bundesförderung |
|
|
|
| Entwicklung des Ausstellungskonzeptes | |
| 2019 | Überreichung des Fördermittelbescheids, Einstieg in die Planungsphase Haus und Außenanlagen |
| 2020 | 28.08. Beginn der Bauarbeiten unter Anwesenheit des Bundestagsabgeordneten Sonja Steffen, Eckehard Rehberg und dem Wirtschaftsminister des Landes M-V, Harry Glawe |
| 2022 | Krisensitzung mit allen Fördergebern nach den Baupreissteigerungen und Verzögerungen durch Corona und Ukrainekrieg |
| 2023 | Bewilligung der Nachförderung von Landes- und Leadermitteln |
| 2025 | 11.09. Eröffnung des Papenhofs durch den BGM Friedrich-Carl Hellwig, gemeinsam mit den Vorsitzenden des Heimatvereins, Mario Galep, des Fördervereins des Vineta-Museums, Jutta Steinberg und des Papenhofvereins, Karl-Heinz Wegener in Anwesenheit der Direktorin des Landesamtes für Kultur und Denkmalpflege des Landes M-V, Frau Dr. Ramona Dornbusch |
Das hohe bürgerschaftliche Engagement der Barther Geschichtsvereine zeigt mit dem Papenhof-Museum ein überzeugendes Ergebnis, dass ohne die beherzte und ausdauernde Aktivität insbesondere zu Beginn der Arbeiten an dem „hässlich gerupften Entlein -Papenhof“ nicht denkbar wären. Der Vorstand des Vereins hat hier Verantwortung übernommen und diese über 15 Jahre durchgetragen. Alle vier Vorstandsmitglieder, sind von Anbeginn bis zur Eröffnung aktiv geblieben, immer unter dem Vorsitz von Karl-Heinz Wegener, der als Vorsitzender sogar die ersten Notsicherungsarbeiten selbst geplant und durchgeführt hat. Seine einzigartigen Handzeichnungen auf der Grundlage seiner Aufmaße und den Ergebnissen des Bauforschers Torsten Rütz haben ein Material geliefert, das heute Eingang in die Ausstellung gefunden hat (Abb. 1 und Abb. 2) und Teil der Papenhof-Geschichte wurde. Der stellvertretende Vorsitzende Erich Kaufhold hat gemeinsam mit der Schriftführerin Monika Mötz für alle Abläufe der Vereinstätigkeit unaufgeregt aber effektiv gearbeitet. Durch ihre Netzwerkarbeit in der Stadt und der Region haben sie den Fortgang der Arbeiten beschleunigt. Immer in enger Kooperation mit dem Museumsleiter der Stadt Barth, der als geborenes Mitglied des Papenhof-Vorstands, den Auftrag der historischen Vereine von 2007 und ab 2013 auch den der Stadtvertretung, sich um den Papenhof zu „kümmern“, sehr ernst genommen hat.
Nach der Erreichung des Vereinsziels hat die Mitgliederversammlung, in der neben privaten Personen auch die anderen historischen Vereine der Stadt Barth vertreten sind (Förderverein Vineta-Museum, Heimatverein, DOK-Verein) nunmehr die Auflösung des Papenhof-Vereins beschlossen. Seine Vorstandsmitglieder werden zukünftig im Förderverein des Museums, weiter tätig, aber von Ihrer Vorstandstätigkeit entbunden sein. Als „Mitgift“ bringen sie nicht nur ihr Engagement ein, sondern auch ein Ölgemälde von Louis Douzette (Dorfschmiede im Winter), das mit dem verbliebenen Vereinsvermögen und einer Privatspende durch Erich Kaufhold erworben werden konnte (Abb3). Dies ist ein weiteres Zeugnis des hohen bürgerschaftlichen Engagements, dass das Barther Kulturleben so besonders macht. Ab jetzt, nachdem die Barther Stadtvertretung den dauerhaften Weiterbetrieb des Museums in der Langen Straße beschlossen hat, wird dieser Neuerwerb dort in der Dauerausstellung -Louis Douzette- zu sehen sein.
Bürgermeister Friedrich-Carl Hellwig lässt dem Vorstand des Papenhof-Vereins und seinen Mitgliedern herzliche Grüße ausrichten und dankt ausdrücklich für 15 Jahre vertrauensvolle, engagierte und erfolgreiche Zusammenarbeit.
Im Auftrag der Stadt Barth
Februar 2026