Seit drei Jahren ist Ajit Albrecht bereits in Barth aktiv und arbeitet eng mit dem BartherSeglerverein zusammen. Hier leitet er die Jugendabteilung des Vereins und bringt Kindern das Segeln bei. Nun eröffnet Albrecht die MARINERO Wassersportschule im Steuerhaus Barth. Der Gründer erklärt, warum er sich für den Standort Barth entschieden hat.
Es gibt Standortentscheidungen, die sich im Nachhinein von selbst erklären. Die von AjitAlbrecht gehört dazu. Vor drei Jahren kam der Gründer des Segelcenters Müritz nach Barth, schaute sich das Revier an und fand etwas, das er nicht erwartet hatte. Eine dichte maritime Infrastruktur, einen ruhigen Bodden mit viel Platz zum Üben. „Es fehlte eigentlich nur eine Wassersportschule", sagt er.
Jetzt ist er da. Unter dem neuen Namen MARINERO Wassersportschule, im gepachteten Steuerhaus direkt am Hafen, bildet Albrecht inzwischen auf dem Barther Bodden aus, vom Segelschein bis zur Motorbootprüfung. Der Standort hat einen eigenen Namen bekommen, weil er nach seiner Einschätzung eigenständig genug ist, um ihn nicht einfach als Filiale zu führen.
Wer Albrecht noch nicht kennt, dem sagt der Name Segelcenter Müritz vielleicht mehr. Das Unternehmen ist an drei Standorten aktiv: in Röbel an der Müritz, an der Ostsee in Barth und in Les Issambres an der Côte d'Azur. Was als Segelschule im Binnenland begann, ist über die Jahre zu einem Mehrstationen-Betrieb geworden, der Familien, Einsteiger und Fortgeschrittene in sehr unterschiedlichen Revieren aufs Wasser bringt.
Nach Barth kam Albrecht, weil seine Müritz-Kunden ihn dorthin zogen. Viele verbringen nach einem Kurs auf der Müritz noch Zeit an der Ostseeküste, besonders auf Fischland-Darß-Zingst, Rügen oder Usedom. Der Wunsch, auch dort ein Angebot zu haben, lag nahe. Barth überzeugte aus praktischen Gründen. Gut erreichbar ohne die Staus auf der B 105 oder am Rügendamm, ein geschütztes Revier mit viel Platz abseits der Fahrrinne und Ostseeflair am Zugang zur Halbinsel Zingst.
Es gab einen entscheidenden Moment. Bei seinen Recherchen stieß Albrecht auf den BartherSegler Verein und das dortige Jugendfreizeitzentrum. Er nahm Kontakt auf, es folgten schnelle Termine und eine Kooperationsvereinbarung per Handschlag. Die Wassersportschule übernahm die Jugendarbeit des BSV, stellte eigene Boote und Lehrmaterial zur Verfügung und begann. Zur 100-Jahr-Feier des Vereins, die 2026 begangen wurde, hob der Vize-Präsident des Deutschen Segler-Verbandes die Zusammenarbeit in seiner Festrede ausdrücklich hervor.
Das Kursangebot in Barth richtet sich vom Juniorsegelkurs ab acht Jahren bis zu Motorbootprüfungen für Erwachsene. Im Segeln reicht die Ausbildung vom DSV-Juniorsegelschein bis zum SKS, im Motorbereich vom SBF Binnen bis zum SBF See. Die meisten Lehrgänge laufen als Wochenkurse, für alle, die sich mehr Zeit nehmen können, gibt es Saisonkurse ohne Aufpreis.
Einen besonderen Schwerpunkt legt Albrecht auf die Arbeit mit Familien und Jugendlichen. Rund ein Viertel seiner Kursteilnehmer ist unter 16 Jahre alt. Ab August kommen neue Familienpakete dazu, die Segelferien günstiger machen sollen. Für Schulen ab der 7. Klasse denkt er an Segel-AGs, die bis zu zehn Kindern gleichzeitig das Segeln beibringen könnten. Auf den Booten, das betont Albrecht, gilt ein ruhiger und respektvoller Umgangston. „Kinder einer Seestadt sollten sich auf Boot und Bodden auskennen."
Das Steuerhaus ist langfristig gepachtet. Neben dem Kursbetrieb plant Albrecht dort Ausstellungen zur maritimen Geschichte und eine kleine maritime Buchhandlung mit Seekartenverkauf. Neue Kursformate sollen folgen, Kontakte zu Barther Betrieben bestehen bereits seit drei Jahren.
Wer sich über das Kursangebot informieren möchte, findet es unter segelcenter-mueritz.de.