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Barther Boddenblick
Ausgabe 4/2026
Nichtamtlicher Teil
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Barth erinnert an seine große Dichterin

Martha Müller-Grählert

Veranstaltung in der Alten Druckerei würdigt 150. Geburtstag von Martha Müller-Grählert

Im Museum in der Alten Druckerei in Barth steht Ende April eine besondere Würdigung auf dem Programm. Am Sonnabend, dem 25. April, lädt das Museum um 16 Uhr zur inzwischen 39. Veranstaltung über Leben und Werk der Barther Heimatdichterin Martha Müller-Grählert ein. Anlass ist ihr 150. Geburtstag, der in diesem Jahr begangen wird.

Das Museum in der Langen Straße 30, das den literarischen Nachlass der Dichterin bewahrt, richtet regelmäßig Lesungen und Begegnungen rund um ihr Werk aus. Bei der kommenden Veranstaltung stehen ausgewählte Gedichte aus ihrem umfangreichen lyrischen Schaffen im Mittelpunkt. Insgesamt hinterließ die Autorin rund 330 Gedichte in hoch- und plattdeutscher Sprache. Ein Vorleser und drei Vorleserinnen werden daraus eine Auswahl präsentieren.

Musikalisch begleitet wird der Nachmittag von Herrn Honig am Akkordeon. Gemeinsam mit dem Publikum sollen dabei auch zwei bekannte Vertonungen gesungen werden, das Gedicht „Hoiho“, das der Barther Lehrer Emil Wolten vertonte, sowie das berühmte Gedicht „Mine Heimat“. Dieses wurde durch die Melodie des Thüringer Komponisten Simon Krannig zu dem Lied „Wo de Ostseewellen trecken an den Strand“, das später auch als „Nordseewellenlied“ oder „Friesenlied“ weltweit bekannt wurde.

Das Museum in der Alten Druckerei selbst ist ein besonderer Ort der regionalen Kulturgeschichte. In drei Ausstellungsräumen wird neben dem Leben und Werk von Martha Müller-Grählert auch die Geschichte des Hauses und der früheren Druckerei erzählt. Hier druckte der Verlag „Anthonys Erben“ von 1900 bis 1943 das 1848 gegründete „Barther Tageblatt“. Ein weiterer Bereich widmet sich der Geschichte der Familie Dahlfeld, die das Haus und den Verlag 1920 erwarb und mit der die Dichterin eng verbunden war. Zudem erinnert eine Ausstellung an den Maler, Grafiker und Lehrer Wilhelm Schmidthild, der zwischen 1919 und 1927 in Barth wirkte.

Die Dichterin selbst wurde am 20. Dezember 1876 in Barth geboren und wuchs später in Zingst auf. Sie arbeitete unter anderem als Hauslehrerin und Redakteurin in Berlin. Bekannt wurde sie vor allem durch ihr Gedicht „Mine Heimat“, das als Lied um die Welt ging und in zahlreiche Sprachen übersetzt wurde.

Der Eintritt zur Veranstaltung ist frei, eine Spende zur Unterstützung der Museumsarbeit ist willkommen. Im Anschluss an die Lesung sind die Besucher zu einem gemütlichen Beisammensein mit Imbiss eingeladen. Zudem können alle zehn Bände der gesammelten Werke der Dichterin aus dem Verlag des Museums erworben werden.

Eine vorherige Anmeldung unter Telefon 038231 77388 wird von den Gastgebern Sigrid und Hans Arlt erbeten.