Im Januar konnte Bürgermeister Tilo Lorenz einen ganz besonderen Besuch im Rathaus empfangen. Mitten in einem Gespräch mit Heiko Rudolph, Geschäftsinhaber der Burg Stargarder Firma DIREMO, standen plötzlich 3 junge Handwerksgesellen und -gesellinnen im Bürgermeisterbüro und übermittelten ihre Handwerksgrüße. Alle drei sind der Profession der Zimmerei verpflichtet und auf der Walz. Ivona Fremdfrei (so nennen sich die Gesellen auf der Walz) erst seit wenigen Tagen, Toni Fremdfrei bereits seit 8 Monaten und Manu Fremdfrei schon seit 2,5 Jahren. Sie alle folgen der jahrhundertealten Tradition der Walz, die ihre ganz eigenen Regeln und Rituale hat. So müssen Wandergesellen und Gesellinnen ledig, kinderlos, schuldenfrei und unter 30 Jahre alt sein. Außerdem müssen sie die Gesellenprüfung bestanden haben. Möchten sie in einer Stadt anfangen zu arbeiten, muss er oder sie immer „vorsprechen” und zwar beim dortigen Bürgermeister. Der Inhalt dieser Gespräche ist allerdings ein großes Geheimnis und wird nur von Geselle zu Geselle weitergegeben. Weitere Regeln der Walz sind u.a. der „Bannkreis”. Damit ist ein Radius von 50 bis 60 km gemeint, dem sich der Fremde seinem Wohnort nicht nähern darf. Außerdem darf er oder sie sich nur zu Fuß oder per Anhalter fortbewegen. Und warum sind die drei auf der Walz? Die Antworten gleichen sich. Sie wollen ihr Handwerk verfeinern, den Horizont erweitern, lernen, Erfahrungen sammeln und sich auf Werte wie Fleiß, Anstand und Ehrlichkeit zurückbesinnen und stolz sein, auf das, was sie mit ihren eigenen Händen und ihrem Einsatz geschafft haben und noch schaffen werden.