Titel Logo
Stargarder Zeitung
Ausgabe 6/2023
Kultur und Veranstaltungen im Stargarder Land
Zurück zur vorigen Seite
Zurück zur ersten Seite der aktuellen Ausgabe

Eine plattdeutsche Sage aus der Gegend um Stargard

De Geldkuhl bi Holldörp

Ens wiren dat schlichte Tiden för den Buern in Holldörp. Ens kamen se denn tosamen und ratslagten, wo se sick helpen künnen. Ener säd: „Huüt is` Jehannsnacht, will`nt mit de Geldkuhl versäuken, möglich kriegen wi den Schatz!“ God! All halten sick nu Schüppen un Hacken un güngen los. Red`t dürft bi de Sak nich warden, dat wüßten se all. Se wäuhlten sick nu rin in de Ird, ümmer deeper, un toletzt kem de Kist. De Freud wir grot, äwer jeder hölt an sick; jo nich reden, süs versackt se wedder. Mit ens is er dat so, as wenn luter grugliche Gestalten üm se rum sind un de gruglichst dorvon müßt jo woll rein de Düwel sülben sin. De Buern würd gräsen, äwert kem noch beter. De Düwel let von sine Gesellen en Galgen uprichten un ener frög: „Wen nehmen wi nu toirst?“ „den`n mit de witten Strümp!“ säd de Düwel. Dat wir Buer Maaß un de schreg in sine Angst: „Herr Jesus ne!“ Dunn wir allens weg, de Düwels, de Galgen, de Kist.

Buer Maaß säd nah dissen äwer: „Ne, ne! Tot Geldgraben gah` ick in minen ganzen Leben nich wedder!“ Un witte Strümp het he ok nich wedder antreckt. Die Geldkuhle ist eine Vertiefung in einem Erdwerk am Rande des Rowaer Forstes. Hier hat wohl ehemals ein Turm gestanden, der zu einem Wallsystem gehört, das im Waldgelände teilweise noch zu erkennen ist.

F. Saß