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Barther Boddenblick
Ausgabe 7/2026
Nichtamtlicher Teil
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Jugendliche aus Barth bringt ihre Perspektive in die Europäische Kommission ein

von links nach rechts: Dr. Maria Melchior, Research Director at the French National Institute of Health an Medical Research; Zuzanna, Representative of the EU Children´s Participation Platform; Ayat, Representative of the EU Children´s Participation Platform; Prof. Dr. Jörg M. Fegert, Medical Director of the Departement of Child and Adolescent Psychiatry, Psychosomatics an Psychotherapy at Ulm University Medical Centre.

Links Antje Borchert, Jugendsozialarbeit SOS-FZ Barth, rechts Ayat Bairaeva

Ayat Bairaeva vertritt junge Menschen beim „Special Panel on Child Safety Online“ in Brüssel

 

 

 

 

Barth/Brüssel, Juni 2026 – Wie können Kinder und Jugendliche im digitalen Raum besser geschützt werden? Mit dieser Frage beschäftigte sich das „Special Panel on Child Safety Online“ der Europäischen Kommission. Mit dabei war die 15-jährige Ayat Bairaeva aus Barth, die als jüngste Teilnehmerin ihre Perspektive in die internationalen Beratungen einbrachte.

Das Expert*innengremium vereinte rund 30 Fachleute aus Wissenschaft, Medizin, Psychologie, Kinderrechten, digitaler Bildung und Regulierung. Gemeinsam erarbeiteten sie Empfehlungen zur Verbesserung von Online-Sicherheit und digitalem Kinderschutz in Europa. Die Sitzung wurde von Dr. Maria Melchior und Prof. Dr. Jörg M. Fegert geleitet.

Für Ayat bedeutete die Einladung eine besondere Verantwortung. Die gesamte Veranstaltung fand auf Englisch statt und umfasste Fachvorträge, Diskussionen und Arbeitsgruppen zu aktuellen Herausforderungen der digitalen Lebenswelt junger Menschen.

In ihrem ersten Statement sprach Ayat über die alltägliche Nutzung sozialer Medien und die Ambivalenz, die viele Jugendliche dabei erleben. Statt einfache Lösungen oder Verbote zu fordern, betonte sie die Komplexität des Themas und machte deutlich, dass junge Menschen selbst Teil der Debatte sein müssen.

„Dieses Thema betrifft uns direkt. Deshalb sollten junge Menschen nicht nur Gegenstand von Entscheidungen sein, sondern aktiv an ihnen beteiligt werden“, machte sie deutlich.

Ihre authentischen Beiträge wurden von den Teilnehmenden mit großem Interesse aufgenommen. Mehrere Expert*innen suchten im Anschluss das Gespräch mit ihr und würdigten die Bedeutung ihrer Perspektive.

Auch in ihrem abschließenden Statement setzte Ayat ein klares Zeichen für Beteiligung und Mitbestimmung. Sie sprach sich dafür aus, digitale Räume gemeinsam mit jungen Menschen zu gestalten und nicht über ihre Köpfe hinweg zu entscheiden.

Die Teilnahme zeigt eindrucksvoll, welchen Wert echte Jugendbeteiligung hat. Junge Menschen bringen Erfahrungen und Sichtweisen ein, die in politischen und fachlichen Diskussionen unverzichtbar sind. Gleichzeitig entstehen durch solche Erfahrungen neue Ideen vor Ort: Bereits auf der Rückreise entwickelte Ayat erste Überlegungen für Peer-to-Peer-Workshops zu den Themen Online-Sicherheit, Social Media und digitale Selbstbestimmung.

Für das Reallabor Jugend.Gestaltet.Zukunft. ist die Reise nach Brüssel ein starkes Beispiel dafür, wie Beteiligung wirken kann – von lokalen Projekten in Barth bis hinein in europäische Entscheidungsprozesse.

„Jugendbeteiligung beginnt dort, wo junge Menschen ernst genommen werden. Wenn sie erleben, dass ihre Stimme zählt, entstehen neue Ideen, Verantwortung und Selbstwirksamkeit“, sagt Antje Borchert, Jugendsozialarbeiterin im SOS-Familienzentrum Barth und Projektbegleitende vom Reallabor Jugend.Gestaltet.Zukunft.

Die Teilnahme von Ayat Bairaeva macht deutlich: Jugendliche sind Expert*innen ihrer eigenen Lebenswelt. Ihre Perspektiven sind unverzichtbar, wenn es darum geht, sichere und gerechte digitale Räume für die Zukunft zu gestalten.