Ein Wandbild in der „Alten Münze“ zeigt die Beschießung der Stadt Neubrandenburg durch Tilly.
Bereits im 15. Jahrhundert gab es mehrere Ansätze zu Reformen in der Katholischen Kirche. Aber erst Martin Luthers massive Kritik am Ablasshandel und den Missständen im Klerus setzte die Bewegung 1517 in Gang. Die Reformation führte zur Entstehung neuer protestantischer Kirchen und veränderte Politik und Kultur. Ihre jahrzehntelange erfolgreiche Ausbreitung spaltete die Religion in Katholizismus und Protestantismus. Im Jahr 1549 wurde die Reformation auch in Mecklenburg anerkannt. Im Süden Deutschlands schlossen sich Fürsten und bedeutende Städte zur „Katholischen Liga“ zusammen und trieben eine Gegenreformation voran. Unter dem katholischen Kaiser Ferdinand II. stellte man schließlich ein gewaltiges Heer auf, setzte den Generalissimus und Feldherrn Albrecht von Wallenstein an dessen Spitze und zog gegen die Protestantischen Fürstentümer und Städte. So nahm der schon 1618 ausgebrochene Dreißigjährige Krieg seine grauenvolle Fahrt auf. 1627 besetzte Wallenstein das wehrlose Mecklenburg. Zur Unterstützung der Protestanten landete im Juli 1630 der Schwedenkönig Gustav II. Adolf mit 13 000 Mann auf Usedom und vertrieb die Kaiserlichen auch aus Mecklenburg. Er hinterließ schwedische Besatzungen in den Städten und Burgen. So auch in Stargard und Neubrandenburg. Aber kaum war der Frühling ins Land gezogen, wendete sich das Blatt. Von der Mark Brandenburg her rückte der kaiserliche General Tilly mit etwa 20 000 Mann in Richtung Mecklenburg vor. Nach heutigem Kalender machten seine Truppen schon am 12. März 1631 den Flecken Feldberg mit samt der Burg dem Erdboden gleich. Bald darauf war der Vortrupp Tillys in unmittelbarer Nähe der Stadt Stargard. In eiliger Flucht suchten daraufhin die Schweden das Weite und zogen sich zunächst in Richtung Neubrandenburg und Friedland zurück. Wenige Stunden später erschienen auch schon ein paar Kompanien „Kroaten“ vor Stargard und besetzten die sich ergebende Stadt. Der Stargarder Burghauptmann Vicke v. Genzkow musste nach einigen Verhandlungen den Kaiserlichen die Burg und die üppigen Vorräte in den Kellern und auch reichlich Korn auf den Böden überlassen. Wohl hätte der General von Kniephausen alle in Stargard lagernden Vorräte noch gern nach Neubrandenburg schaffen lassen. Der Burghauptmann in Stargard aber befürchtete dadurch Nachteile für die Burg und für die Stadt und verhinderte den Abtransport.
Tilly ließ die Burg für sich und den Stab als Hauptquartier herrichten. Während seine Mannschaften schmausten und zechten, unternahm eine schwedische Streife aus Neubrandenburg einen Handstreich. Sie drangen unbemerkt durch eine geheime Pforte in die Burg, stahlen etliche Pferde und einen großen Teil der Lebensmittel. Sie flohen mit ihrer Beute durch den dunklen Hagen am Tollensesee entlang und erreichten wohlbehalten Neubrandenburg.
Am 13. März 1631 zieht der kaiserliche General Tilly mit seinem Stab unter großem Gepränge auf der Burg ein, um von hier aus die Belagerung und Eroberung der Stadt Neubrandenburg zu leiten. Nachdem die Stadt sich mehrfach weigerte zu kapitulieren, begann Tilly mit der Beschießung und ließ sie am 19. März erstürmen. General Tilly konnte daraufhin als Sieger in die Stadt Neubrandenburg einziehen. Doch die verwüstete und ausgeplünderte Stadt war kein Aufenthaltsort für ihn und er kehrte noch einmal in sein Hauptquartier auf der Burg zurück. Bis zum 20. März war die Burg noch Tillys Hauptquartier. Danach zieht er mit Heeresmacht in Richtung Süden auf Magdeburg. Im September des Jahres 1638 hieß es: "In Mecklenburg ist nichts als Sand und Luft, alles bis auf den Erdboden ist verheert. Dörfer und Felder sind mit krepiertem Vieh besät. Die Häuser sind voll toter Menschen. Der Jammer ist nicht zu beschreiben". … Und der Krieg währte noch 10 Jahre!