Titel Logo
Barther Boddenblick
Ausgabe 7/2023
Nichtamtlicher Teil
Zurück zur vorigen Seite
Zurück zur ersten Seite der aktuellen Ausgabe

Post von Übersee an das "Barther Boddenblatt" im Jahr 1999

Ob das "Barther Boddenblatt" mit dem heutigen "Barther Boddenblick" identisch ist, vermag ich nicht zu sagen. Martha Inveen, geb. Kaufmann, hatte es so jedenfalls beschrieben.

Die Familie Mathias und Martha Inveen flüchtete 1951 mit ihren beiden Söhnen, 7 und 10 Jahre alt, von Barth-Stein nach Merklingen/Baden-Württemberg. Nach einiger Zeit bei Bekannten und anschließend im Übergangsheim in Heimsheim ging es von dort weiter nach Canberra/Australien. Ab August 1999 schrieb Martha mehrere kurze Artikel und schickte sie unter Post von Übersee an das Barther Boddenblatt. Darin berichtete sie über Dinge, die ihr eben gerade als wichtig erschienen. An Genaueres konnte sich der bei der Flucht 10-jährige Sohn Klaus auch nicht erinnern.

Vermutlich war aber das Heimweh die Triebfeder für die Artikel. Denn der Sohn, der noch immer in Canberra lebt, meint, seine Eltern wären lieber wieder nach Deutschland zurück gegangen. Sein Vater, Mathias, hat ihn bereits in den ersten Australien-Jahren gefragt, "wollen wir nicht nach Deutschland zurück". Er wolle aber nur dann zurück, wenn Klaus mitkäme. Dessen Antwort war "nein, nie". Der Grund seiner ablehnenden Haltung ist wohl darin zu suchen, dass er sich kaum noch an Deutschland erinnern konnte, dort auch keine Chancen für sich selbst sah. In der neuen Heimat Australien hatte er inzwischen eine gute Stelle im Staatsdienst in der Nationalbibliothek erhalten.

Martha und Mathias Inveen fanden nie eine Bindung zur neuen Umgebung, sie blieb ihnen fremd. Sie lebten sehr zurückgezogen, hatten nur wenige Freunde oder Bekannte, führten sozusagen ein Zweisiedlerleben, wie Klaus es nennt. 1983 starb Mathias Inveen, seine Frau Martha folgte ihm Anfang 2014.

Die ganze Geschichte der Auswanderung der Familie Inveen, die ich zum Teil selbst miterlebte, kann hier aus Platzgründen leider nicht wiedergegeben werden. Unter https://www.fiete-und-jan.de/DIE-FLUCHT-VON-BARTH_STEIN-NACH-AUSTRALIEN.htm steht mehr dazu.

Rüdiger Pfäffle