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Barther Boddenblick
Ausgabe 7/2023
Nichtamtlicher Teil
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„Alle Sportler und Trainer haben sich in Barth sehr, sehr wohl gefühlt“

Mit diesen Worten bedankte sich Denis Susac, Leiter der kroatischen Delegation für die Special Olympics World Games 2023 in Berlin, beim Bürgermeister Friedrich Carl Hellwig vor der Abreise für die freundliche Aufnahme und den gelungenen Aufenthalt im Rahmen des sogenannten „Host Town Programms“ vom 12. – 15. Juni in unserer Stadt.

Die „Special Olympics World Games“ sind das weltweit größte Sportereignis für Menschen mit geistigen und anderen Einschränkungen. Vom 17. bis 25. Juni nahmen 7000 Sportler aus 176 Ländern an den ersten Special Olympics in Deutschland sprich in Berlin teil. Im Rahmen des „Host Town Programms“ waren 176 deutsche Städte vier Tage lang Gastgeber für eines der teilnehmenden Länder, darunter auch vier aus Mecklenburg-Vorpommern.

Neben Rostock, Neubrandenburg und Stralsund hatte auch die vergleichsweise kleine Stadt Barth das Bewerbungskomitee mit ihren Vorschlägen überzeugen können.

Gerne wäre die kroatische Nationalmannschaft bei der Eröffnungsfeier der Spiele (die live im rbb Fernsehen übertragen wurde) mit einem „Danke Barth“ – Schild eingelaufen. Die strengen Regeln des Veranstalters haben dies jedoch leider nicht erlaubt. Um diese freundliche Geste zu verstehen und die Erlebnisse und Eindrücke unserer Gäste entsprechend einordnen zu können, lohnt es sich vielleicht, auf die Begrüßungsworte von Denis Susac, einem Schulleiter im Hauptberuf und zugleich Präsident der Special Olympics Kroatien, beim offiziellen Empfang am Dienstagvormittag im Barther Rathaus zurückzugreifen. Er sagte: „Dass Menschen mit Einschränkungen eine solche Reise machen können, dass sie wahrgenommen und freundlich begrüßt werden, dass sie Wertschätzung erfahren, ist für ihr Leben wichtiger als jeder sportliche Erfolg.“

Dank der Unterstützung und Mitarbeit vieler Barther Vereine und Organisationen am Besuchsprogramm für die kroatischen Gäste gab es an freundlichen Begegnungen und gegenseitiger Wertschätzung während der Zeit in Barth keinen Mangel. „Das große inklusive Sportfest am Mittwochnachmittag mit Aktivitäten für alle Fähigkeitsstufen wie Gummistiefelweitwurf und Dreibeinlauf war ein voller Erfolg!“, bilanzierte Ulf Röwer, Hauptorganisator des Fests beim SV Motor Barth zufrieden. „Es hat von allen Seiten nur positive Rückmeldungen gegeben.“ Die Hauptlast der Verpflegung aller Teilnehmenden mit Getränken und Würstchen vom Grill trugen die fleißigen Helfer vom Verein „andersARTick“ e.V., an einem heißen Sommertag wahrlich keine leichte Aufgabe. „Es macht alles leichter, wenn die Organisationen, die im Bereich der Inklusion, der Einbeziehung aller Menschen mit Einschränkungen, bereits Erfahrungen haben, rechtzeitig in die Planung und Umsetzung einbezogen werden.“, so Thorsten Pauli, Geschäftsführer der Lebenshilfe Ostseekreis e.V. Die Lebenshilfe hatte nicht nur Mitarbeiter für das Sportfest abgestellt, sie war auch Gastgeber für einen der besonders beeindruckenden Augenblicke im Programmablauf. Während ein Kreis aus Fachkräften mit Clemens Russell, dem Präsidenten des Landesverbands Special Olympics in Mecklenburg Vorpommern über die Chancen inklusiver Angebote in der Zukunft diskutierte, spielten Schüler aus Gymnasium und Jan Komensky Schule in Barth mit den Gästen ganz selbstverständlich Tischtennis im Saal der Lebenshilfe und zeigten, wie leicht das Miteinander von jungen und nicht so jungen, einheimischen und ausländischen, fähigen und eingeschränkt fähigen Menschen sein kann, wenn es von Freundlichkeit und gegenseitiger Rücksichtnahme geprägt ist.

Selbstverständlich kommt kein Besuchsprogramm ohne Zugang zum Boddenwasser aus. Gedankt sei an dieser Stelle der Reederei Poschke für die Boddenrundfahrt, dem Barther Segelverein für die Vorstellung behindertengerechter Segelboote und das reichhaltige Abendessen aus dem Restaurant „VINETABLICK“.

Koordiniert für die Stadt Barth wurde das Programm von Volker Reintjes, hauptsächlich als Quartiersmanager für Barth Süd zuständig. Sein Wunsch ist es, dass sich alle Akteure nach den Sommerferien erneut zusammensetzen und miteinander beraten, wie sich die positiven Erfahrungen für das Miteinander aller Menschen in Barth nutzen lassen.