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Stargarder Zeitung
Ausgabe 7/2026
Kultur und Veranstaltungen im Stargarder Land
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790 Jahre Burg und Land Stargard

Das siebenfeldrige Wappen von Mecklenburg. Als Wappen gab Johann I. der Herrschaft Stargard einen Roten Schild mit einem silbernen Frauenarm darin, der zwischen den Fingern einen Ring hält. Es war bis ins 20. Jahrhundert Teil des großen Mecklenburger Wappens.

Die Besiedlung des Stargarder Burgberges reicht bis in die Jungsteinzeit zurück. Das heißt 5000 Jahre Siedlungsgeschichte. Es wurde immer wieder an gleicher Stelle zerstört und aufgebaut. In den schriftlichen Quelle taucht der Ort Stargard das erste Mal im Zusammenhang mit der Stiftung des Klosters Broda anno 1170 durch den Pommernherzog Kasimir I. auf. Er hatte sich nach der Niederwerfung der Slawen große Gebiete angeeignet. 1231 waren die Markgrafen Brüder Johann und Otto aus dem Stamm der Askanier mündig gesprochen worden und der deutsche Kaiser setze sie als Oberlehnsherren über Pommern ein. Nur wenige Jahre später stellten die Markgrafen von Brandenburg an die Pommern Gebietsansprüche auf die ehemaligen slawischen Gebiete um den Tollensesee. Am 20. Juni 1236 wurde in Kremmen bei Oranienburg, zwischen dem Pommernherzog Wartislaw III. und den Brandenburger Markgrafen Johann I. und Otto III. ein Vertrag geschlossen. Hierdurch kamen die Länder Stargard und Beseritz sowie etwas später Wustrow an die Brandenburger. Die südlich angrenzenden Länder Ahrensberg, Strelitz, Lychen und Fürstenberg besaßen sie schon. Im „Vertrag von Kremmen“ wird das gesamte, von ihnen neu in Besitz genommene Gebiet erstmals als Land Stargard - „terra stargard“ - bezeichnet. Noch im gleichen Jahr hatten die Markgrafen im Zentrum des Landes Stargard den Grundstein für den Fürstensitz Stargard legen lassen. Unverzüglich begannen sie mit der Befestigung der Landesgrenze mit Städten und Burgen. Sie öffneten das Land für eine zügige deutsche Besiedlung. Die meisten Ortsnamen unserer Heimat erinnern noch heute daran, dass einst die Slawen in unserer Gegend siedelten. Friedland am Pass nach Pommern war 1244 die erste Stadtgründung, unmittelbar danach folgte Woldegk am Pass zur Uckermark und 1248 Neubrandenburg als Grenzstadt gegen Mecklenburg. Die Burg war zu dieser Zeit längst Sitz eines brandenburgischen Vogtes. Der alte Burgflecken Stargard wurde 1259 zur Stadt erhoben. Die direkte Herrschaft der Markgrafen währte jedoch nur wenige Jahre. Bereits 1292 kam die Herrschaft Stargard durch die Heirat des Fürsten Heinrich II. von Mecklenburg mit Beatrix, der Tochter des Markgrafen Albrecht III. von Brandenburg, in die Hände der Mecklenburger. Sie hatte das Land Stargard als Mitgift in die Ehe gebracht. 1299 wurde das Land Stargard als Lehen an Heinrich II. gegeben. Anno 1304 bestätigten die Brandenburger im Vertrag von Vietmannsdorf dieses Lehen. Die vielen Kämpfe um den Besitz des Landes Stargard beendete schließlich 1347/48 Wenzel von Böhmen, der spätere Kaiser Karl IV., in dem er die Söhne Heinrichs in den Reichsfürstenstand erhob und ihnen das Land Stargard als Reichslehnen übereignete. Nach vier Jahren gemeinsamer Regierung teilten die Brüder Albrecht II. und Johann I. Mecklenburg. Johann nannte sich nun Herzog von Mecklenburg-Stargard. Das Territorium des alten Landes Stargard hat sich trotz verschiedener Bezeichnungen über die Jahrhunderte kaum verändert und war bis 2011 als Mecklenburg-Strelitz bekannt.

Frank Saß
AG Chronik Burg Stargard