Gerd Klingbeil
Die sichere Versorgung mit Strom, Gas und Wärme ist das Kerngeschäft der Stadtwerke. Doch das kommunale Unternehmen versteht sich darüber hinaus als aktiver Teil des gesellschaftlichen Lebens in Barth. Im Gespräch erläutert Gerd Klingbeil, warum sich die Stadtwerke für die Ehrenamtsaktion „Ohne Dich läuft es nicht“ engagieren, welche Projekte sie fördern und wie sie die Energieversorgung der Zukunft gestalten wollen.
Herr Klingbeil, Ihre Kunden erwarten von Ihnen zuallererst Sicherheit bei der Energieversorgung und stabile Preise. Warum haben die Stadtwerke sich zusätzlich für die Ehrenamtsaktion „Ohne Dich läuft es nicht“ engagiert?
Für eine sichere und preiswerte Energieversorgung die Verantwortung zu tragen, ist unser täglicher Anspruch. Als Stadtwerk reichen unsere Wurzeln jedoch noch tiefer. Wir sehen uns als Teil der Gesellschaft und wollen für Barth und alle Einwohner Verantwortung übernehmen.
Die Lebensqualität in unserer Stadt – und damit sowohl für unsere Kunden als auch für unsere Mitarbeiter – wird in ganz erheblichem Maß von ehrenamtlicher Tätigkeit geprägt: angefangen bei den Sport- und Kulturvereinen über Vereine, die sich um soziale Belange sowie Tier- und Umweltschutz kümmern, bis hin zu wirklich lebenswichtigen Aufgaben, die von den Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr und des THW wahrgenommen werden.
All das ist nur möglich, weil sich viele Menschen ehrenamtlich engagieren. Das wollen wir anerkennen und honorieren, wir wollen es aber auch publik machen und möglichst viele Menschen neu gewinnen, die bereit sind, sich für das Allgemeinwohl zu engagieren.
Die Stadtwerke Barth sind also als städtische Gesellschaft auch sozial engagiert. Was unterstützen Sie, welche Themen liegen Ihnen am Herzen?
Unsere Förderung und Unterstützung kommt vielen Partnern aus den unterschiedlichsten Bereichen zugute: Sport- und Kulturvereinen, der Barther Boddenbühne, dem Barther Spielmannszug, der Kleiderkammer, dem Nationalpark, den Schulen und Kindergärten, aber auch Einzelveranstaltungen verschiedener Träger in Barth und der Region.
Ganz besonders liegt uns der „Nachwuchs“ am Herzen. Dabei geht es sowohl um die Unterstützung von Kindern und Jugendlichen bei schulischen Projekten und in Kindergärten als auch bei verschiedenen Freizeitaktivitäten. Wir finden es wichtig, dass unsere Kinder und Jugendlichen eine bestmögliche Förderung erhalten – und das nicht nur in der schulischen Ausbildung.
Vieles, was uns allen in der Gesellschaft wichtig ist und unsere Gemeinschaft am Laufen hält – wie Teamgeist, Verantwortungsgefühl, aber auch Mitgefühl – bekommen die Kinder neben dem Elternhaus gerade durch ihre vielfältigen Freizeitaktivitäten vermittelt.
Die Sicherheit der Energieversorgung und die Klimaverträglichkeit der Erzeugung von Energie waren lange in den Schlagzeilen. Jetzt ist es ruhiger geworden. Man darf aber annehmen, die Arbeiten der Stadtwerke gehen weiter. Welche Pläne haben Sie für die Energieversorgung der Zukunft in Barth?
Wir arbeiten mit Hochdruck an verschiedenen Projekten, die große Auswirkungen auf die zukünftige Versorgung der Stadt haben werden. Das große Ziel der Dekarbonisierung betrifft letztendlich die drei Versorgungsarten Strom, Gas und Wärme.
Die Digitalisierung aller unserer Arbeitsbereiche ist ein weiterer Treiber in unserem Arbeitsalltag – und in diesem Thema stecken wir bereits mittendrin.
Was den Vertrieb angeht, wollen wir zukünftig nicht nur Strom, Gas und Wärme verkaufen, sondern auch verschiedene Dienstleistungen für unsere Kunden anbieten, die Hand in Hand mit der Digitalisierung gehen.
Insbesondere die Stromversorgung wird sich in den nächsten Jahren sehr stark verändern. Der Verbrauch jedes Einzelnen wird in einem viel engeren Zusammenhang mit der passgenauen Beschaffung oder Erzeugung des Stroms stehen.
Zurück zum Ehrenamt in Barth. Durch Ihre Unterstützung wurde es möglich, monatlich Menschen für ihren unentgeltlichen Einsatz für die Gemeinschaft auszuzeichnen. Was beeindruckt Sie an diesen Menschen besonders?
Ich bin selbst in einem Verein ehrenamtlich tätig – sowohl im Vorstand als auch als Trainer für Kinder. Und ich weiß, dass die meisten Ehrenamtlichen durch den Spaß an einer Sportart, am Theaterspielen oder Musizieren oder durch die Freude, in einer Gemeinschaft etwas zum Besseren zu verändern, zu ihrem Ehrenamt gekommen sind. Aber ich weiß eben auch, dass es nicht nur Spaß ist, sondern auch Arbeit und Anstrengung bedeutet.
Viele derjenigen, die für die Ehrung zur Auswahl standen und die wir geehrt haben, gehen einem Beruf nach und haben selbst Familie. Und am Gesetz, dass die Woche nur sieben Tage und der Tag nur 24 Stunden hat, können wir alle nichts ändern. Dass es trotzdem so viele gibt, die ihre Kraft und Zeit investieren, um unser aller Leben ein Stück besser zu machen, finde ich beeindruckend. Dafür gilt allen meine höchste persönliche Anerkennung und ein ganz großes Dankeschön.
Das Projekt „Ohne Dich läuft es nicht“ war auf ein Jahr befristet. Nun haben Sie entschieden, auch im nächsten Jahr wieder als einer der Sponsoren mit dabei zu sein. Was erhoffen, was wünschen Sie sich?
Ich habe zwei Wünsche für die Fortführung des Projekts: Zum einen wäre es toll, wenn wir weitere Partner finden würden, die diese Aktion unterstützen – mehr Partner bedeuten mehr Möglichkeiten. Zum anderen wünsche ich mir, dass wir auch weiterhin viele Vorschläge aus allen gesellschaftlichen Bereichen erhalten, wen wir für sein Engagement ehren sollten.
Deshalb mein Aufruf an dieser Stelle: Wenn Sie jemanden kennen, der Ihnen durch seine ehrenamtliche Tätigkeit auffällt und dem Sie gern sagen möchten „Ohne Dich läuft es nicht“, melden Sie sich bei mir.
Beim Stadtgeburtstag am 17.04.2026 sind alle Ehrenamtlichen des Monats eingeladen. Die Leser des Boddenblicks wählen den oder die „Ehrenamtliche des Jahres 2025/26“, die Gewinner werden am Stadtgeburtstag von Ihnen ausgezeichnet. Werden Sie auch wählen und haben Sie schon einen Favoriten?
lacht
Ja, auch ich werde meine Stimme abgeben. Aber wie bei allen, die die Möglichkeit nutzen, an dieser Abstimmung teilzunehmen, ist natürlich auch meine Wahl von persönlichen Interessen und Vorlieben geprägt. Und über eines bin ich mir ganz sicher: Verdient hätten Sie es alle!